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Sekundenschlaf – Ursache zahlreicher Unfälle
Ausgewählte Artikel
Heft 3/2008



Sekundenschlaf
Ursache zahlreicher Unfälle

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von Dr. Magda Antonic

Schlafstörungen beeinträchtigen auch die Wachheit bei Tage; und das kann gefährlich werden. Schätzungsweise ein Drittel aller Verkehrsunfälle ist auf Übermüdung des Kraftfahrers zurückzuführen. Wer am Steuer einnickt – auch wenn es nur für ein paar Sekunden ist –, der wacht unter Umständen auf der Intensivstation oder gar nicht mehr auf. Untersuchungen im Straßenverkehr haben gezeigt, dass wahrscheinlich jeder zehnte Kraftfahrer, der auf der Autobahn an uns vorbeifährt, aufgrund von Müdigkeit eigentlich absolut fahruntüchtig ist! Er weiß es nur nicht.
Das Schlimme an der Sache ist nämlich, dass übermüdete Fahrer sich häufig überschätzen. Sie glauben, noch kilometerweit weiterfahren zu können, obwohl sie dem Sekundenschlaf am Steuer schon gefährlich nahe sind. Deshalb ist es gut, die Risikofaktoren und Warnsignale zu kennen.
Hauptrisikofaktoren für das gefährliche Einnicken am Steuer sind Schlafstörungen und eine zu lange Fahrzeit. Wenn der Nachtschlaf zu kurz war (z. B. bei Urlaubsreisenden, die morgens um drei Uhr schon losfahren), ist mit einem erhöhten Unfallrisiko zu rechnen. Diesen Fehler machen bei Urlaubsreisen mit dem Auto leider viele Menschen: Um möglichst zeitig anzukommen und den Staus auf den Autobahnen zu entgehen, steht man mitten in der Nacht auf. In erschöpftem Zustand („urlaubsreif“) und nach nur halb so viel Schlaf wie sonst fahren Urlauber am ersten Urlaubstag oft ein Vielfaches der Kilometerzahlen, die sie normalerweise gewohnt sind. Und irgendwann holt die Müdigkeit sie dann ein. Besser ist es also, vor weiten Fahrten ausreichend lange zu schlafen, Fahrten bei Nacht oder in den frühen Morgenstunden zu vermeiden und alle zwei Stunden eine Pause von mindestens zehn Minuten einzulegen.
Hitze (v. a. in Kraftfahrzeugen ohne Klimaanlage) begünstigt die gefährliche Schläfrigkeit am Steuer noch – ein weiteres Problem, das man bei der Fahrt in den Sommerurlaub unbedingt berücksichtigen sollte. Ein weiterer wichtiger Risikofaktor sind monotone Fahrsituationen, also z. B. eine nächtliche Autofahrt bei relativ geringem Verkehrsaufkommen. Solche Situationen rufen leicht Schläfrigkeit hervor.
Die Alarmsignale sind von Mensch zu Mensch verschieden; die häufigsten Anzeichen von Müdigkeit sind jedoch Gähnen, schwere oder herabsinkende Augenlider, verschwommene Sicht, Frösteln, verlangsamtes Reaktionsvermögen, schlenkerndes Fahren und Abkommen von der Fahrspur. Ein Alarmzeichen ist es auch, wenn man sich nicht mehr an die letzten gefahrenen Kilometer erinnern kann. Bei den ersten Anzeichen von Müdigkeit sollte man die nächste Parkmöglichkeit suchen und sich ein zehn- bis zwanzigminütiges Nickerchen gönnen (nicht länger, sonst gerät man womöglich in eine Tiefschlafphase, und dann fällt es hinterher schwer, wieder richtig wach zu werden). Lassen Sie sich von Ihrem Partner, einem Wecker oder dem Handy wecken. Nach dem Schläfchen trinken Sie eine Tasse Kaffee. Sie können die Reihenfolge auch umkehren (also zuerst der Kaffee und dann das Schläfchen), denn der Kaffee entfaltet seine wach machende Wirkung erst nach circa 20 Minuten, sodass er Sie nicht beim Schlafen stört. Anschließend setzen Sie sich wach und erholt wieder ans Steuer und setzen die Fahrt fort. Allerdings schützt auch Kaffee nicht vor Müdigkeit bei zu langen Autofahrten. Also nehmen Sie lieber öfter einmal einen Fahrerwechsel vor oder teilen Sie sich längere Fahrten in mehrere kleinere Etappen auf!

So verhindern Sie den gefährlichen „Sekundenschlaf“
• Bei läng