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Flugreisen mit Atemwegserkrankungen:
Sauerstoffpartialdruck-Rechner im Internet
Mithilfe eines neuen Programms auf der
Website der Deutschen Atemwegsliga können Interessenten
jetzt den zu erwartenden Sauerstoffpartialdruck unter
Flugbedingungen berechnen.
Obstruktive Atemwegserkrankungen
schließen Flugreisen nicht grundsätzlich aus.
Patienten mit Atemwegs- und Lungenerkrankungen können aber
bereits unter normalen Bedingungen einen erniedrigten
Sauerstoffpartialdruck (PaO2) haben. Am Boden benötigen
sie damit oft noch keine Sauerstoffzufuhr. Erfolgt jedoch auf
Flugreisen in der Kabine ein weiterer Abfall, kann die
kritische Grenze von 50 mm Hg schnell unterschritten werden.
Internationale Leitlinien empfehlen die
Gabe von Sauerstoff, wenn der Druck voraussichtlich unter 50 mm
Hg absinkt. Bei Langstreckenflügen wird sogar ein
Mindestpartialdruck von 55 mm Hg empfohlen.
Die Nutzung des
Sauerstoffpartialdruck-Rechners ist unter www.atemwegsliga.de/service.php kostenlos und ohne vorherige Registrierung
möglich.
Deutsche Atemwegsliga e.V.
Zusammenhang zwischen Grippeviren und
Fieber
Ein Kennzeichen der „Neuen
Grippe“ ist plötzlich auftretendes Fieber. Bislang
verstand man nicht genau, wie diese Reaktion zustande kommt.
Forscher der Uni Bonn, der TU München und der LMU
München haben Licht ins Dunkel bringen können.
Viren sind mikroskopisch kleine Schmarotzer:
Sie schleusen ihr Erbgut in die Zellen ihres Opfers ein, um
diese "umzuprogrammieren". Die infizierten Zellen
produzieren dann nicht mehr das, was sie selbst zum Leben
brauchen, sondern bauen stattdessen jede Menge neue Viren.
Diese feindliche Übernahme bleibt meist nicht unbemerkt.
Dafür sorgen zelleigene Sensoren, die fremdes genetisches
Material erkennen. Einer davon ist das so genannte RIG-I. Wenn
RIG-I auf Viren-Erbgut stößt, sorgt es dafür,
dass der Körper Interferon ausschüttet. Interferon
versetzt Killerzellen in Kampfbereitschaft, die dann befallene
Zellen vernichten.
Das ist aber nur ein Teil der Wahrheit.
„RIG-I spielt wohl eine zentralere Rolle bei der
Virenabwehr als bislang gedacht", erklärt PD Dr.
Jürgen Ruland. So gehen viele Virusinfektionen mit hohem
Fieber einher. Die Interferon-Ausschüttung allein kann
dieses Symptom nicht erklären. Auslöser von Fieber
sind meist Entzündungsbotenstoffe, so genannte Zytokine.
„Wir konnten zeigen, dass RIG-I im Falle einer
Virusinfektion auch die Produktion eines zentralen Zytokins
ankurbelt", erklärt Dr. Hendrik Poeck. Die Rede ist
vom Interleukin 1, dem wohl wichtigsten
Entzündungsbotenstoff, den man heute kennt. Interleukin 1
sorgt dann für die typischen Symptome einer Virusinfektion
wie Fieber oder Schüttelfrost.
Noch wissen die Forscher nicht, wie wichtig
dieser neu entdeckte Immunmechanismus für die erfolgreiche
Abwehr des Virus ist. Eventuell hat die
Interleukin-Ausschüttung mitunter sogar negative Folgen:
„Es gibt die Hypothese, dass eine Überproduktion von
Zytokinen zu extrem schweren Verläufen von
Viruserkrankungen führen kann", sagt Prof. Dr.
Gunther Hartmann. Möglicherweise können daher
Medikamente, die einen solchen „Zytokin-Sturm"
verhindern, den Krankheitsverlauf mildern.
idw
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