Zustand größter Angst,
in dem kaum noch vernünftige, das heißt
willentlich gesteuerte Reaktionen möglich sind.
Menschen in Panik bangen in der Regel um ihr Leben,
unabhängig davon, ob es wirklich einen Grund
dafür gibt oder nicht. Sie reagieren auf die Panik
instinktgesteuert entweder mit Flucht, Kampf oder einer
inneren wie auch äußeren Lähmung.
Menschen, die unter einer Angst- oder einer
Panikstörung leiden, können auf
äußere bzw. innere Reize, die in der
Realität nicht bedrohlich sind, mit so genannten
Panikattacken reagieren. Das heißt sie leiden
plötzlich unter fürchterlicher Angst und ihr
Körper reagiert mit Zittern,
Schweißausbrüchen, Herzrasen und
Taubheitsgefühlen. Eine solche Panikstörung
kann unter Umständen auch zu Schlafstörungen führen. Sie wird im Allgemeinen mit einer
Verhaltenstherapie sowie mit Angst lösenden
Medikamenten (Anxiolytika) sowie Antidepressiva behandelt.
Paradoxer Schlaf
Störungen, die beim Erwachen,
beim Wechsel der Schlafstadien oder
beim teilweisen Erwachen vorkommen und den Schlaf
stören bzw. unterbrechen. Bei den Parasomnien ist
das zentrale Nervensystem aktiviert, was sich z.B.
durch Bewegungen oder in einer Aktivierung des
vegetativen, also nicht willentlich steuerbaren
Nervensystems bemerkbar macht. Parasomnien führen
nicht zu Ein- oder Durchschlafstörungen, auch
bleibt der Schlaf nach wie vor erholsam –
Tagesmüdigkeit infolge von Parasomnien tritt somit
nicht auf.
Charakteristisch für fast alle
Parasomnien ist, dass sie vorwiegend im Kindesalter
auftreten und sich im Erwachsenenalter meistens geben.
Parkinson-Syndrom
Auch Parkinson’sche
Krankheit, Parkinson-Krankheit, Morbus Parkinson oder
Paralysis agitans; allmählich fortschreitende
Nervenerkrankung, die sich vor allem durch Muskelstarre
und Muskelzittern sowie Bewegungsarmut und
schließlich Bewegungslosigkeit auszeichnet.
Ursache ist das Verschwinden von Nervenzellen, die den Neurotransmitter Dopamin herstellen, was letztlich dazu
führt, dass zu wenig Dopamin produziert wird, das
umgangssprachlich auch als Glückshormon bezeichnet
wird und die Motorik aktivierend beeinflusst. Das
Parkinson-Syndrom zieht meist auch eine Reihe von Schlafstörungen nach sich, u.a. sind die Träume
verändert, die Bewegungen im Schlaf ändern
sich, es kommt zu Ein- und Durchschlafstörungen
und zu vermehrter Tagesschläfrigkeit. Zu den
Ursachen hierfür gehört eine gestörte
Schlaf-wach-Steuerung.
Die Behandlung der Krankheit
erfolgt bislang symptomatisch; das fehlende Dopamin
wird entweder durch eine Vorstufe, das so genannte
L-Dopa, oder Dopaminagonisten ersetzt. Das
Voranschreiten der Krankheit wird dadurch zwar
gebremst, aber nicht völlig aufgehalten. Die mit
dem Parkinsom-Syndrom einhergehenden
Schlafstörungen können zudem
medikamentös abgemildert werden.
Auch nächtlicher Myoklonus; in
regelmäßigen Abständen stattfindende
Bewegungen der Gliedmaßen, insbesondere der
Beine, die unwillkürlich während des Non-REM-Schlafs stattfinden. Der große Zeh wird
wiederholt gestreckt, auch die Fußgelenke beugen
sich dabei häufig, genauso die Knie und die
Hüfte. Diese Bewegungen erfolgen in einem
bestimmten Abstand, oft handelt es sich dabei um
Intervalle von etwa einer halben Minute; in jedem Fall
müssen sie wenigstens in einer Stunde des Schlafs
fünfmal vorkommen, um als periodische Bewegungen
der Gliedmaßen bezeichnet werden zu können.
Die Bewegungen können in jedem
Non-REM-Schlafstadium vorkommen und führen nicht
selten zu kurzen, von den Patienten nicht
festgestellten Weckreaktionen. Auch wenn die
Betroffenen die Bewegungen nicht registrieren,
fühlen sie sich am Tag doch häufig müde,
schlafen z. T. sogar aufgrund von Übermüdung
kurzzeitig ein. Das Restlegs-Legs-Syndrom geht nicht selten mit den
periodischen Bewegungen einher.
Mit zunehmendem Alter häuft
sich das Phänomen der periodischen Bewegungen der
Gliedmaßen im Schlaf. Kommt es im Alter von 30
bis 50 nur bei etwa fünf Prozent der
Bevölkerung vor, sind es bei den Personen
über 50 bereits 25%, bei den über
65-Jährigen sogar mehr als 40%. Man schätzt,
dass ca. 15% aller Personen, die unter Schlafstörungen leiden, von dem Phänomen betroffen sind.
Die genauen Ursachen sind nicht bekannt. Eine erbliche
Veranlagung wird in einem Teil der Fälle
angenommen, aber genauso können Alkoholmissbrauch,
Krankheiten der Nieren, Durchblutungsstörungen der
Gliedmaßen sowie die Einnahme bestimmter
Medikamente das Auftreten der periodischen Bewegungen
der Gliedmaßen begünstigen. Eine Diagnose
erfolgt in der Regel im Schlaflabor.
Unter Umständen kann die
Einnahme von Dopamin-Agonisten oder L-Dopa die
Bewegungen reduzieren; wichtig ist jedoch vor allem,
einige Regeln vor dem Schlafengehen einzuhalten. So
sollte man täglich, auch am Wochenende, zur etwa
gleichen Zeit aufstehen. Etwa sechs Stunden vor dem
Schlafengehen sollte man auf Alkohol und Koffein verzichten. Kurz vor dem Schlafen
sollte man nicht rauchen. Zudem sollte man nur ins Bett
gehen, wenn man wirklich müde ist.
Penis-Plethysmographie;
Aufzeichnung des Auftretens von Erektionen. In der
Regel im Schlaf durchgeführte Untersuchung, bei
der ein Gerät, der so genannte Plethysmograph
Umfang und Steife des Penis misst. Auf diese Weise kann
festgestellt werden, ob eine erektile Dysfunktion eine
körperliche Ursache hat.
Phobie
Fortdauernde, unbegründete
Angst vor eigentlich harmlosen Gegenständen,
Situationen, Tätigkeiten bzw. Personen. Bei einer
Phobie versucht die betroffene Person den
Angstauslöser zu vermeiden, z.B. wird bei einer
Spinnenphobie versucht, keine Fotos von Spinnen oder
Spinnen selbst anzuschauen. Die Phobie kann sich zu
einer Angststörung entwickeln, wenn die
Betroffenen so weit gehen, dass sie ihre
Lebensführung als Folge der Angst zum Teil stark
einschränken, z.B. aus Angst vor
Krankheitserregern oder vor Menschen nicht mehr aus dem
Haus gehen. Infolge der Angststörung kann es auch
zu Schlafstörungen kommen. Bei Begegnungen mit dem
Angstauslöser kommt es oft zu Panikattacken (Panik). Spätestens, wenn das Leben durch
die Phobie eingeschränkt wird, ist eine Behandlung
unerlässlich. Sie besteht in der Regel in einer
Verhaltenstherapie, bei der die Betroffenen lernen,
sich ihren Ängsten zu stellen und mit ihnen
umzugehen, sowie in der Gabe von Angst lösenden
Medikamenten, oft auch von Antidepressiva.
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Photoperiode
Die Zeit, in der es während
einer Hell-Dunkel-Periode Licht gibt, z.B. die des
Sonnenlichts während des Tag/Nacht-Rhythmus.
Pickwick-Syndrom
Obesitas-Hypoventilationssyndrom;
Fettsucht (Adipositas),
gepaart mit einem immensen Schlafbedürfnis. Zu den
Folgen des Übergewichts zählt u.a. die
Einengung der oberen Atemwege, wodurch es nachts
vermehrt zu Atemaussetzern (Schlaf-Apnoe)
kommt. Als Folge der Schlaf-Apnoe wiederum kommt es zu
einer übermäßigen
Tagesschläfrigkeit und – auch in
unangemessenen Situationen – zum kurzzeitigen
Einnicken.
Plazeboeffekt
Positive Wirkung auf eine Krankheit
oder einen körperlichen Zustand, der durch ein
Scheinmedikament, also ein Medikament ohne Wirkung,
ausgelöst wird. Allein der Glaube an die Wirkung
eines Medikaments kann somit eine Besserung von
Symptomen auslösen.
Plötzlicher Kindstod SIDS
Eigentlich Somnopolygraphie;
Aufzeichnung verschiedener Signale des menschlichen
Körpers während des Schlafs, z.B. der
Hirnströme mit dem EEG, der Augenbewegungen mit dem EOG und der Herztätigkeit mit dem EKG.
Power Nap
(engl.; im übertragenen Sinne
kräftigendes Nickerchen), auch Superschlaf; kurzes
Nickerchen zur Steigerung von Konzentrations- und
Leistungsfähigkeit, das am besten während des
Mittagstiefs gehalten wird. Ein solcher,
leistungssteigernder Kurzschlaf sollte maximal 25
Minuten dauern, da sonst die Tiefschlafphase beginnt
und man nach dem Aufwachen noch matter als zuvor ist.
Studien haben erwiesen, dass mit Hilfe eines solchen
kurzen Schlafs das Abfallen der Leistungsfähigkeit
am Nachmittag wirkungsvoll verhindert werden kann.
Progressive Muskelrelaxation nach
Jacobson
Entspannungsmethode, bei der die
verschiedenen Muskeln des Körpers nacheinander
eine Weile angespannt, danach wieder entspannt werden.
Die progressive Muskelrelaxation kann dazu beitragen,
einen Zustand körperlicher und seelischer Ruhe zu
erreichen, der sich positiv auf das Ein- und
Durchschlafen auswirkt. Bei seelischen Belastungen ist
es sehr zu empfehlen, Stress mit Hilfe einer solchen
Entspannungsmethode abzubauen, um einen erholsamen
Schlaf zu fördern.
Prolaktin
Laktrotropes Hormon, Laktotropin;
Hormon, das von der Hirnanhangdrüse (Hypophyse)
gebildet und vor allem nachts ausgeschüttet wird.
Es ist u.a. für die Milchbildung in den
Brustdrüsen während der Stillzeit
zuständig. Erhöhte Prolaktinwerte im Blut
hemmen bei der Frau den Eisprung, beim Mann sind sie
anscheinend an der Entstehung von
Erektionsstörungen mitbeteiligt, zudem sorgen sie
vermutlich für längere Tiefschlafphasen.
Prostaglandine
Oberbegriff für eine Reihe von
Gewebshormonen, die von den meisten Organen aus einem
Stoff namens Arichodonsäure hergestellt werden.
Sie sind u.a. an der Blutgerinnung mitbeteiligt, kommen
im Sperma vor und spielen eine Rolle bei
entzündlichen Prozessen. In Labortests hatten
verschiedene Prostaglandine eine unterschiedliche
Wirkung auf die Schlafarchitektur: Prostaglandin-D2 beispielsweise erhöhte
die Dauer der Non-REM-Schlafphasen.
Psychomotorik
Ineinandergreifen von
Bewegungsabläufen und seelischem Erleben bzw.
seelischen Zuständen. Die Psychomotorik geht davon
aus, dass sich die seelische Entwicklung in den
Bewegungen niederschlägt und jeder Mensch,
abhängig von seinem seelischen Zustand und
Temperament ganz eigene Bewegungsmuster entwickelt.
Krankheiten des zentralen Nervensystems können die
Psychomotorik nachhaltig stören, Schlafprobleme
haben vermutlich jedoch nur einen geringen Einfluss auf
sie.
Psychopharmaka
Medikamente, die den psychischen
Zustand eines Menschen sowie sein Erleben beeinflussen
können. Psychopharmaka werden zur Behandlung
psychischer Störungen, z.B. von Depressionen,
Panikstörungen (Panik),
eingesetzt. Zu ihnen zählen u.a. Antidepressiva,
Anxyolitika (Angst lösende Medikamente) und Tranquilizer,
aber auch Schlafmittel gehören
in gewissem Maße zu den Psychopharmaka.
Psychose
Oberbegriff für schwere
seelische Störungen, die zu einem zeitweiligen
Verlust des Gefühls für die Realität
führen bzw. mit ihm einhergehen. Zu ihnen
gehören u.a. die Schizophrenie, aber auch
manisch-depressive Erkrankungen. Mit einer Psychose
gehen im Allgemeinen Wahnvorstellungen sowie Halluzinationen einher. Auch Schlafstörungen sind bei Psychosen sehr häufig:
Vermehrte Müdigkeit sowie Ein- oder
Durchschlafprobleme gehören oft zu den Symptomen
einer Psychose.
Psychostimulanzien
Psychotonika, Stimulanzien; Stoffe,
die eine anregende Wirkung auf Körper und Psyche
ausüben. Sie sorgen zumindest zeitweise für
einen Anstieg der geistigen Wachheit, für eine
erhöhte Aufmerksamkeit und größere
Konzentrationsfähigkeit. Zu den Psychostimulanzien
werden u.a. Amphetamine,
aber auch Stoffe wie das Koffein gerechnet.
Psychotherapie
Oberbegriff für Verfahren, mit
denen psychische Krankheiten und Störungen, aber
auch Verhaltensauffälligkeiten und subjektive
Leidenszustände behandelt werden können. Es
gibt eine ganze Reihe unterschiedlicher
Behandlungsverfahren, u.a. die
Gesprächspsychotherapie, die Verhaltenstherapie
sowie psychoanalytische Verfahren. Mit ihrer Hilfe wird
z.B. versucht, die Ursache für die Störung zu
finden und zu beheben oder Einstellungen zu
ändern, damit es zu einer anderen Wahrnehmung des
Erlebten kommt. Verläuft die Psychotherapie
erfolgreich, können damit auch
Begleiterscheinungen der Störung, z.B.
Schlafstörungen, behandelt werden.
Pupille
Öffnung der Iris des Auges,
durch die das Licht zu den Sehnerven gelangt. Die
Größe der Pupille wird durch den
Lichteinfall gesteuert, bei sehr hellem Licht verengt
sie sich, bei schlechten Lichtverhältnissen
vergrößert sie sich. In den
Non-REM-Schlafstadien verengt sie sich ebenfalls; am
kleinsten ist die Pupille im Tiefschlaf. Im REM-Schlaf vergrößert
sich ihr Durchmesser wieder ein wenig.
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