|
Sägezahnwellen
Im REM-Schlaf mit dem
Elektroenzephalogramm (EEG) gemessene Hirnströme,
die Theta-Wellen ähneln
und auf dem Papier oder dem Computer aussehen wie die
Zähne einer Säge.
Säuglings-Apnoe
Atemaussetzer bei reifen
Säuglingen, der rd. 20 Sekunden lang (aber auch
kürzer) andauert und mit Blässe, blauen
Lippen und stark verlangsamten Herzschlag einhergeht
und für den keine Ursache gefunden werden kann.
Nicht bei jedem Atemaussetzer handelt es sich um eine
Säuglings-Apnoe; bei den meisten Babys treten
aufgrund der mangelnden Reife des Atmungszentrums im
Gehirn kürzeres Atemaussetzer im Schlaf auf. Gehen
diese allerdings mit einem oder mehreren der oben
genannten Symptome einher, sollte man einen Arzt
aufsuchen.
Schichtarbeit
In der Regel in einem bestimmten
Rhythmus stattfindender Arbeitszeitwechsel. In
größeren Betrieben wird oft im
Dreischichtbetrieb gearbeitet, wobei sich die
Arbeitnehmer an ständig wechselnde Arbeitszeiten
(erste Woche morgens, zweite Woche nachmittags, dritte
Woche nachts) anpassen müssen. Insbesondere beim
Wechsel von der Tages- zur Nachtarbeit kommt es zu Schlafstörungen, denn die Arbeitnehmer müssen ihren
gewohnten Schlaf-wach-Rhythmus ändern. Ein
zusätzliches Problem ist oft, dass das
Schlafzimmer nicht ausreichend abgedunkelt wird, so
dass Sonnenlicht den Schlaf stören kann. Neben den
Schlafstörungen kommt es bei Schichtarbeit infolge
des gestörten Rhythmus oft auch zu anderen
körperlichen Problemen, z.B. zu
Verdauungsstörungen, aber auch zu Depressionen.
Zu den Maßnahmen, die
empfohlen werden, damit möglichst wenig
gesundheitliche Probleme auftreten, aber auch damit es
infolge zunehmender Konzentrationsstörungen
infolge möglichen Schlafmangels nicht zu mehr
Unfällen am Arbeitsplatz oder zu mehr Ausschuss in
der Produktion kommt, gehört der Betrieb in
Schichten, bei denen sich die Arbeitnehmer alle zwei
Tage abwechseln. Das heißt sie arbeiten zwei Tage
lang vormittags, zwei Tage lang nachmittags und zwei
Tage lang nachts. Auf diese Weise kann der an zwei
Tagen gestörte Nachtschlaf an den darauf folgenden
Tagen kompensiert werden.
Schlaf
Ruhezustand des Organismus.
Menschen schlafen in der Regel mit geschlossenen Augen.
Während des Schlafs sind sowohl Atem- als auch
Herzfrequenz erniedrigt und auch der Blutdruck sinkt.
Die meisten Menschen schlafen normalerweise im Liegen,
aber auch im Sitzen und sogar im Stehen ist das
Schlafen möglich. Während des Schlafs sind
die Körperbewegungen zumindest beim Gesunden stark
eingeschränkt, nicht zuletzt, um Aufwachreaktionen
zu vermeiden und die Verletzungsgefahr zu reduzieren.
Aus jedem der Schlafstadien ist
bei ausreichend starken äußeren Reizen ein
rasches Erwachen möglich.
Die genaue Funktion des Schlafs ist
bislang noch nicht vollständig geklärt. Aber
viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich
Körper und Geist während des Schlafs
regenerieren und dass der Organismus neue Energie
tankt. Für diese Annahme spricht auch, dass
während des Schlafs größere Mengen des Wachstumshormons ausgeschüttet werden, das u.a. auch bei
der Regeneration von geschädigtem Gewebe eine
wichtige Rolle spielt. Dem REM-Schlaf wird
eine wichtige Rolle für die Funktion des
Gedächtnisses zugesprochen. So sollen
Gedächtnisinhalte während dieser
Traumschlafphase stärker verankert und Gelerntes
somit besser behalten werden. Für diese Annahme
spricht auch die Tatsache, dass der REM-Schlaf bei
Neugeborenen und jungen Säuglingen den
größten Teil des Schlafs umfasst. Manche
Forscher gehen auch davon aus, dass im Schlaf das am
Tag Erlebte verarbeitet, eingeordnet und sozusagen
katalogisiert wird.
Schlaf ist lebensnotwendig; wird
einem Menschen der Schlaf vorenthalten bzw. zwangsweise
entzogen, stirbt er nach einer geraumen Zeit.
Schlaf, leichter
Oberbegriff für die ersten
beiden Non-REM-Schlafstadien, aus denen der Schläfer noch
vergleichsweise leicht erwacht.
Schlafambulanz
Sprechstunde der Schlafmediziner
einer Klinik, an die man sich bei Schlafstörungen wenden kann. In der Ambulanz wird
abgeklärt, ob weitere Untersuchungen, z.B. die
Überwachung und Überprüfung des Schlafs
im Schlaflabor, notwendig sind.
Apnoe.Von einer Schlaf-Apnoe redet
man, wenn während des Schlafs Atemaussetzer von
wenigstens zehn Sekunden Länge vorkommen,
während derer der Sauerstoffgehalt des Bluts zum
Teil bedenklich absinkt und der Kohlendioxidgehalt
steigt. Vom Schlaf-Apnoe-Syndrom ist dann die Rede,
wenn es als Folge der Atemaussetzer zu
Aufweckreaktionen des Körpers kommt, die von den
Betroffenen nicht bewusst wahrgenommen werden, aber
dazu führen, dass der Schlaf nicht erholsam ist
und der Betroffene am folgenden Tag sehr müde ist.
Unter Umständen nicken die Betroffenen deshalb am
folgenden Tag sogar in unpassenden Situationen (z.B.
beim Autofahren) kurzzeitig ein. Neben dieser
Tagesschläfrigkeit gehören zum
Schlaf-Apnoe-Syndrom noch weitere mögliche Folgen
der nächtlichen Atem-aussetzer, z.B. Bluthochdruck,
Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen, denn
nach der Weckreaktion des Körpers muss das Herz
stärker arbeiten, um den Körper rasch mit
sauerstoffreichem Blut zu versorgen. Auf Dauer kann es
ermüden und eine Herzschwäche auftreten; es
kann sich auch dauerhafter Bluthochdruck entwickeln und
der Herzschlag kann aus dem Takt geraten. Bei mehr als
zehn Atemaussetzern mit einer Dauer von mindestens zehn
Sekunden Länge pro Stunde, Tagesmüdigkeit und
möglicherweise auch einer der genannten
gesundheitlichen Folgen, ist das Vorliegen eines
Schlaf-Apnoe-Syndroms sehr wahrscheinlich.
Abhängig von der Ursache
unterscheidet man verschiedene Formen der Schlaf-Apnoe:
Bei der zentralen Schlaf-Apnoe liegt eine
Schädigung des zentralen Nervensystems vor –
der Atemantrieb erfolgt nicht mehr unwillkürlich
und automatisch. Die häufigsten Formen jedoch sind
die obstruktive und die gemischte Schlaf-Apnoe. Die
obstruktive und die gemischte Schlaf-Apnoe werden
nahezu gleich behandelt, die zentrale Schlaf-Apnoe, die
andere Ursachen hat und sich mit anderen Symptomen
äußert als die erstgenannten Formen, bedarf
einer speziellen Behandlung.
Bei der obstruktiven Schlaf-Apnoe
liegt die Ursache der Atemaussetzer in einer Verengung
der oberen Atemwege, genauer des Nasen-Rachen-Raums.
Eine gewisse Erschlaffung und damit auch eine gewisse
Verengung des Nasen-Rachen-Raums während des
Schlafs ist ganz normal, da der Körper nicht den
gleichen Muskeltonus aufrechterhält wie im
Wachzustand. Bei Personen mit Schlaf-Apnoe hingegen
verengt sich dieser Bereich zusätzlich; die Zunge
verlagert sich nach hinten und der Nasen-Rachen-Raum
wird enggestellt, so dass die Atmung behindert ist. Zu
den Ursachen gehört u.a. starkes Übergewicht,
da sich auch im Rachen Fett ablagert. Genauso
können Fehlbildungen des Kiefers, der Zunge und
des Gaumens sowie Kieferfehlstellungen die Luftzufuhr
im Nasen-Rachen-Raum behindern. Auch können so
genannte neuromuskuläre Ursachen vorliegen, das
heißt die Kommunikation zwischen den Nerven und
der Muskulatur des Nasen-Rachen-Raums, die die Atemwege
eng und weit stellt, ist gestört. Ursache kann
z.B. der Konsum vom Alkohol oder die Einnahme von
Beruhigungsmitteln bzw. Medikamenten sein, welche zur
Entspannung der Muskulatur beitragen. Vom obstruktiven
Schlaf-Apnoe-Syndrom (OSAS) spricht man, wenn eine
Verengung der Atemwege nachts zu Atemaussetzern
führt und als Folge Tagesschläfrigkeit und
möglicherweise auch gesundheitliche Probleme
auftreten.
Bei der gemischten Schlaf-Apnoe
liegt die Ursache der Atemaussetzer sowohl im zentralen
Nervensystem als auch in einer Verengung des
Nasen-Rachen-Raums während des Schlafs.
Im Schlaf macht sich eine
Schlaf-Apnoe hauptsächlich durch kräftiges,
manchmal extrem lautes Schnarchen
bemerkbar, das durch Atemaussetzer und nachfolgend
manchmal kräftigem Luftschnappen unterbrochen
wird. Häufig machen die im gleichen Raum
schlafenden Lebenspartner die Betroffenen auf ihr
Leiden aufmerksam, von dem sie selbst nachts nichts
bemerken. Tagsüber leiden Schlaf-Apnoiker jedoch
unter den Folgen der Atempausen und der
anschließenden Weckreaktion. Sie sind anhaltend
müde, nicken teilweise zu unpassenden Zeiten kurz
ein (so genannter Sekundenschlaf), haben mit einer
mangelnden Konzentrations- und Leistungsfähigkeit
zu kämpfen und sind oft reizbar. Als Folge
entwickeln sich zum Teil sogar Depressionen.
Betroffene Männer klagen nicht selten unter
Potenzproblemen. Auch Kopfschmerzen beim Erwachen und
Schwindelgefühle können sich einstellen.
Nachts schwitzen die Betroffenen oft stark.
Stressbedingte Erkrankungen wie Tinnitus (ständige
Ohrgeräusche) oder Hörsturz kommen bei
Schlaf-Apnoikern häufiger vor. Die Probleme mit
Herz und Blutdruck, die als Folge eines unbehandelten
Schlaf-Apnoe-Syndroms möglicherweise entstehen,
erhöhen das Risiko für einen Herzinfarkt bzw.
einen Schlaganfall. Auch Diabetes mellitus,
umgangssprachlich als Zuckerkrankheit bezeichnet, tritt
bei Schlaf-Apnoikern häufiger auf. Lautes
Schnarchen, gepaart mit zahlreichen Atemaussetzern
sollte deshalb immer ein Warnsignal sein.
Zu den Risikofaktoren für ein
Schlaf-Apnoe-Syndrom zählen starkes
Übergewicht, Probleme mit der Nasenatmung, z.B.
aufgrund einer Verkrümmung der Nasenscheidewand,
eine erbliche Veranlagung für einen schlaffen
Muskeltonus im Rachen, Kiefer-, Gaumen- und
Zungenfehlbildungen sowie Kieferfehlstellungen sowie
der abendliche Genuss von Alkohol und die Einnahme von Schlafmitteln oder beruhigend wirkenden bzw. den
Muskeltonus herabsetzenden Medikamenten.
Diagnostiziert wird eine
Schlaf-Apnoe in der Regel durch die Messung der
Körperfunktionen im Schlaf, z.B. mit Hilfe eines
tragbaren Messgeräts, das dem Patienten mit nach
Hause gegeben wird. Nicht selten ist jedoch auch eine
ausführliche Untersuchung im Schlaf-Labor
notwendig. Der Patient muss dort eine Nacht verbringen.
Währenddessen werden verschiedene
Körperfunktionen während des Schlafs gemessen
und aufgezeichnet.
Zur Behandlung der Schlaf-Apnoe
werden oft verschiedene Therapiemöglichkeiten
miteinander kombiniert. Personen mit Übergewicht
wird in aller Regel eine Gewichtsabnahme empfohlen, um
mögliche Engstellen im Rachenraum zu beseitigen.
Die Patienten müssen auf den Konsum von Alkohol
sowie die Einnahme von Medikamenten verzichten, die die
Symptome verstärken. Zunächst wird
zusätzlich oft eine medikamentöse Therapie
eingeleitet. Die Patienten erhalten den Wirkstoff
Theophyllin, der auch zur Behandlung von Asthma bronchiale eingesetzt wird und die Atmung anregt.
Leider reicht die medikamentöse Behandlung oft
nicht aus.
Als beste Möglichkeit der
Behandlung gilt die Überdruckatmung. Bei dieser Therapie muss der Patient
nachts eine Atemmaske tragen, die mit einem speziellen
Gerät zur Überdruckatmung verbunden ist. Durch die Atemmaske strömt
Luft mit erhöhtem Druck in die Atemwege und
hält diese offen, so dass es nicht länger zu
Atemaussetzern kommen kann. Es gibt verschiedene
Methoden der Überdruckatmung (nCPAP, BiPAP, TNI-Therapie). Zu den Nachteilen dieser
Behandlungsmethode gehören die lebenslange
Abhängigkeit von dem Gerät sowie die
Lautstärke mancher Geräte. Auch die
Schleimhäute der Atemwege können trockener
sein als normale. Ändern sich äußere
Bedingungen, welche einen Einfluss auf die
Atemaussetzer haben können (z.B. das
Körpergewicht), muss möglicherweise die
Beatmung angepasst werden.
Unter Umständen, z.B. bei
Kieferfehlstellungen oder Krümmungen der
Nasenscheidewand, kann auch eine Operation Abhilfe beim
Schlaf-Apnoe-Syndrom schaffen. Eine so genannte
Uvulopalatopharyngoplastik (UPPP), bei der Vergrößerungen der
Gaumensegel, des weichen Gaumens und des Zäpfchens
sowie oft auch die Gaumenmandeln operativ entfernt
werden, kann unter Umständen sinnvoll sein. Da
dieser Eingriff aber die apparative
Überdruckatmung erschweren kann, sollte zuvor
getestet werden, ob nicht die Überdruckatmung
allein bereits ausreicht, um das Schlaf-Apnoe-Syndrom
zu behandeln.
Beim zentralen
Schlaf-Apnoe-Syndrom, das im Vergleich zum OSAS selten
vorkommt, fehlt häufig das Symptom des
Schnarchens. Stattdessen erwachen die Patienten mit dem
Gefühl, ersticken zu müssen. Allerdings
gehört Tagesschläfrigkeit nur selten zu den
Symptomen der Krankheit, Konzentrationsstörungen
und Einschränkungen der Leistungsfähigkeit
hingegen sind häufig. Die Behandlung besteht
manchmal in einer apparativen Therapie mit der nCPAP
sowie der Gabe von Sauerstoff, häufiger kommt
jedoch die Gabe des Wirkstoffs Azetazomamid infrage.
Manchmal ist auch eine vollständige Beatmung, die
zu Hause durchgeführt werden kann, mit der so
genannten IPPV (engl.; intermittent positive pressure
ventilation; Beatmung mit intermittierend positivem
Druck) notwendig.
Auch Kinder können bereits
unter einem Schlaf-Apnoe-Syndrom leiden. Eltern sollten
hellhörig werden, wenn ihr Kind nachts häufig
schnarcht, ohne dass z.B. eine Erkältung vorliegt.
Auch längere Atemaussetzer sollten Eltern stutzig
machen. Unter Umständen kann die Ursache in einer
vergrößerten Rachenmandel, einer gutartigen
adenoiden Wucherung, liegen, was operativ problemlos
behoben werden kann.
Schlafstruktur, Schlafmuster;
Aufbau des Schlafs, der in der Regel einem bestimmten
Muster – von den leichten Schlafstadien
bis hin zum Tief- und REM-Schlaf –
folgt.
Schlafattacke
Plötzlicher Drang zu schlafen,
dem die Betroffenen unbedingt nachgeben müssen. Zu
solchen Schlafattacken kommt es z.B. im Rahmen der
Krankheit Narkolepsie.
|
|
Menge des Schlafs, die eine Person
braucht, um sich ausgeruht und wohl zu fühlen. Der
Schlafbedarf variiert im Laufe eines Lebens; so
brauchen Säuglinge beispielsweise noch sehr viel
Schlaf (zwölf bis 15 Stunden täglich,
manchmal sogar mehr), Erwachsenen reichen
durchschnittlich sieben bis neun Stunden, Kurzschläfer brauchen weniger, Langschläfer mehr. Im Alter sinkt der Schlafbedarf im
Vergleich zu früheren Jahren oft ebenfalls.
Zeit zwischen dem Eintreten in das
Schlafstadium Non-REM 1 und dem Erwachen. Die Dauer des
Schlafs sollte abhängig vom Schlafbedarf sein,
oft ist sie aber aufgrund äußerer
Gegebenheiten (z.B. später Einschlafzeit und
frühem Arbeitsbeginn) kürzer.
Schlafdefizit
Ist die Schlafdauer kürzer als der individuelle Schlafbedarf, kommt es zu einem Mangel an Schlaf. Ein
solches Schlafdefizit hat oft Tagesmüdigkeit,
Konzentrationsstörungen und eine verminderte
Leistungsfähigkeit zur Folge. Vollständig
ausgeglichen werden kann ein Schlafdefizit durch eine
erhöhte Schlafdauer in einer der Folgenächte
in der Regel meist nicht; der REM-Schlaf z.B.
kann nicht vollständig nachgeholt werden.
Schlafdrucklähmung
Verletzung eines Nervs infolge
langen Liegens auf der betroffenen Stelle. Liegt man
sehr lange mit dem Körper oder dem Kopf z.B. auf
dem Arm, wird zusätzlich die Blutzufuhr
eingeschränkt, der Nerv wird nicht ausreichend mit
Blut und Sauerstoff versorgt. Die
Schlafdrucklähmung ist sehr häufig die Folge
eines ausgesprochen tiefen Schlafs, z.B. infolge eines
Rauschzustands.
Schlafendokrinologie
Wissenschaft, die sich mit der
Ausschüttung von Hormonen während der
verschiedenen Schlafstadien befasst.
Schlafentzug
Einschränkung oder
völliges Entfallen von Schlafenszeiten.
Schlafentzug wird z.B. in der Therapie von Depressionen
eingesetzt, kommt unwillentlich bei Schlafstörungen und infolge von Krankheiten vor, dient aber
auch als Foltermethode. Im Dienste der Wissenschaft
werden Menschen ebenfalls am Schlafen gehindert, z.B.
um festzustellen, welche Veränderungen im
Körper sich bei Schlafentzug feststellen lassen.
Nach zu wenig oder gar keinem Schlaf stellt sich in der
Regel Tagesmüdigkeit ein, auch kann es zu kurzem
Einnicken am Tag, dem Sekundenschlaf, kommen. Die
Betroffenen sind oft gereizt, unkonzentriert und
weniger leistungsfähig; bei der Arbeit machen sie
häufiger Fehler. Bei starkem Schlafmangel kann
sich auch das Denken verändern, Wahnvorstellungen
können auftreten. Aus diesem Grund wird
Schlafentzug auch als Foltermethode eingesetzt.
Über einen längeren Zeitraum (mehrere Monate)
andauernder Schlafentzug, wie er bei der letalen
familiären Insomnie
vorkommt, führt letztlich zu Demenz und zum Tod.
Auf Depressionen kann sich
Schlafentzug jedoch positiv auswirken. Die Betroffenen
müssen hierbei entweder eine ganze oder eine halbe
Nacht wach bleiben. Oft fühlen sie sich am
folgenden Tag wohler. Als Dauerbehandlung eignet sich
Schlafentzug jedoch nicht – er darf nur hin und
wieder durchgeführt werden. Der Weltrekord im
Wachbleiben liegt übrigens bei elf Tagen und elf
Nächten und wurde 1964 aufgestellt.
Schlafepilepsie
Anfallserkrankung, bei der die
Anfälle häufiger im Schlaf als im Wachzustand
auftreten.
Schlafgewohnheiten
Alle regelmäßig
ablaufenden Verhaltensweisen vor, zum Teil auch
während des Schlafs. Zu diesen Gewohnheiten
zählen z.B. die üblichen Bettgeh- und
Aufstehzeiten, die Tätigkeiten, die vor dem
Schlafengehen erledigt werden und mit diesem in
Zusammenhang stehen, z.B. das Lesen oder Fernsehen im
Bett vor dem Einschlafen oder das Revuepassierenlassen
des Tages in Gedanken. Auch regelmäßig
verwendete Einschlafhilfen wie warme Bäder bzw. der Konsum
schlaffördernder Getränke zählen zu den
Schlafgewohnheiten, genauso die Körperhaltung, in
der man am liebsten einschläft.
Insbesondere bei Schlafstörungen sollte der Arzt über die
Schlafgewohnheiten seines Patienten informiert werden,
um mögliche Probleme (z.B. das Trinken von Alkohol vor
dem Einschlafen) erkennen und beseitigen zu
können. Dafür muss der Patient im Allgemeinen
Buch über seine Schlafgewohnheiten führen (Schlaftagebuch).
Oberbegriff für alle
Verhaltensweisen und Maßnahmen, die einen
gesunden, erholsamen Schlaf ohne subjektiv empfundene
Störungen gewährleisten. Einige einfache
Regeln können oft bereits helfen, leichte Schlafstörungen zu beheben. So sollte man z.B. täglich
zur etwa gleichen Zeit ins Bett gehen und wieder
aufstehen – auch am Wochenende. Man sollte nur
die Zeit im Bett verbringen, die man auch wirklich in
der letzten Zeit im Durchschnitt geschlafen hat. Das
kann weniger Zeit sein, als man vermutet – meist
pendelt sich die Schlaflänge zunächst auf ca.
sieben Stunden ein. Die letzte größere
Mahlzeit vor dem Zubettgehen sollte wenigstens drei
Stunden her sein, ein kleiner Imbiss vor dem
Schlafengehen schadet hingegen nicht – der kann
bei Menschen, die nachts hungrig aufwachen, sogar sehr
sinnvoll sein. Das letzte koffein- oder alkoholhaltige
Getränk sollte wenigstens vier Stunden vor dem
Schlafengehen getrunken werden. Alkohol
sollte nur in Maßen genossen werden, da sein
Konsum den Schlaf erheblich stören kann. Auch auf
das Rauchen vor dem Schlafengehen sollte man
verzichten. Auf Sport direkt vor dem Schlafen sollte
man ebenfalls verzichten; die letzte sportliche
Aktivität sollte wenigstens zwei Stunden her sein.
Allerdings gehört Sport zu einer guten
Schlafhygiene dazu, denn er baut Stress ab und macht auf längere Sicht
müde.
Die Schlafumgebung sollte so sein,
dass man gerne ins Bett geht. Die Temperatur im
Schlafzimmer sollte bei rd. 16 bis 18 °C liegen
– sonst wird es leicht zu warm oder zu kühl.
Die Durchführung eines Einschlafrituals vor dem Schlafengehen hat sich bei
Einschlafproblemen bewährt. Wer nachts aufwacht
und nicht mehr einschlafen kann, sollte besser
aufstehen und z.B. etwas lesen, als im Bett liegen zu
bleiben und zu grübeln. Erst, wenn man wieder
richtig müde ist, sollte man ins Bett gehen und
weiterschlafen. Wichtig ist noch eines: Wer
tagsüber schläft, braucht nachts weniger
Schlaf. Deshalb sollte man auf ein Nickerchen am Tag
verzichten, wenn man Schlafprobleme hat.
Schlafinduktion
Anstoß zum Schlafen. Moderne Schlafmittel sorgen nicht dafür, dass man gleich
einschläft, sondern tragen durch ihre beruhigende
Wirkung dazu bei, das Einschlafen zu fördern.
Schlafkrankheit
Die klassische Schlafkrankheit ist
eine Erkrankung der Tropen, die Afrikanische
Schlafkrankheit oder Afrikanische Trypanosomiasis.
Daneben wird der Begriff für zwei weitere
Erkrankungen gebraucht: für eine Form der
Hirnentzündung, auch Enzephalitis lethargica oder
Europäische Schlafkrankheit genannt, und für
die Narkolepsie.
Die Afrikanische Schlafkrankheit
wird durch bestimmte Parasiten, die Trypanosomen,
hervorgerufen, die durch den Stich der Tsetse-Fliege
übertragen werden können. Die Erkrankung
verläuft unbehandelt in drei Stadien: Im ersten
Stadium kommt es zu erkältungsähnlichen
Symptomen wie Fieber, Schüttelfrost und
Abgeschlagenheit. Auch ein Hautausschlag und
Wassereinlagerungen (Ödeme) im Körper
können auftreten. Im zweiten Stadium mehrere
Monate nach der Infektion kommt es zu Verwirrtheit,
Schlafproblemen sowie Koordinationsstörungen und
Krampfanfällen. Im dritten Stadium
schließlich verfällt der Erkrankte in eine
Art schlafähnlichen Dämmerzustand, an dessen
Ende der Tod steht. In den ersten zwei Stadien kann die
Krankheit wirkungsvoll mit Medikamenten behandelt
werden.
Die Europäische
Schlafkrankheit äußert sich u.a. durch
Tagesschläfrigkeit, „Schlafzwang“
sowie durch Trübungen des Bewusstseins. Die
Erkrankung tritt heute jedoch kaum mehr auf.
Schlafkur
Heute kaum mehr durchgeführte
Behandlung (u.a. von Erschöpfungszuständen),
bei der der Schlaf durch Schlafmittel hervorgerufen und über einen
längeren Zeitraum aufrechterhalten wird, nur
unterbrochen für die Nahrungsaufnahme und andere,
lebensnotwendige Tätigkeiten. Auf diese Form der
Behandlung wird mittlerweile im Allgemeinen jedoch
verzichtet, da Schlaf, der durch Schlafmittel induziert
wird, nicht die gleiche Erholung bietet wie normaler
Schlaf. Zudem kann es zu einer Abhängig von
Schlafmitteln kommen.
Abteilung eines Krankenhauses oder
Klinik, in der das Verhalten und die Lebensfunktionen
eines Patienten während des Schlafs festgestellt
bzw. gemessen werden können. Zu den Geräten,
die in einem Schlaflabor zur Diagnose bereitstehen,
zählen u.a. ein Gerät zur Messung der
Hirnströme (EEG), zur Messung der Herzfunktion
(EKG) und zur Registrierung von Augen- und
Körperbewegungen. Auch Geräte, mit denen die
Atemtätigkeit gemessen wird, sind in der Regel zu
finden.
Schlaflähmung
Schlafparalyse, Schlafstarre;
Unfähigkeit, sich in bestimmten Schlafstadien
bewegen zu können. Während des REM-Schlafs ist
der Muskeltonus so stark herabgesetzt, dass Bewegungen
unmöglich sind. Der wahrscheinliche Grund: Im
Schlaf Erlebtes soll nicht in die Realität
umgesetzt werden; heftige Körperbewegungen
könnten sonst zu Verletzungen führen.
Auch während des Einschlafens
oder des Erwachens kann es zu der Unfähigkeit sich
zu bewegen kommen. Sie befinden sich nicht im Schlaf,
sind sich der Schlaflähmung auch bewusst, doch
ihnen gelingt es nicht, willentliche Bewegungen
durchzuführen. Dieser Zustand dauert in der Regel
nur kurz an. Die Veranlagung dazu wird vermutlich
vererbt; bei Narkolepsiepatienten kommt diese Form der
Schlaflähmung häufiger vor als bei Gesunden.
Schlaflatenztest, multipler
Abkürzung MSLT; im Schlaflabor durchgeführte Prüfung des
Grads der Schläfrigkeit einer Person und der
Schnelligkeit des Einschlafens nach einem normal langen
nächtlichen Schlaf. Je schneller eine Person
einschläft, umso größer ist die
Tagesschläfrigkeit – eine Zeit unter
fünf Minuten ist ein Indiz für eine
übermäßige Schläfrigkeit.
Insomnie; die Unfähigkeit zu
schlafen. Schlaflosigkeit über einen längeren
Zeitraum gibt es nur ganz selten. In der Regel
bezeichnet man umgangssprachlich Ein- und
Durchschlafstörungen als Schlaflosigkeit.
Schlafmangelsyndrom
Tagesschläfrigkeit, die durch
einen chronischen Mangel an Schlaf hervorgerufen wurde
und Reizbarkeit, Konzentrations- und
Leistungsstörungen sowie Unruhe nach sich zieht,
von den Betroffenen selbst jedoch oft gar nicht
registriert wird. Im Schlaflabor schlafen die vom
Schlafmangelsyndrom Betroffenen in der Regel in einer
Zeit unter fünf Minuten ein. Durch normal lange
Schlafphasen lässt sich das Schlafmangelsyndrom
rasch wieder beheben.
Schlafmedizin
Gebiet der Medizin, das sich mit
allen Fragen rund um den Schlaf beschäftigt und
auf die Erforschung und Behandlung von Krankheiten, die
mit dem Schlaf zu tun haben bzw. im Schlaf auftreten,
spezialisiert ist.
Hypnotika; Arzneimittel, die den
Schlaf einleiten und aufrechterhalten können und
u.a. zur Behandlung von Ein- sowie
Durchschlafstörungen eingesetzt werden. Es gibt
Mittel, die den Schlaf erzwingen, das heißt, das
man als Folge der Einnahme sofort einschläft.
Diese Medikamente werden heute jedoch kaum mehr
eingesetzt. Heute greift man eher auf Mittel
zurück, die den Schlaf einleiten. Der durch
Schlafmittel hervorgerufene Schlaf soll hinsichtlich
der Schlafarchitektur dem normalen Schlaf so weit wie
möglich ähneln, um den gleichen
Erholungscharakter zu besitzen. Abhängig von der
Dosierung können Schlafmittel „nur“
beruhigend wirken oder sogar als Narkosemittel
Verwendung finden.
Während man bis in die
1960er-Jahre vor allem Barbiturate
als Schlafmittel einsetzte, sind es heute vorwiegend
Benzodiazepine bzw. Benzodiazepin-Rezeptoragonisten (Tranquilizer),
die beruhigend wirken und den Schlaf einleiten.
Barbiturate werden heute gar nicht mehr als Ein- oder
Durchschlafhilfe verordnet, da eine Überdosierung
zum Tod führt. Nicht wenige Menschen verübten
durch die Einnahme von Barbituraten Selbstmord. Eine
Überdosis Benzodiazepine führt zwar auch zu
einer schweren Vergiftung, aber in den meisten
Fällen ist eine Rettung möglich.
Es gibt Benzodiazepine, die lang,
mittellang und kurz wirken. Bei Ersteren tritt manchmal
das Problem auf, dass sie noch nach dem Aufstehen
nachwirken, Tagesschläfrigkeit hervorrufen und die
Konzentration negativ beeinflussen (so genannter
Hang-over-Effekt). Die Einnahme kurz wirkender
Benzodiazepine hingegen kann bewirken, dass man nachts
aufwacht und nicht wieder einschlafen kann. Bei
mittellang wirksamen Benzodiazepinen treten beide
Phänomene nur selten auf.
Schlafmittel werden im Allgemeinen
nur für eine kurze Zeit verordnet, denn über
eine längere Zeit eingenommen, können
Benzodiazepine Abhängigkeit hervorrufen. Etwa fünf Prozent der
deutschen Bevölkerung nehmen mehr oder weniger
regelmäßig zur Behandlung ihrer
Schlafstörungen Schlafmittel. Einer
Entwöhnungsbehandlung unterziehen sich
jährlich etwa 2000 Schlafmittelabhängige.
|