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Die Somnus-Preisträger 2008
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Wie jedes Jahr wurde im Rahmen des
Patientenkongresses auch diesmal wieder der Preis des
Schlafmagazins für besondere Verdienste auf dem Gebiet der
Schlafmedizin, der „Somnus“, verliehen.
Im Bereich der Selbsthilfearbeit wurden
ausgezeichnet:
Wolfgang Kraft aus Balingen, Mitglied des Landesverbands Baden-Württemberg, für sein von Herzen kommendes Engagement.
Er hatte selbst erlebt, wie man allein
gelassen wird, nachdem man das Therapiegerät erhalten hat.
Und er suchte nach einer Selbsthilfegruppe in seinem Heimatort,
doch dort gab es keine. Er nahm sich spontan vor, deshalb
selbst eine Gruppe zu gründen. Das erste Treffen der neuen
SHG fand in Balingen 2004 statt. 41 Gäste interessierten
sich für das Thema. Heute zählt die Gruppe 113
eingeschriebene Mitglieder, dazu kommen noch 30-40 Partner der
Betroffenen. Auf die Frage, warum er sich in der Selbsthilfe
engagiere, sagte er, es sei einfach schön zu merken, dass
man anderen helfen könne. Sicher, die Arbeit bereite
Mühe, doch die Resonanz entschädige ihn dafür.
Lohn sei für ihn das Vertrauen seiner Mitglieder und dass
er wirklich vielen helfen könnte, die Therapie anzunehmen.
Dieter Wahl
Er ist auf unseren Straßen zu Hause.
Sein Beruf ist es, Tag für Tag und Nacht für Nacht
einen riesigen Lastkraftwagen durch Deutschland und das
angrenzende Ausland mit einer Eleganz zu steuern. Seitdem bei
ihm Schlafapnoe diagnostiziert wurde, hat es sich zur Mission
gemacht, Berufskollegen, wo immer sich die Gelegenheit bietet,
über die Krankheit und ihre Folgen am Steuer zu
informieren. Sie für die Gefährlichkeit des
Sekundenschlafs zu sensibilisieren. Er ist sozusagen der
Vorzeigekraftfahrer in Sachen Schlafapnoe und Sekundenschlaf.
Lilo Habersack
Ab 2001 arbeitete sie zwei Jahre im
Vorstand der RLS-Vereinigung mit, dann übernahm sie den
Vorsitz. Die RLS-Vereinigung ist inzwischen ihre Leidenschaft
geworden, die sie rund um die Uhr beschäftigt. Ihren Beruf
hat sie aufgegeben, um sich ganz dieser ehrenamtlichen
Tätigkeit widmen zu können. In ihrer Funktion als
Vorsitzende der RLS-Vereinigung vermittelt sie zwischen
Patienten und Ärzten, kann aus eigener Erfahrung zur
Therapie Ratschläge geben, kann Mut machen.
Mit dem Somnus 2008 wurde als
Schlafmediziner des Jahres
Prof. Geert Mayer ausgezeichnet.
In der Schlafmedizin hat er sich mit
Narkolepsie, Parasomnien, RLS, Epilepsie ein sehr spezielles
und schwieriges Terrain ausgesucht. Sein klinischer Schwerpunkt
ist die Differentialdiagnose und Behandlung von Patienten mit
allen Formen von Schlafstörungen. Seine wissenschaftliche
Tätigkeit hat ihm diverse zusätzliche Aufgaben und
Ämter eingetragen. So ist er Herausgeber der Zeitschrift
Somnologie, Vorsitzender der Kommission Schlaf der Deutschen
Gesellschaft für Narkolepsie und Vorsitzender der
Kommission Polysomnographie der Deutschen Gesellschaft für
Klinische Neurophysiologie. Und er ist der Präsident der
DGSM, der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und
Schlafmedizin.
Lattoflex
Ein Somnus ging auch an die Firma
Lattoflex in Bremervörde, an das Haus Thomas Sitz- und
Liegemöbel, in Person des Chefs Boris Thomas.
Damit wurde ein Unternehmen
gewürdigt, das nicht nur vor vielen Jahren den Lattenrost
der Welt geschenkt hat, den heute alle nachbauen, sondern das
sich beharrlich immer Neues einfallen lässt, um den
Schlaf zum Traum zu machen. Ein Unternehmen, das mit seiner
neuesten Kreation, dem „Schlaftablet“, das auf
Herzschlag und Atmung des Schlafenden individuell reagiert,
sogar Märchen aus tausendundeiner Nacht ins Schlafzimmer
holt.
Weinmann
Der Somnus 2008 für den
Medizingerätehersteller ging an das Familienunternehmen
Weinmann in Hamburg.
1950 betrat das Unternehmen mit seinem
ersten Sauerstoff-Inhalationsgerät den Markt. Heute findet
man im Produktportfolio so ziemlich alles von der
Schlafdiagnostik über die Schlaftherapie bis hin zur
Heimbeatmung und Sauerstoffmedizin. Das Unternehmen ist noch,
ein Wunder in unserer globalisierungsgläubigen Welt, ist
noch immer in Familienbesitz und entwickelt seine Geräte
hier in Deutschland. Seit September vergangenen Jahres bietet
das Unternehmen eine Therapieinnovation für Betroffene mit
zentralen Atmungsstörungen an. Auch dies zeigt, dass man
nicht stillsteht an der Alster.
Dr. Zieger
Der Sonderpreis ging an das Stadtoberhaupt
der alten Reichsstadt Esslingen a.N., an Oberbürgermeister
Dr. Jürgen Zieger.
Das Geschäfts des
Oberbürgermeisters einer Stadt mit x Einwohnern ist ein
vielfältiges. Zuerst geht es darum, genügend Geld
einzunehmen und damit zwar vernünftig, ich will nicht
sagen: sparsam, umzugehen und es gleichzeitig allen
Bürgern recht zu machen und vor allem die Weichen in
Richtung wirtschaftliche Prosperität zu stellen. In diesem
wahrhaft vielfältigen Blumenstrauß
unterschiedlichster administrativer Aufgaben auch noch auf die
Gesundheit der Bürger zu achten, scheint doch etwas viel
zu sein. Zwar ist den meisten heute schon bewusst, dass
Krankheit schon sündhaft teuer ist und künftig ein
ernsthaftes Finanzierungsproblem sein wird, doch so richtig
klar ist vielen noch nicht, dass sich durch eine revidierte,
will sahen: vernünftige Lebensweise eine Menge Geld
einsparen ließe. Übergewichtigsein ist meist kein
Schicksal, Bluthochdruck mit all seinen Folgen wie Herzinfarkt
und Schlaganfall, Diabetes vom Typ 2 der berüchtigte
Alterszucker, den man heute schon bei Kindern festzustellen
beginnt, chronisch obstruktive Bronchitis durch
Nikotinmissbrauch, das zu therapieren, wenn das Kind in den
Brunnen gefallen ist, das kostet Milliarden. Die könnten
wir für solche Leiden besser einsetzen, die unvermeidbar
sind.
Oberbürgermeister Dr. Jürgen
Zieger, der Chef von Esslingen, hat sich vorgenommen,
Nägel mit Köpfen zu machen. In Esslingen wurde
für die städtischen Mitarbeiter eine Gruppen
initiiert, die gemeinsam das Abnehmen eintrainiert. Weiter gibt
es eine Initiative, den Mitarbeitern Information über die
Bedeutung des erholsamen Schlafs und möglicher
Erkrankungen zu vermitteln. Und OB Dr. Zieger steht felsenfest
hinter seinem Esslinger Gesundheitsmagazin, das
vierteljährlich nun seit drei Jahren die Bürger
über die Funktionen unseres Organismus informiert und
versucht, die Menschen dafür zu interessieren, doch ein
Stückchen mehr auf ihre Gesundheit zu achten.
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