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Wie man sich bettet, so liegt man...
So finden Sie die richtige Matratze
von Marion Zerbst

Sich bei der Vielfalt an Matratzen, die in Bettengeschäften angeboten werden, noch durchzufinden, ist gar nicht so einfach. Aber der Matratzenkauf ist eine wichtige Entscheidung – schließlich werden Sie die nächsten zehn Jahre auf dem guten Stück liegen. Deshalb möchten wir Ihnen hier eine kleine Orientierungshilfe bieten, die Ihnen die Qual der Wahl ein wenig erleichtert.

Die ideale Matratze für jedermann gibt es nicht. Denn jeder Mensch hat andere Vorlieben und Schlafgewohnheiten – der eine schläft am liebsten hart, der andere eher weich, der eine hat ein großes Schlafzimmer, der andere vielleicht nur eine winzig kleine Schlafnische in einem Ein-Zimmer-Apartment. Trotz dieser Unterschiede kann jeder die richtige Matratze für sich finden – er muss sich nur ein bisschen auskennen.
Die am häufigsten gekauften Matratzen sind Federkern-, Kaltschaum- und Latexmatratzen, während Wasserbetten, Futons und Matratzen aus Naturmaterialien wie Stroh oder Kokosfasern eher etwas für »Spezialisten« sind.

Federkernmatratzen: atmungsaktiv und preisgünstig
Das »Innenleben« von Federkernmatratzen besteht aus einem Geflecht von Stahlfedern. Dieser Federkern ist von Polstermaterialien (Wolle, Baumwolle oder Schaumstoff) umhüllt. Am bekanntesten sind die Matratzen mit dem in einzelne Taschen eingenähten Taschenfederkern. Dank ihres luftigen Innenlebens zeichnen Federkernmatratzen sich durch eine gute Atmungsaktivität aus; außerdem haben sie den Vorteil, dass sie relativ preisgünstig sind und auf fast jeden Unterbau gelegt werden können. Experten kritisieren allerdings die mangelnde Punktelastizität (die für die Anpassung der Matratze an den Körper des Schläfers verantwortlich ist).

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Latex- und Kaltschaummatratzen
Latex ist eine Kautschuk-Schaumfüllung, wobei es neben Naturlatex (aus den Säften des tropischen Kautschukbaums) mittlerweile auch Synthese-Latex gibt. Die meisten Latexmatratzen bestehen aus einer Mischung aus beidem – reine Naturlatexmatratzen sind selten. Die in den Matratzen enthaltenen Hohlräume sorgen für gute Wärmeisolation und guten Feuchtigkeitstransport; auch die Punktelastizität ist weitgehend optimal. Als weiterer Vorteil kommt hinzu, dass Latexmatratzen staubfrei und relativ hygienisch sind. Das Liegeverhalten variiert von weich und nachgiebig bis ziemlich fest; daher sollte man auf jeden Fall Probe liegen – was ohnehin bei jeder Matratze zu empfehlen und in guten Betten- bzw. Matratzengeschäften auch kein Problem ist. Für Latexmatratzen braucht man einen speziellen Lattenrost (siehe Kasten unten), ebenso für Matratzen mit synthetischer Kaltschaumfüllung. Dank seiner unregelmäßigen, groben Porenstruktur ist Kaltschaum sehr feuchtigkeitsdurchlässig und atmungsaktiv. Kaltschaummatratzen sind ziemlich elastisch; man liegt darauf weicher als auf einer Matratze aus Naturlatex.

Wasserbetten
Die Erfinder des Wasserbetts waren eigentlich die persischen Nomaden: Man weiß, dass sie früher auf mit Wasser gefüllten Matratzen aus Ziegenhäuten schliefen. Das heutige Wasserbett jedoch wurde in den Sechzigerjahren in den USA entwickelt und ist eine recht aufwendige und daher auch nicht gerade billige Angelegenheit: Je nach Größe und Bauart braucht man dafür mehrere hundert Liter Wasser. So ein Bett hat natürlich auch ein entsprechendes Gewicht und kann nicht einfach nach Belieben von einer Ecke des Schlafzimmers in die andere verschoben werden.
Durch eine thermostatgesteuerte Heizung wird das Wasserbett kontinuierlich temperiert – angenehm, weil man immer in ein warmes Bett steigt, aber natürlich auch mit Heizkosten verbunden. Zudem müssen Wasserbetten vom Fachmann aufgebaut und wegen der Wasseraufbereitung und Heizung regelmäßig gewartet werden. Aufgrund des geschlossenen Wasserkerns sind Durchlüftung und Feuchtigkeitstransport nach unten zwangsläufig nicht gegeben; man braucht dicke, flauschige Auflagen, die die Feuchtigkeit aufnehmen. Manchen Menschen ist auch der »Wellengang« unangenehm: Sie mögen es nicht, wenn das Bett bei jeder Bewegung nachgibt und unter ihnen zu schwanken anfängt. Das ist aber kein Problem, denn es gibt auch Wasserbetten mit weniger Wasser und mehr Schaumstoff oder anderen Einlagen im Kern, die die Schwingungen des Wassers dämpfen. Trotzdem – so bemängeln Schlafexperten – ist das Bett zu nachgiebig und bietet dem Körper nicht genügend Unterstützung: Ausgerechnet da, wo der Körper am schwersten ist und die Matratze ihm einen gewissen Halt bieten sollte – also in der Schulter- und Beckengegend – weicht das Wasser aus, sodass man in Rückenlage mit leichtem Rundrücken und in Bauchlage mit Hohlkreuz schläft. Beides ist für die Wirbelsäule auf Dauer ungesund. Auch ein Lagewechsel während des Schlafens ist aufgrund der Nachgiebigkeit des Bettes schwierig. In der Werbung wird gerade das ruhige, bewegungslose Schlafen als besonderer Vorteil des Wasserbetts angepriesen. Schlafforscher melden hier jedoch Bedenken an: Ein gewisses Maß an Bewegung und Positionswechsel ist nachts ebenso wünschenswert wie bei Tage.

Matratzen aus Naturmaterialien
Daneben gibt es auch noch Matratzen aus verschiedenen Naturmaterialien wie beispielsweise Wolle, Rosshaar, Stroh, Kokosfasern etc. Wollmatratzen sind mit Schafschurwolle gefüllt und sorgen für einen guten Feuchtigkeitstransport; denn Schurwolle besitzt die Fähigkeit, in ihren Kapillaren Körperfeuchtigkeit aufzunehmen und wieder an die Außenluft abzugeben. Daher werden Wollmatratzen meistens als Matratzenauflagen bei Dual-Matratzen-Systemen (zum Beispiel in Kombination mit Latex- oder Kaltschaummatratzen) verwendet.
Rosshaare haben den Vorteil, dass sie elastisch sind, eine gute Füllkraft haben, sehr atmungsaktiv sind und viel Feuchtigkeit aufnehmen können. Daher eignen sie sich besonders für Menschen, die sehr viel schwitzen. Allerdings liegt man darauf eher hart; und wegen des knappen Materials und der aufwendigen Verarbeitung (sie werden von Hand hergestellt) sind solche Matratzen auch relativ teuer.
Strohkernmatratzen aus gepresstem Roggenstroh sind so hart, dass nur die wenigsten Schläfer sich darauf wohl fühlen. Auch Kapokmatratzen (aus den Fasern des tropischen Kapokbaumes) und Kokosfasermatratzen (aus den Fasern der Kokosnuss) sind in ihrem Liegeverhalten fest bis hart.

Matratzenpflege
Zunächst einmal ist das Raumklima wichtig: In einem gut durchlüfteten Schlafzimmer mit einer Luftfeuchtigkeit von höchstens 50 Prozent haben Betten und Matratzen eine längere Lebensdauer. Außerdem sollten Sie Ihre Matratze häufig wenden und ab und zu lüften. Dazu müssen Sie sie nicht jedes Mal aus dem Bettrahmen nehmen; es genügt, beim Lüften Ihres Schlafzimmers das Oberbett zurückzuschlagen. Nur bei Matratzen, die direkt auf dem Boden oder auf einem luftundurchlässigen Untergrund (beispielsweise in einem Polsterbett) liegen, ist das Lüften mit größerem Aufwand verbunden: Sie sollte man hochkant aufstellen, um Kondenswasser- und Schimmelbildung zu verhindern. Zum Wenden und Lüften sollte die Matratze praktischerweise mit entsprechenden Griffen oder Schlaufen ausgestattet sein; achten Sie beim Kauf darauf.
Wasser und Reinigungsmittel sind nicht für die Pflege von Matratzen ohne abnehmbaren Bezug geeignet; auch mit dem Teppichklopfer sollten Sie Ihre Matratze möglichst nicht bearbeiten. Vorsicht auch beim Absaugen: Hohe Saugstärken schaden der Matratze und führen dazu, dass sich darin Knoten und Unregelmäßigkeiten bilden, worunter der Liegekomfort leidet. Absaugen ist höchstens mit der Polsterdüse und einer Saugstärke von maximal 500 Watt erlaubt. Kaufen Sie am besten eine Matratze mit abnehmbarem Bezug; sie ist am hygienischsten und strapazierfähigsten. Diesen Bezug können Sie dann je nach den Pflegehinweisen entweder selbst waschen oder in die Reinigung geben.
Etwa alle zehn Jahre sollten Sie Ihre alte Matratze entsorgen und sich eine neue gönnen – erstens aus hygienischen Gründen und zweitens, weil die Matratze dann meist auch schon »durchgelegen« ist und Ihrem Rücken keine optimale Unterstützung mehr bietet. Normalerweise sehen Sie die Kuhlen in der Matratze an den Stellen, an denen Sie am schwersten sind, dann auch schon; Sie merken, dass Sie nicht mehr so bequem darauf liegen, und vielleicht rebelliert auch Ihr Rücken: Morgendliche Kreuzschmerzen können ein Hinweis darauf sein, dass Sie dringend eine neue Matratze brauchen.