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Sägezahnwellen 
Im REM-Schlaf mit dem Elektroenzephalogramm (EEG) gemessene Hirnströme, die Theta-Wellen ähneln und auf dem Papier oder dem Computer aussehen wie die Zähne einer Säge.

Säuglings-Apnoe 
Atemaussetzer bei reifen Säuglingen, der rd. 20 Sekunden lang (aber auch kürzer) andauert und mit Blässe, blauen Lippen und stark verlangsamten Herzschlag einhergeht und für den keine Ursache gefunden werden kann. Nicht bei jedem Atemaussetzer handelt es sich um eine Säuglings-Apnoe; bei den meisten Babys treten aufgrund der mangelnden Reife des Atmungszentrums im Gehirn kürzeres Atemaussetzer im Schlaf auf. Gehen diese allerdings mit einem oder mehreren der oben genannten Symptome einher, sollte man einen Arzt aufsuchen.

Schichtarbeit 
In der Regel in einem bestimmten Rhythmus stattfindender Arbeitszeitwechsel. In größeren Betrieben wird oft im Dreischichtbetrieb gearbeitet, wobei sich die Arbeitnehmer an ständig wechselnde Arbeitszeiten (erste Woche morgens, zweite Woche nachmittags, dritte Woche nachts) anpassen müssen. Insbesondere beim Wechsel von der Tages- zur Nachtarbeit kommt es zu Schlafstörungen, denn die Arbeitnehmer müssen ihren gewohnten Schlaf-wach-Rhythmus ändern. Ein zusätzliches Problem ist oft, dass das Schlafzimmer nicht ausreichend abgedunkelt wird, so dass Sonnenlicht den Schlaf stören kann. Neben den Schlafstörungen kommt es bei Schichtarbeit infolge des gestörten Rhythmus oft auch zu anderen körperlichen Problemen, z.B. zu Verdauungsstörungen, aber auch zu Depressionen.
Zu den Maßnahmen, die empfohlen werden, damit möglichst wenig gesundheitliche Probleme auftreten, aber auch damit es infolge zunehmender Konzentrationsstörungen infolge möglichen Schlafmangels nicht zu mehr Unfällen am Arbeitsplatz oder zu mehr Ausschuss in der Produktion kommt, gehört der Betrieb in Schichten, bei denen sich die Arbeitnehmer alle zwei Tage abwechseln. Das heißt sie arbeiten zwei Tage lang vormittags, zwei Tage lang nachmittags und zwei Tage lang nachts. Auf diese Weise kann der an zwei Tagen gestörte Nachtschlaf an den darauf folgenden Tagen kompensiert werden.

Schlaf 
Ruhezustand des Organismus. Menschen schlafen in der Regel mit geschlossenen Augen. Während des Schlafs sind sowohl Atem- als auch Herzfrequenz erniedrigt und auch der Blutdruck sinkt. Die meisten Menschen schlafen normalerweise im Liegen, aber auch im Sitzen und sogar im Stehen ist das Schlafen möglich. Während des Schlafs sind die Körperbewegungen zumindest beim Gesunden stark eingeschränkt, nicht zuletzt, um Aufwachreaktionen zu vermeiden und die Verletzungsgefahr zu reduzieren. Aus jedem der Schlafstadien ist bei ausreichend starken äußeren Reizen ein rasches Erwachen möglich.
Die genaue Funktion des Schlafs ist bislang noch nicht vollständig geklärt. Aber viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich Körper und Geist während des Schlafs regenerieren und dass der Organismus neue Energie tankt. Für diese Annahme spricht auch, dass während des Schlafs größere Mengen des Wachstumshormons ausgeschüttet werden, das u.a. auch bei der Regeneration von geschädigtem Gewebe eine wichtige Rolle spielt. Dem REM-Schlaf wird eine wichtige Rolle für die Funktion des Gedächtnisses zugesprochen. So sollen Gedächtnisinhalte während dieser Traumschlafphase stärker verankert und Gelerntes somit besser behalten werden. Für diese Annahme spricht auch die Tatsache, dass der REM-Schlaf bei Neugeborenen und jungen Säuglingen den größten Teil des Schlafs umfasst. Manche Forscher gehen auch davon aus, dass im Schlaf das am Tag Erlebte verarbeitet, eingeordnet und sozusagen katalogisiert wird.
Schlaf ist lebensnotwendig; wird einem Menschen der Schlaf vorenthalten bzw. zwangsweise entzogen, stirbt er nach einer geraumen Zeit.

Schlaf, leichter
Oberbegriff für die ersten beiden Non-REM-Schlafstadien, aus denen der Schläfer noch vergleichsweise leicht erwacht.

Schlafambulanz 
Sprechstunde der Schlafmediziner einer Klinik, an die man sich bei Schlafstörungen wenden kann. In der Ambulanz wird abgeklärt, ob weitere Untersuchungen, z.B. die Überwachung und Überprüfung des Schlafs im Schlaflabor, notwendig sind.

Apnoe.Von einer Schlaf-Apnoe redet man, wenn während des Schlafs Atemaussetzer von wenigstens zehn Sekunden Länge vorkommen, während derer der Sauerstoffgehalt des Bluts zum Teil bedenklich absinkt und der Kohlendioxidgehalt steigt. Vom Schlaf-Apnoe-Syndrom ist dann die Rede, wenn es als Folge der Atemaussetzer zu Aufweckreaktionen des Körpers kommt, die von den Betroffenen nicht bewusst wahrgenommen werden, aber dazu führen, dass der Schlaf nicht erholsam ist und der Betroffene am folgenden Tag sehr müde ist. Unter Umständen nicken die Betroffenen deshalb am folgenden Tag sogar in unpassenden Situationen (z.B. beim Autofahren) kurzzeitig ein. Neben dieser Tagesschläfrigkeit gehören zum Schlaf-Apnoe-Syndrom noch weitere mögliche Folgen der nächtlichen Atem-aussetzer, z.B. Bluthochdruck, Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen, denn nach der Weckreaktion des Körpers muss das Herz stärker arbeiten, um den Körper rasch mit sauerstoffreichem Blut zu versorgen. Auf Dauer kann es ermüden und eine Herzschwäche auftreten; es kann sich auch dauerhafter Bluthochdruck entwickeln und der Herzschlag kann aus dem Takt geraten. Bei mehr als zehn Atemaussetzern mit einer Dauer von mindestens zehn Sekunden Länge pro Stunde, Tagesmüdigkeit und möglicherweise auch einer der genannten gesundheitlichen Folgen, ist das Vorliegen eines Schlaf-Apnoe-Syndroms sehr wahrscheinlich.
Abhängig von der Ursache unterscheidet man verschiedene Formen der Schlaf-Apnoe: Bei der zentralen Schlaf-Apnoe liegt eine Schädigung des zentralen Nervensystems vor – der Atemantrieb erfolgt nicht mehr unwillkürlich und automatisch. Die häufigsten Formen jedoch sind die obstruktive und die gemischte Schlaf-Apnoe. Die obstruktive und die gemischte Schlaf-Apnoe werden nahezu gleich behandelt, die zentrale Schlaf-Apnoe, die andere Ursachen hat und sich mit anderen Symptomen äußert als die erstgenannten Formen, bedarf einer speziellen Behandlung.
Bei der obstruktiven Schlaf-Apnoe liegt die Ursache der Atemaussetzer in einer Verengung der oberen Atemwege, genauer des Nasen-Rachen-Raums. Eine gewisse Erschlaffung und damit auch eine gewisse Verengung des Nasen-Rachen-Raums während des Schlafs ist ganz normal, da der Körper nicht den gleichen Muskeltonus aufrechterhält wie im Wachzustand. Bei Personen mit Schlaf-Apnoe hingegen verengt sich dieser Bereich zusätzlich; die Zunge verlagert sich nach hinten und der Nasen-Rachen-Raum wird enggestellt, so dass die Atmung behindert ist. Zu den Ursachen gehört u.a. starkes Übergewicht, da sich auch im Rachen Fett ablagert. Genauso können Fehlbildungen des Kiefers, der Zunge und des Gaumens sowie Kieferfehlstellungen die Luftzufuhr im Nasen-Rachen-Raum behindern. Auch können so genannte neuromuskuläre Ursachen vorliegen, das heißt die Kommunikation zwischen den Nerven und der Muskulatur des Nasen-Rachen-Raums, die die Atemwege eng und weit stellt, ist gestört. Ursache kann z.B. der Konsum vom Alkohol oder die Einnahme von Beruhigungsmitteln bzw. Medikamenten sein, welche zur Entspannung der Muskulatur beitragen. Vom obstruktiven Schlaf-Apnoe-Syndrom (OSAS) spricht man, wenn eine Verengung der Atemwege nachts zu Atemaussetzern führt und als Folge Tagesschläfrigkeit und möglicherweise auch gesundheitliche Probleme auftreten.
Bei der gemischten Schlaf-Apnoe liegt die Ursache der Atemaussetzer sowohl im zentralen Nervensystem als auch in einer Verengung des Nasen-Rachen-Raums während des Schlafs.
Im Schlaf macht sich eine Schlaf-Apnoe hauptsächlich durch kräftiges, manchmal extrem lautes Schnarchen bemerkbar, das durch Atemaussetzer und nachfolgend manchmal kräftigem Luftschnappen unterbrochen wird. Häufig machen die im gleichen Raum schlafenden Lebenspartner die Betroffenen auf ihr Leiden aufmerksam, von dem sie selbst nachts nichts bemerken. Tagsüber leiden Schlaf-Apnoiker jedoch unter den Folgen der Atempausen und der anschließenden Weckreaktion. Sie sind anhaltend müde, nicken teilweise zu unpassenden Zeiten kurz ein (so genannter Sekundenschlaf), haben mit einer mangelnden Konzentrations- und Leistungsfähigkeit zu kämpfen und sind oft reizbar. Als Folge entwickeln sich zum Teil sogar Depressionen. Betroffene Männer klagen nicht selten unter Potenzproblemen. Auch Kopfschmerzen beim Erwachen und Schwindelgefühle können sich einstellen. Nachts schwitzen die Betroffenen oft stark. Stressbedingte Erkrankungen wie Tinnitus (ständige Ohrgeräusche) oder Hörsturz kommen bei Schlaf-Apnoikern häufiger vor. Die Probleme mit Herz und Blutdruck, die als Folge eines unbehandelten Schlaf-Apnoe-Syndroms möglicherweise entstehen, erhöhen das Risiko für einen Herzinfarkt bzw. einen Schlaganfall. Auch Diabetes mellitus, umgangssprachlich als Zuckerkrankheit bezeichnet, tritt bei Schlaf-Apnoikern häufiger auf. Lautes Schnarchen, gepaart mit zahlreichen Atemaussetzern sollte deshalb immer ein Warnsignal sein.
Zu den Risikofaktoren für ein Schlaf-Apnoe-Syndrom zählen starkes Übergewicht, Probleme mit der Nasenatmung, z.B. aufgrund einer Verkrümmung der Nasenscheidewand, eine erbliche Veranlagung für einen schlaffen Muskeltonus im Rachen, Kiefer-, Gaumen- und Zungenfehlbildungen sowie Kieferfehlstellungen sowie der abendliche Genuss von Alkohol und die Einnahme von Schlafmitteln oder beruhigend wirkenden bzw. den Muskeltonus herabsetzenden Medikamenten.
Diagnostiziert wird eine Schlaf-Apnoe in der Regel durch die Messung der Körperfunktionen im Schlaf, z.B. mit Hilfe eines tragbaren Messgeräts, das dem Patienten mit nach Hause gegeben wird. Nicht selten ist jedoch auch eine ausführliche Untersuchung im Schlaf-Labor notwendig. Der Patient muss dort eine Nacht verbringen. Währenddessen werden verschiedene Körperfunktionen während des Schlafs gemessen und aufgezeichnet.
Zur Behandlung der Schlaf-Apnoe werden oft verschiedene Therapiemöglichkeiten miteinander kombiniert. Personen mit Übergewicht wird in aller Regel eine Gewichtsabnahme empfohlen, um mögliche Engstellen im Rachenraum zu beseitigen. Die Patienten müssen auf den Konsum von Alkohol sowie die Einnahme von Medikamenten verzichten, die die Symptome verstärken. Zunächst wird zusätzlich oft eine medikamentöse Therapie eingeleitet. Die Patienten erhalten den Wirkstoff Theophyllin, der auch zur Behandlung von Asthma bronchiale eingesetzt wird und die Atmung anregt. Leider reicht die medikamentöse Behandlung oft nicht aus.
Als beste Möglichkeit der Behandlung gilt die Überdruckatmung. Bei dieser Therapie muss der Patient nachts eine Atemmaske tragen, die mit einem speziellen Gerät zur Überdruckatmung verbunden ist. Durch die Atemmaske strömt Luft mit erhöhtem Druck in die Atemwege und hält diese offen, so dass es nicht länger zu Atemaussetzern kommen kann. Es gibt verschiedene Methoden der Überdruckatmung (nCPAP, BiPAP, TNI-Therapie). Zu den Nachteilen dieser Behandlungsmethode gehören die lebenslange Abhängigkeit von dem Gerät sowie die Lautstärke mancher Geräte. Auch die Schleimhäute der Atemwege können trockener sein als normale. Ändern sich äußere Bedingungen, welche einen Einfluss auf die Atemaussetzer haben können (z.B. das Körpergewicht), muss möglicherweise die Beatmung angepasst werden.
Unter Umständen, z.B. bei Kieferfehlstellungen oder Krümmungen der Nasenscheidewand, kann auch eine Operation Abhilfe beim Schlaf-Apnoe-Syndrom schaffen. Eine so genannte Uvulopalatopharyngoplastik (UPPP), bei der Vergrößerungen der Gaumensegel, des weichen Gaumens und des Zäpfchens sowie oft auch die Gaumenmandeln operativ entfernt werden, kann unter Umständen sinnvoll sein. Da dieser Eingriff aber die apparative Überdruckatmung erschweren kann, sollte zuvor getestet werden, ob nicht die Überdruckatmung allein bereits ausreicht, um das Schlaf-Apnoe-Syndrom zu behandeln.
Beim zentralen Schlaf-Apnoe-Syndrom, das im Vergleich zum OSAS selten vorkommt, fehlt häufig das Symptom des Schnarchens. Stattdessen erwachen die Patienten mit dem Gefühl, ersticken zu müssen. Allerdings gehört Tagesschläfrigkeit nur selten zu den Symptomen der Krankheit, Konzentrationsstörungen und Einschränkungen der Leistungsfähigkeit hingegen sind häufig. Die Behandlung besteht manchmal in einer apparativen Therapie mit der nCPAP sowie der Gabe von Sauerstoff, häufiger kommt jedoch die Gabe des Wirkstoffs Azetazomamid infrage. Manchmal ist auch eine vollständige Beatmung, die zu Hause durchgeführt werden kann, mit der so genannten IPPV (engl.; intermittent positive pressure ventilation; Beatmung mit intermittierend positivem Druck) notwendig.
Auch Kinder können bereits unter einem Schlaf-Apnoe-Syndrom leiden. Eltern sollten hellhörig werden, wenn ihr Kind nachts häufig schnarcht, ohne dass z.B. eine Erkältung vorliegt. Auch längere Atemaussetzer sollten Eltern stutzig machen. Unter Umständen kann die Ursache in einer vergrößerten Rachenmandel, einer gutartigen adenoiden Wucherung, liegen, was operativ problemlos behoben werden kann.

Schlafstruktur, Schlafmuster; Aufbau des Schlafs, der in der Regel einem bestimmten Muster – von den leichten Schlafstadien bis hin zum Tief- und REM-Schlaf – folgt.

Schlafattacke 
Plötzlicher Drang zu schlafen, dem die Betroffenen unbedingt nachgeben müssen. Zu solchen Schlafattacken kommt es z.B. im Rahmen der Krankheit Narkolepsie.





Menge des Schlafs, die eine Person braucht, um sich ausgeruht und wohl zu fühlen. Der Schlafbedarf variiert im Laufe eines Lebens; so brauchen Säuglinge beispielsweise noch sehr viel Schlaf (zwölf bis 15 Stunden täglich, manchmal sogar mehr), Erwachsenen reichen durchschnittlich sieben bis neun Stunden, Kurzschläfer brauchen weniger, Langschläfer mehr. Im Alter sinkt der Schlafbedarf im Vergleich zu früheren Jahren oft ebenfalls.

Zeit zwischen dem Eintreten in das Schlafstadium Non-REM 1 und dem Erwachen. Die Dauer des Schlafs sollte abhängig vom Schlafbedarf sein, oft ist sie aber aufgrund äußerer Gegebenheiten (z.B. später Einschlafzeit und frühem Arbeitsbeginn) kürzer.

Schlafdefizit 
Ist die Schlafdauer kürzer als der individuelle Schlafbedarf, kommt es zu einem Mangel an Schlaf. Ein solches Schlafdefizit hat oft Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen und eine verminderte Leistungsfähigkeit zur Folge. Vollständig ausgeglichen werden kann ein Schlafdefizit durch eine erhöhte Schlafdauer in einer der Folgenächte in der Regel meist nicht; der REM-Schlaf z.B. kann nicht vollständig nachgeholt werden.

Schlafdrucklähmung 
Verletzung eines Nervs infolge langen Liegens auf der betroffenen Stelle. Liegt man sehr lange mit dem Körper oder dem Kopf z.B. auf dem Arm, wird zusätzlich die Blutzufuhr eingeschränkt, der Nerv wird nicht ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt. Die Schlafdrucklähmung ist sehr häufig die Folge eines ausgesprochen tiefen Schlafs, z.B. infolge eines Rauschzustands.

Schlafendokrinologie 
Wissenschaft, die sich mit der Ausschüttung von Hormonen während der verschiedenen Schlafstadien befasst.

Schlafenszeit Bettzeit

Schlafentzug 
Einschränkung oder völliges Entfallen von Schlafenszeiten. Schlafentzug wird z.B. in der Therapie von Depressionen eingesetzt, kommt unwillentlich bei Schlafstörungen und infolge von Krankheiten vor, dient aber auch als Foltermethode. Im Dienste der Wissenschaft werden Menschen ebenfalls am Schlafen gehindert, z.B. um festzustellen, welche Veränderungen im Körper sich bei Schlafentzug feststellen lassen. Nach zu wenig oder gar keinem Schlaf stellt sich in der Regel Tagesmüdigkeit ein, auch kann es zu kurzem Einnicken am Tag, dem Sekundenschlaf, kommen. Die Betroffenen sind oft gereizt, unkonzentriert und weniger leistungsfähig; bei der Arbeit machen sie häufiger Fehler. Bei starkem Schlafmangel kann sich auch das Denken verändern, Wahnvorstellungen können auftreten. Aus diesem Grund wird Schlafentzug auch als Foltermethode eingesetzt. Über einen längeren Zeitraum (mehrere Monate) andauernder Schlafentzug, wie er bei der letalen familiären Insomnie vorkommt, führt letztlich zu Demenz und zum Tod.
Auf Depressionen kann sich Schlafentzug jedoch positiv auswirken. Die Betroffenen müssen hierbei entweder eine ganze oder eine halbe Nacht wach bleiben. Oft fühlen sie sich am folgenden Tag wohler. Als Dauerbehandlung eignet sich Schlafentzug jedoch nicht – er darf nur hin und wieder durchgeführt werden. Der Weltrekord im Wachbleiben liegt übrigens bei elf Tagen und elf Nächten und wurde 1964 aufgestellt.

Schlafepilepsie 
Anfallserkrankung, bei der die Anfälle häufiger im Schlaf als im Wachzustand auftreten.

Schlafgewohnheiten 
Alle regelmäßig ablaufenden Verhaltensweisen vor, zum Teil auch während des Schlafs. Zu diesen Gewohnheiten zählen z.B. die üblichen Bettgeh- und Aufstehzeiten, die Tätigkeiten, die vor dem Schlafengehen erledigt werden und mit diesem in Zusammenhang stehen, z.B. das Lesen oder Fernsehen im Bett vor dem Einschlafen oder das Revuepassierenlassen des Tages in Gedanken. Auch regelmäßig verwendete Einschlafhilfen wie warme Bäder bzw. der Konsum schlaffördernder Getränke zählen zu den Schlafgewohnheiten, genauso die Körperhaltung, in der man am liebsten einschläft.
Insbesondere bei Schlafstörungen sollte der Arzt über die Schlafgewohnheiten seines Patienten informiert werden, um mögliche Probleme (z.B. das Trinken von Alkohol vor dem Einschlafen) erkennen und beseitigen zu können. Dafür muss der Patient im Allgemeinen Buch über seine Schlafgewohnheiten führen (Schlaftagebuch).

Oberbegriff für alle Verhaltensweisen und Maßnahmen, die einen gesunden, erholsamen Schlaf ohne subjektiv empfundene Störungen gewährleisten. Einige einfache Regeln können oft bereits helfen, leichte Schlafstörungen zu beheben. So sollte man z.B. täglich zur etwa gleichen Zeit ins Bett gehen und wieder aufstehen – auch am Wochenende. Man sollte nur die Zeit im Bett verbringen, die man auch wirklich in der letzten Zeit im Durchschnitt geschlafen hat. Das kann weniger Zeit sein, als man vermutet – meist pendelt sich die Schlaflänge zunächst auf ca. sieben Stunden ein. Die letzte größere Mahlzeit vor dem Zubettgehen sollte wenigstens drei Stunden her sein, ein kleiner Imbiss vor dem Schlafengehen schadet hingegen nicht – der kann bei Menschen, die nachts hungrig aufwachen, sogar sehr sinnvoll sein. Das letzte koffein- oder alkoholhaltige Getränk sollte wenigstens vier Stunden vor dem Schlafengehen getrunken werden. Alkohol sollte nur in Maßen genossen werden, da sein Konsum den Schlaf erheblich stören kann. Auch auf das Rauchen vor dem Schlafengehen sollte man verzichten. Auf Sport direkt vor dem Schlafen sollte man ebenfalls verzichten; die letzte sportliche Aktivität sollte wenigstens zwei Stunden her sein. Allerdings gehört Sport zu einer guten Schlafhygiene dazu, denn er baut Stress ab und macht auf längere Sicht müde.
Die Schlafumgebung sollte so sein, dass man gerne ins Bett geht. Die Temperatur im Schlafzimmer sollte bei rd. 16 bis 18 °C liegen – sonst wird es leicht zu warm oder zu kühl. Die Durchführung eines Einschlafrituals vor dem Schlafengehen hat sich bei Einschlafproblemen bewährt. Wer nachts aufwacht und nicht mehr einschlafen kann, sollte besser aufstehen und z.B. etwas lesen, als im Bett liegen zu bleiben und zu grübeln. Erst, wenn man wieder richtig müde ist, sollte man ins Bett gehen und weiterschlafen. Wichtig ist noch eines: Wer tagsüber schläft, braucht nachts weniger Schlaf. Deshalb sollte man auf ein Nickerchen am Tag verzichten, wenn man Schlafprobleme hat.

Schlafinduktion 
Anstoß zum Schlafen. Moderne Schlafmittel sorgen nicht dafür, dass man gleich einschläft, sondern tragen durch ihre beruhigende Wirkung dazu bei, das Einschlafen zu fördern.

Schlafkrankheit 
Die klassische Schlafkrankheit ist eine Erkrankung der Tropen, die Afrikanische Schlafkrankheit oder Afrikanische Trypanosomiasis. Daneben wird der Begriff für zwei weitere Erkrankungen gebraucht: für eine Form der Hirnentzündung, auch Enzephalitis lethargica oder Europäische Schlafkrankheit genannt, und für die Narkolepsie.
Die Afrikanische Schlafkrankheit wird durch bestimmte Parasiten, die Trypanosomen, hervorgerufen, die durch den Stich der Tsetse-Fliege übertragen werden können. Die Erkrankung verläuft unbehandelt in drei Stadien: Im ersten Stadium kommt es zu erkältungsähnlichen Symptomen wie Fieber, Schüttelfrost und Abgeschlagenheit. Auch ein Hautausschlag und Wassereinlagerungen (Ödeme) im Körper können auftreten. Im zweiten Stadium mehrere Monate nach der Infektion kommt es zu Verwirrtheit, Schlafproblemen sowie Koordinationsstörungen und Krampfanfällen. Im dritten Stadium schließlich verfällt der Erkrankte in eine Art schlafähnlichen Dämmerzustand, an dessen Ende der Tod steht. In den ersten zwei Stadien kann die Krankheit wirkungsvoll mit Medikamenten behandelt werden.
Die Europäische Schlafkrankheit äußert sich u.a. durch Tagesschläfrigkeit, „Schlafzwang“ sowie durch Trübungen des Bewusstseins. Die Erkrankung tritt heute jedoch kaum mehr auf.

Schlafkur 
Heute kaum mehr durchgeführte Behandlung (u.a. von Erschöpfungszuständen), bei der der Schlaf durch Schlafmittel hervorgerufen und über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten wird, nur unterbrochen für die Nahrungsaufnahme und andere, lebensnotwendige Tätigkeiten. Auf diese Form der Behandlung wird mittlerweile im Allgemeinen jedoch verzichtet, da Schlaf, der durch Schlafmittel induziert wird, nicht die gleiche Erholung bietet wie normaler Schlaf. Zudem kann es zu einer Abhängig von Schlafmitteln kommen.

Abteilung eines Krankenhauses oder Klinik, in der das Verhalten und die Lebensfunktionen eines Patienten während des Schlafs festgestellt bzw. gemessen werden können. Zu den Geräten, die in einem Schlaflabor zur Diagnose bereitstehen, zählen u.a. ein Gerät zur Messung der Hirnströme (EEG), zur Messung der Herzfunktion (EKG) und zur Registrierung von Augen- und Körperbewegungen. Auch Geräte, mit denen die Atemtätigkeit gemessen wird, sind in der Regel zu finden.

Schlaflähmung 
Schlafparalyse, Schlafstarre; Unfähigkeit, sich in bestimmten Schlafstadien bewegen zu können. Während des REM-Schlafs ist der Muskeltonus so stark herabgesetzt, dass Bewegungen unmöglich sind. Der wahrscheinliche Grund: Im Schlaf Erlebtes soll nicht in die Realität umgesetzt werden; heftige Körperbewegungen könnten sonst zu Verletzungen führen.
Auch während des Einschlafens oder des Erwachens kann es zu der Unfähigkeit sich zu bewegen kommen. Sie befinden sich nicht im Schlaf, sind sich der Schlaflähmung auch bewusst, doch ihnen gelingt es nicht, willentliche Bewegungen durchzuführen. Dieser Zustand dauert in der Regel nur kurz an. Die Veranlagung dazu wird vermutlich vererbt; bei Narkolepsiepatienten kommt diese Form der Schlaflähmung häufiger vor als bei Gesunden.
Schlaflatenztest, multipler
Abkürzung MSLT; im Schlaflabor durchgeführte Prüfung des Grads der Schläfrigkeit einer Person und der Schnelligkeit des Einschlafens nach einem normal langen nächtlichen Schlaf. Je schneller eine Person einschläft, umso größer ist die Tagesschläfrigkeit – eine Zeit unter fünf Minuten ist ein Indiz für eine übermäßige Schläfrigkeit.

Insomnie; die Unfähigkeit zu schlafen. Schlaflosigkeit über einen längeren Zeitraum gibt es nur ganz selten. In der Regel bezeichnet man umgangssprachlich Ein- und Durchschlafstörungen als Schlaflosigkeit.

Schlafmangelsyndrom 
Tagesschläfrigkeit, die durch einen chronischen Mangel an Schlaf hervorgerufen wurde und Reizbarkeit, Konzentrations- und Leistungsstörungen sowie Unruhe nach sich zieht, von den Betroffenen selbst jedoch oft gar nicht registriert wird. Im Schlaflabor schlafen die vom Schlafmangelsyndrom Betroffenen in der Regel in einer Zeit unter fünf Minuten ein. Durch normal lange Schlafphasen lässt sich das Schlafmangelsyndrom rasch wieder beheben.

Schlafmedizin 
Gebiet der Medizin, das sich mit allen Fragen rund um den Schlaf beschäftigt und auf die Erforschung und Behandlung von Krankheiten, die mit dem Schlaf zu tun haben bzw. im Schlaf auftreten, spezialisiert ist.

Hypnotika; Arzneimittel, die den Schlaf einleiten und aufrechterhalten können und u.a. zur Behandlung von Ein- sowie Durchschlafstörungen eingesetzt werden. Es gibt Mittel, die den Schlaf erzwingen, das heißt, das man als Folge der Einnahme sofort einschläft. Diese Medikamente werden heute jedoch kaum mehr eingesetzt. Heute greift man eher auf Mittel zurück, die den Schlaf einleiten. Der durch Schlafmittel hervorgerufene Schlaf soll hinsichtlich der Schlafarchitektur dem normalen Schlaf so weit wie möglich ähneln, um den gleichen Erholungscharakter zu besitzen. Abhängig von der Dosierung können Schlafmittel „nur“ beruhigend wirken oder sogar als Narkosemittel Verwendung finden.
Während man bis in die 1960er-Jahre vor allem Barbiturate als Schlafmittel einsetzte, sind es heute vorwiegend Benzodiazepine bzw. Benzodiazepin-Rezeptoragonisten (Tranquilizer), die beruhigend wirken und den Schlaf einleiten. Barbiturate werden heute gar nicht mehr als Ein- oder Durchschlafhilfe verordnet, da eine Überdosierung zum Tod führt. Nicht wenige Menschen verübten durch die Einnahme von Barbituraten Selbstmord. Eine Überdosis Benzodiazepine führt zwar auch zu einer schweren Vergiftung, aber in den meisten Fällen ist eine Rettung möglich.
Es gibt Benzodiazepine, die lang, mittellang und kurz wirken. Bei Ersteren tritt manchmal das Problem auf, dass sie noch nach dem Aufstehen nachwirken, Tagesschläfrigkeit hervorrufen und die Konzentration negativ beeinflussen (so genannter Hang-over-Effekt). Die Einnahme kurz wirkender Benzodiazepine hingegen kann bewirken, dass man nachts aufwacht und nicht wieder einschlafen kann. Bei mittellang wirksamen Benzodiazepinen treten beide Phänomene nur selten auf.
Schlafmittel werden im Allgemeinen nur für eine kurze Zeit verordnet, denn über eine längere Zeit eingenommen, können Benzodiazepine Abhängigkeit hervorrufen. Etwa fünf Prozent der deutschen Bevölkerung nehmen mehr oder weniger regelmäßig zur Behandlung ihrer Schlafstörungen Schlafmittel. Einer Entwöhnungsbehandlung unterziehen sich jährlich etwa 2000 Schlafmittelabhängige.