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Ulrike Hammer

Schlafen Sie mit Gehörschutz? Nein?! Nun, die wenigsten tun das. Aber mal ganz ehrlich, können Sie noch in Ruhe schlafen? Wundern Sie sich nicht, wenn Sie auch diese Frage mit Nein beantworten. Ein Großteil der Menschen fühlt sich durch Lärm belästigt: durch Fluglärm, durch Straßenverkehrslärm, ja sogar durch Lärm aus der Nachbarschaft. Was tagsüber schon ein Problem ist, kann in der Nacht zur Qual werden. Und eines ist Lärm immer, egal ob am Tage oder in der Nacht: gesundheitsschädlich!

Wir können unsere Ohren nicht einfach abstellen und den Lärm ignorieren, wir müssen hören, was um uns ist – egal wie laut. Und unsere Welt ist sehr laut: Schon Radiomusik oder Vogelzwitschern erreichen einen Schallpegel von 50 Dezibel (dB), ein normales Gespräch bringt es auf 60dB, ein Staubsauger auf 70dB, starker Straßenverkehr auf 80dB und ein Discobesuch sogar auf 100dB. Zum Vergleich: Wissenschaftler setzen einen normalen „Ruhewert“ bei 30–35dB an. Denn schon ab 40dB kann es zu Konzentrationsstörungen kommen, ab 65dB besteht ein höheres Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen und ab 85dB können bei längerer Einwirkung Gehörschäden entstehen.

Lärm und Schlaf
Durch nächtlichen Lärm können so genannte vegetative und motorische Arousals ausgelöst werden. Arousal bedeutet, dass der Organismus kurzzeitig von einer niedrigen Reaktionsbereitschaft auf eine hohe angehoben wird. Dies geschieht durch einen Anstieg des Blutdrucks und der Herzfrequenz sowie durch eine Änderung der Atmung (vegetativ), aber auch durch Lagewechsel und Muskelzuckungen (motorisch). In ihrer Gesamtheit können diese Arousals dazu führen, dass der Schlaf gestört, quasi zerteilt wird und somit nicht mehr erholsam ist. Durch die Zerstückelung werden Tief- und Traumschlafzeiten erheblich verkürzt und der oberflächliche Schlaf verlängert. Zudem kann es zu vermehrten Aufwachreaktionen kommen.

Den Lärm ausschalten
Für einen gesunden Schlaf benötigen wir fr

Aber nicht jeder Lärm ist gleich gesundheitsschädlich. Feiert zum Beispiel Ihr Nachbar eine zu laute Party, ist das zwar nervig, aber nicht gesundheitsschädlich, es sei denn er feiert jede Nacht. Denn die gesundheitliche Gefährdung durch nächtlichen Lärm liegt in einer langfristigen Störung, in der sich immer wiederholenden Geräuschbelästigung, die zur chronischen Beeinträchtigung der Schlafarchitektur, auch „chronobiologischer“ Stress genannt, führt. Eine charakteristische Lärmkrankheit gibt es zwar nicht, doch durch nächtlichen Lärm werden Erkrankungen, die auch durch Stress (mit)verursacht werden, ausgelöst oder gefördert. Lärm löst in unserem Körper Alarmreaktionen aus die dazu führen, dass der Blutdruck, die Herzschlagfolge, Blutfette und -zucker, Adrenalin und Cortisol sofort ansteigen. Diese Alarmreaktionen, die früher lebenswichtig waren, laufen heute ins Leere. Das bedeutet, dass z.B. Fettablagerungen an den Gefäß-Innenwänden nicht wieder abgebaut werden und somit die Gefäße verstopfen. Die krankhaften Symptome zeigen sich jedoch erst Jahre später.

Aktive Verteidigung
Damit man im Schlaf nicht von jedem kleinen

Lärm, Lärm, Lärm
Unsere Gemütslage und unsere Leistungsfähigkeit beeinträchtigt der Schlafstörer Lärm jedoch von Anfang an. Etwa 95% der Deutschen fühlen sich laut einer Umfrage des Umweltbundesamtes aus dem Jahre 2002 zumindest etwas von Lärm gestört, die Hälfte (51,6%) sogar stark bis äußerst belästigt. Dabei wird vor allem Straßenverkehrslärm als besonders lästig empfunden, aber auch von Fluglärm und Industrielärm fühlen sich viele gestört.
Die Stadt Stuttgart hat wie viele andere Städte auch einen so genannten Lärmminderungsplan eingeführt. Dieser soll auf Dauer sicherstellen, dass lärmgeschädigte Gegenden entlastet werden. Im Rahmen der dazugehörigen Untersuchungen wurden Lärmkarten erstellt, auf denen man sehen kann, wie laut die Stadt ist – am Tag und in der Nacht.

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24-Stunden-Lärmkarte (0.00 bis 24.00 Uhr)
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Nacht-Lärmkarte (22.00 bis 6.00 Uhr)


Ist ruhiger Schlaf heute nur noch ein Traum?
Schlummern bei 75 Dezibel ...