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Schlafapnoe und Augenerkrankungen
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Prof. Dr. Barbara Wilhelm,
STZ Tübingen
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| Sogar zwischen Sehvermögen und nächtlicher Atmung gibt es Zusammenhänge. Diese beleuchtete Frau Professor Barbara Wilhelm von der Universitäts-Augenklinik Tübingen und zeigte Vorbeugungs- und Behandlungsmöglichkeiten auf. Denn schließlich gibt es kaum etwas Kostbareres als unser Augenlicht. |
So stellt das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom beispielsweise einen Risikofaktor für den Grünen Star (Glaukom) dar, vor allem für eine bestimmte Form des Glaukoms mit normalen Augeninnendruckwerten. Der Grüne Star ist eine der häufigsten Erblindungsursachen und seine Früherkennung daher von großer Bedeutung. Eine frühzeitige Einstellung der nächtlichen Atmungsstörung wirkt sich positiv auf den Erhalt der Sehfunktion aus.
Eine andere Augenerkrankung, der Sehnerveninfarkt, gilt als einer der Notfälle in der Augenheilkunde, für die es derzeit leider noch keine wirksame Behandlung gibt. Dabei kommt es zu einer plötzlichen, schmerzlosen Sehverschlechterung mit horizontal begrenztem Gesichtsfeldausfall; oft führt sie zur Berufsunfähigkeit. Zu den Risikofaktoren gehören neben obstruktiver Schlafapnoe Bluthochdruck, zu hohe Cholesterinwerte, Rauchen und ein enger Sehnervenkanal bzw. kleiner Sehnervenkopf. Mitunter werden Patienten erst durch das Eintreten eines solchen Infarkts einer schlafmedizinischen Diagnostik und Therapie zugeführt. Das kann einer Erkrankung des zweiten Auges wirksam vorbeugen - denn in 10 bis 20% aller Fälle erkrankt auch dieses später an einem Sehnerveninfarkt, wenn man nichts dagegen tut.
Auch Frau Professor Wilhelm appellierte daher noch einmal eindringlich an alle Ärzte, über die engen Grenzen ihrer eigenen Disziplin hinauszuschauen. Augenärzte sollten ihre Patienten nach der Qualität ihres Schlafs, Schlafmediziner nach ihrem Sehvermögen fragen. Vor allem bei Menschen, die bereits an Schlafapnoe leiden, ist eine regelmäßige augenärztliche Kontrolle wichtig, um bei Problemen rechtzeitig gegensteuern zu können.
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