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Wie man sich bettet, so liegt man...
So finden Sie die richtige Matratze |
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Jahrgang 2005 Ausgewählte Artikel
Wie man sich bettet,
so liegt man... So finden Sie die richtige Matratze ![]() |
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von Marion Zerbst
Sich bei der Vielfalt an Matratzen, die in
Bettengeschäften angeboten werden, noch durchzufinden, ist
gar nicht so einfach. Aber der Matratzenkauf ist eine wichtige
Entscheidung – schließlich werden Sie die
nächsten zehn Jahre auf dem guten Stück liegen.
Deshalb möchten wir Ihnen hier eine kleine
Orientierungshilfe bieten, die Ihnen die Qual der Wahl ein
wenig erleichtert.
Die ideale Matratze für jedermann gibt
es nicht. Denn jeder Mensch hat andere Vorlieben und
Schlafgewohnheiten – der eine schläft am liebsten
hart, der andere eher weich, der eine hat ein großes
Schlafzimmer, der andere vielleicht nur eine winzig kleine
Schlafnische in einem Ein-Zimmer-Apartment. Trotz dieser
Unterschiede kann jeder die richtige Matratze für sich
finden – er muss sich nur ein bisschen auskennen.
Die am häufigsten gekauften Matratzen
sind Federkern-, Kaltschaum- und Latexmatratzen, während
Wasserbetten, Futons und Matratzen aus Naturmaterialien wie
Stroh oder Kokosfasern eher etwas für
»Spezialisten« sind.
Federkernmatratzen: atmungsaktiv und
preisgünstig
Das »Innenleben« von
Federkernmatratzen besteht aus einem Geflecht von Stahlfedern.
Dieser Federkern ist von Polstermaterialien (Wolle, Baumwolle
oder Schaumstoff) umhüllt. Am bekanntesten sind die
Matratzen mit dem in einzelne Taschen eingenähten
Taschenfederkern. Dank ihres luftigen Innenlebens zeichnen
Federkernmatratzen sich durch eine gute Atmungsaktivität
aus; außerdem haben sie den Vorteil, dass sie relativ
preisgünstig sind und auf fast jeden Unterbau gelegt
werden können. Experten kritisieren allerdings die
mangelnde Punktelastizität (die für die Anpassung der
Matratze an den Körper des Schläfers verantwortlich
ist).
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Latex- und Kaltschaummatratzen
Latex ist eine
Kautschuk-Schaumfüllung, wobei es neben Naturlatex (aus
den Säften des tropischen Kautschukbaums) mittlerweile
auch Synthese-Latex gibt. Die meisten Latexmatratzen bestehen
aus einer Mischung aus beidem – reine Naturlatexmatratzen
sind selten. Die in den Matratzen enthaltenen Hohlräume
sorgen für gute Wärmeisolation und guten
Feuchtigkeitstransport; auch die Punktelastizität ist
weitgehend optimal. Als weiterer Vorteil kommt hinzu, dass
Latexmatratzen staubfrei und relativ hygienisch sind. Das
Liegeverhalten variiert von weich und nachgiebig bis ziemlich
fest; daher sollte man auf jeden Fall Probe liegen – was
ohnehin bei jeder Matratze zu empfehlen und in guten Betten-
bzw. Matratzengeschäften auch kein Problem ist. Für
Latexmatratzen braucht man einen speziellen Lattenrost (siehe
Kasten unten), ebenso für Matratzen mit synthetischer
Kaltschaumfüllung. Dank seiner unregelmäßigen,
groben Porenstruktur ist Kaltschaum sehr
feuchtigkeitsdurchlässig und atmungsaktiv.
Kaltschaummatratzen sind ziemlich elastisch; man liegt darauf
weicher als auf einer Matratze aus Naturlatex.
Wasserbetten
Die Erfinder des Wasserbetts waren
eigentlich die persischen Nomaden: Man weiß, dass sie
früher auf mit Wasser gefüllten Matratzen aus
Ziegenhäuten schliefen. Das heutige Wasserbett jedoch
wurde in den Sechzigerjahren in den USA entwickelt und ist eine
recht aufwendige und daher auch nicht gerade billige
Angelegenheit: Je nach Größe und Bauart braucht man
dafür mehrere hundert Liter Wasser. So ein Bett hat
natürlich auch ein entsprechendes Gewicht und kann nicht
einfach nach Belieben von einer Ecke des Schlafzimmers in die
andere verschoben werden.
Durch eine thermostatgesteuerte Heizung
wird das Wasserbett kontinuierlich temperiert – angenehm,
weil man immer in ein warmes Bett steigt, aber natürlich
auch mit Heizkosten verbunden. Zudem müssen Wasserbetten
vom Fachmann aufgebaut und wegen der Wasseraufbereitung und
Heizung regelmäßig gewartet werden. Aufgrund des
geschlossenen Wasserkerns sind Durchlüftung und
Feuchtigkeitstransport nach unten zwangsläufig nicht
gegeben; man braucht dicke, flauschige Auflagen, die die
Feuchtigkeit aufnehmen. Manchen Menschen ist auch der
»Wellengang« unangenehm: Sie mögen es nicht,
wenn das Bett bei jeder Bewegung nachgibt und unter ihnen zu
schwanken anfängt. Das ist aber kein Problem, denn es gibt
auch Wasserbetten mit weniger Wasser und mehr Schaumstoff oder
anderen Einlagen im Kern, die die Schwingungen des Wassers
dämpfen. Trotzdem – so bemängeln Schlafexperten
– ist das Bett zu nachgiebig und bietet dem Körper
nicht genügend Unterstützung: Ausgerechnet da, wo der
Körper am schwersten ist und die Matratze ihm einen
gewissen Halt bieten sollte – also in der Schulter- und
Beckengegend – weicht das Wasser aus, sodass man in
Rückenlage mit leichtem Rundrücken und in Bauchlage
mit Hohlkreuz schläft. Beides ist für die
Wirbelsäule auf Dauer ungesund. Auch ein Lagewechsel
während des Schlafens ist aufgrund der Nachgiebigkeit des
Bettes schwierig. In der Werbung wird gerade das ruhige,
bewegungslose Schlafen als besonderer Vorteil des Wasserbetts
angepriesen. Schlafforscher melden hier jedoch Bedenken an: Ein
gewisses Maß an Bewegung und Positionswechsel ist nachts
ebenso wünschenswert wie bei Tage.
Matratzen aus Naturmaterialien
Daneben gibt es auch noch Matratzen aus
verschiedenen Naturmaterialien wie beispielsweise Wolle,
Rosshaar, Stroh, Kokosfasern etc. Wollmatratzen sind mit
Schafschurwolle gefüllt und sorgen für einen guten
Feuchtigkeitstransport; denn Schurwolle besitzt die
Fähigkeit, in ihren Kapillaren Körperfeuchtigkeit
aufzunehmen und wieder an die Außenluft abzugeben. Daher
werden Wollmatratzen meistens als Matratzenauflagen bei
Dual-Matratzen-Systemen (zum Beispiel in Kombination mit Latex-
oder Kaltschaummatratzen) verwendet.
Rosshaare haben den Vorteil, dass sie
elastisch sind, eine gute Füllkraft haben, sehr
atmungsaktiv sind und viel Feuchtigkeit aufnehmen können.
Daher eignen sie sich besonders für Menschen, die sehr
viel schwitzen. Allerdings liegt man darauf eher hart; und
wegen des knappen Materials und der aufwendigen Verarbeitung
(sie werden von Hand hergestellt) sind solche Matratzen auch
relativ teuer.
Strohkernmatratzen aus gepresstem
Roggenstroh sind so hart, dass nur die wenigsten Schläfer
sich darauf wohl fühlen. Auch Kapokmatratzen (aus den
Fasern des tropischen Kapokbaumes) und Kokosfasermatratzen (aus
den Fasern der Kokosnuss) sind in ihrem Liegeverhalten fest bis
hart.
Matratzenpflege
Zunächst einmal ist das Raumklima
wichtig: In einem gut durchlüfteten Schlafzimmer mit einer
Luftfeuchtigkeit von höchstens 50 Prozent haben Betten und
Matratzen eine längere Lebensdauer. Außerdem sollten
Sie Ihre Matratze häufig wenden und ab und zu lüften.
Dazu müssen Sie sie nicht jedes Mal aus dem Bettrahmen
nehmen; es genügt, beim Lüften Ihres Schlafzimmers
das Oberbett zurückzuschlagen. Nur bei Matratzen, die
direkt auf dem Boden oder auf einem luftundurchlässigen
Untergrund (beispielsweise in einem Polsterbett) liegen, ist
das Lüften mit größerem Aufwand verbunden: Sie
sollte man hochkant aufstellen, um Kondenswasser- und
Schimmelbildung zu verhindern. Zum Wenden und Lüften
sollte die Matratze praktischerweise mit entsprechenden Griffen
oder Schlaufen ausgestattet sein; achten Sie beim Kauf darauf.
Wasser und Reinigungsmittel sind nicht
für die Pflege von Matratzen ohne abnehmbaren Bezug
geeignet; auch mit dem Teppichklopfer sollten Sie Ihre Matratze
möglichst nicht bearbeiten. Vorsicht auch beim Absaugen:
Hohe Saugstärken schaden der Matratze und führen
dazu, dass sich darin Knoten und Unregelmäßigkeiten
bilden, worunter der Liegekomfort leidet. Absaugen ist
höchstens mit der Polsterdüse und einer
Saugstärke von maximal 500 Watt erlaubt. Kaufen Sie am
besten eine Matratze mit abnehmbarem Bezug; sie ist am
hygienischsten und strapazierfähigsten. Diesen Bezug
können Sie dann je nach den Pflegehinweisen entweder
selbst waschen oder in die Reinigung geben.
Etwa alle zehn Jahre sollten Sie Ihre alte
Matratze entsorgen und sich eine neue gönnen –
erstens aus hygienischen Gründen und zweitens, weil die
Matratze dann meist auch schon »durchgelegen« ist
und Ihrem Rücken keine optimale Unterstützung mehr
bietet. Normalerweise sehen Sie die Kuhlen in der Matratze an
den Stellen, an denen Sie am schwersten sind, dann auch schon;
Sie merken, dass Sie nicht mehr so bequem darauf liegen, und
vielleicht rebelliert auch Ihr Rücken: Morgendliche
Kreuzschmerzen können ein Hinweis darauf sein, dass Sie
dringend eine neue Matratze brauchen.
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