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Diabetes – so können Sie
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Jahrgang 2007 Ausgewählte Artikel
Diabetes –
so können Sie vorbeugen ![]() |
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von Marion Zerbst
Ungefähr 84% aller Menschen mit
Schlafapnoe leiden an einer zentralen Adipositas
(Stammfettsucht); 65% haben Bluthochdruck und weitere 65% zu
hohe Blutfettwerte. Und bei vielen Schlafapnoikern findet sich
auch ein Diabetes oder eine Störung des
Zuckerstoffwechsels. Die Diabetologin Prof. Dr. med. Monika
Kellerer vom Marienhospital Stuttgart berichtete auf dem
Kongress des Schlafmagazins über diese Problematik.
Es gibt zwei Hauptformen des Diabetes
mellitus. Der Typ-1-Diabetes (früher auch Jugenddiabetes
genannt) tritt meist schon in jungen Jahren (vor dem
40.Lebensjahr) auf und ist relativ selten: Nur rund 5% aller
Diabetiker sind davon betroffen. Bei dieser erblich bedingten
Diabetes-Form bildet der Organismus Antikörper gegen die
B-Zellen der Bauchspeicheldrüse und zerstört diese,
sodass sie kein Insulin mehr produzieren können. Dieses
Hormon ist für die Regulation des Blutzuckerspiegels
lebenswichtig: Unter dem Einfluss des Insulins wird nach
Aufnahme kohlenhydratreicher Nahrung Zucker (Glukose) in die
Leber- und Muskelzellen aufgenommen und in Form von Glykogen
gespeichert. Außerdem wird die Glukose in diesen Zellen
abgebaut und in Energie umgewandelt. Sonst würde unser
Blutzuckerspiegel nach jeder Mahlzeit unkontrolliert in die
Höhe schießen.
Der Typ-2-Diabetes (früher auch
Altersdiabetes genannt) beginnt meist erst nach dem 40.
Lebensjahr und ist sehr häufig; mindestens 80% aller
Diabetiker leiden an diesem Diabetes-Typ. Ursache dafür
ist eine schlechte Insulinwirkung; das heißt, die
B-Zellen der Bauchspeicheldrüse
können zwar noch Insulin bilden, aber die Zellen des
Körpers reagieren nicht mehr so empfindlich auf dieses
Hormon: 90 bis 100% der Typ-2-Diabetiker sind im Anfangsstadium
ihrer Erkrankung insulinresistent. Liegt eine Insulinresistenz
vor, braucht man mehr Insulin, um eine ausreichende Senkung des
Blutzuckers zu erreichen. Diese Insulinresistenz führt
zusammen mit einer gestörten Funktion der
Bauchspeicheldrüse mit der Zeit zur Entstehung des
Diabetes mellitus Typ 2.
Bauchfett ist ungesund
Eine wichtige Ursache dieser
Insulinresistenz, die man sehr häufig auch beim
obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom findet, ist Übergewicht,
und hier vor allem die zentrale Fettleibigkeit. Es spielt
nämlich eine wichtige Rolle, in welchen Regionen des
Körpers sich das Fett befindet.
„Schädlich ist vor allem das
Fett im Bauchraum“, erklärte Prof. Kellerer in ihrem
Vortrag. „Diese zentrale Fettleibigkeit geht mit
Insulinresistenz einher und erhöht das Risiko für
Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und auch
für ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom enorm.“
Zentrale Fettleibigkeit ist einer der
wichtigsten Faktoren beim so genannten metabolischen Syndrom,
an dem 80 bis 85% aller Schlafapnoiker leiden. Die Fettzellen
im Bauchraum haben nämlich, wie man inzwischen weiß,
einen anderen Stoffwechsel als die Fettzellen unter der Haut:
Sie produzieren Hormone und andere Substanzen, die sich negativ
auf Fettstoffwechsel, Blutdruck und Blutgerinnung auswirken.
Außerdem sondern sie Substanzen ab, die
Entzündungsprozesse in den Blutgefäßen und die
Entstehung von Arteriosklerose begünstigen.
Eine äußerst ungünstige
Rolle spielt auch das Fett in der Leber: „Aufgrund von
Erkenntnissen der letzten Jahre wissen wir, dass vermehrtes
Leberfett mit einer schlechteren Insulinwirkung
einhergeht“, erklärt Prof. Kellerer. Denn die Leber
gibt bei Diabetikern – vor allem nachts – zu viel
Zucker (Glukose) ins Blut ab. „Wenn man dieses Leberfett
(beispielsweise mit Ernährung und Sport) abbaut, wird man
wieder insulinsensitiver, das heißt, die Insulinwirkung
verbessert sich.“
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Insulinresistenz – was tun?
Auch ansonsten kann man einer
Insulinresistenz am besten durch eine Umstellung der
Lebensweise entgegenwirken und damit der Entstehung eines
Diabetes vorbeugen: z.B. durch gesunde, fettarme Ernährung
und Ausdauersport wie Radfahren, Joggen, Wandern oder
Spazierengehen in zügigem Tempo (ca. 20 Minuten
täglich).
Bei Übergewicht ist Abnehmen
natürlich oberstes Gebot: „Empfohlen wird
zunächst eine Gewichtsabnahme von 5%, das bedeutet 4 kg
bei einem 80 kg schweren Menschen.“ Grundsätzlich
ist eine langsame Gewichtsabnahme anzustreben, damit man das
erreichte Gewicht auch langfristig halten kann und nicht dem
berüchtigten Jo-Jo-Effekt zum Opfer fällt:
„Etwa 1 kg pro Monat – jedes Kilo
zählt!“ Diese Maßnahmen verbessern nicht nur
die Insulinsensitivität, sondern helfen gleichzeitig auch,
Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einer obstruktiven Schlafapnoe
vorzubeugen.
Nur wenn man die Insulinresistenz durch
solche Maßnahmen nicht in den Griff bekommt, sind
Medikamente angesagt.
Wer gleichzeitig an einem obstruktiven
Schlafapnoe-Syndrom leidet, kann seine Insulinresistenz
wahrscheinlich auch durch eine CPAP-Therapie bessern. Hierzu
gibt es neue Untersuchungen und erste Daten; mehr darüber
können Sie in dem Artikel „Diabetes, Schlafapnoe und
Restless Legs“ lesen. Fazit von Prof. Kellerer:
„Bei Diabetikern sollte darauf geachtet werden, ob nicht
auch ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom vorliegt. Umgekehrt
sollte man bei Patienten mit OSAS nach dem gleichzeitigen
Vorliegen eines Diabetes forschen.“ Leider ignorieren
nicht nur viele Kardiologen, sondern auch die meisten
Diabetologen die sich immer deutlicher abzeichnenden
Zusammenhänge zwischen Schlafapnoe,
Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes mellitus nach wie vor.
Durch eine frühzeitige Diagnostik könnte man
Betroffenen mit gezielten Behandlungsmaßnahmen helfen und
dadurch so manche Folgeerkrankung – sowohl des Diabetes
als auch der Schlafapnoe – verhindern.
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