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Risiken und Nebenwirkungen
der Gesundheitspolitik
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PD Dr. Ingo Fietze,
Charité Berlin
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| Dieses brisante Thema wählte Dr. Ingo Fietze aus Berlin. Die Schlafmedizin ist in Deutschland immer noch ein relativ junges Fachgebiet. Erst Anfang der Achtzigerjahre haben Mediziner begonnen, Erkenntnisse der Schlafforschung in die klinische Praxis umzusetzen. Damals wurden sie dafür noch belächelt und mussten sich von ihren Kollegen Sprüche wie ãArbeitest du noch oder schläfst du schon?Ò gefallen lassen. Inzwischen hat sich da zum Glück einiges geändert. Die Schlafmedizin rückt immer mehr in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, und der Bedarf an schlafmedizinischen Leistungen wächst: ãIn jedem deutschen Schafzimmer gibt es ein SchlafproblemÒ, so Dr. Fietze. |
Trotzdem wissen immer noch zu wenige Betroffene und leider auch Ärzte Bescheid über dieses komplexe Thema. Das ist nicht die Schuld der Mediziner, sondern liegt an deren Ausbildung: ãDie Schlafmedizin hat in der Lehre noch nicht Fuß gefasst. Wer heute Medizin studiert, weiß am Ende seines Studiums nicht, was eine Insomnie (Ein- und Durchschlafstörung) ist und wie man sie behandelt. Und wenn die Mediziner schon nicht richtig Bescheid wissen, wie sollen die Patienten sich dann auskennen?Ò
Verschärft wird die Problematik durch Berührungsängste vonseiten der Gesundheitspolitik und der Kostenerstatter: Denn Politik und Krankenkassen haben natürlich Angst vor der Kostenlawine, die auf sie zurollen könnte, wenn tatsächlich alle potenziellen Schlafapnoiker und Schlafgestörten diagnostiziert werden und anschließend einer Behandlung bedürfen. Und sie treffen ihre Entscheidungen leider allzu oft nur mit kurzfristigem Blick aufs Budget - wie beispielsweise bei den Ausschreibungen von CPAP-Geräten für Schlafapnoe-Patienten in den neuen Bundesländern: ãDas bringt zwar den Kassen einen finanziellen Nutzen, weil immer mehr Billiggeräte auf den Markt kommen; aber es ist nur ein kurzfristiger Nutzen, weil die Compliance der Patienten unter diesen Bedingungen sicherlich abnehmen wird.Ò
Letztendlich gilt es auch die Ressourcen der Gesundheitsprävention zu nutzen. Obwohl die Politik hier zurzeit ãnurÒ die Themen Bewegung und Ernährung unterstützend begleitet, kann und sollte in Zukunft auch der gesunde Schlaf bzw. das gesunde Schlaf-wach-Verhalten in der Prävention und der betrieblichen Gesundheitsfürsorge eine entscheidende Rolle spielen, meint Dr. Fietze. Denn vielen Schlafstörungen - und bis zu einem gewissen Grad auch schlafbezogenen Atemstörungen - kann man vorbeugen!
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