Kongress des Schlafmagazins 2011

 

Somnus

25/06 2011

Somnus 2011

And the winner is ...SOMNUS-Verleihung 2011 

Wie jedes Jahr wurde im Rahmen unseres „Thementags Schlaf“ auch diesmal wieder der Preis des Schlafmagazins, der SOMNUS, an herausragende Vertreter von Medizin, Medien, Industrie und Selbsthilfegruppen verliehen. 

Erster SOMNUS-Empfänger war Hans D. Weitermann, gewissermaßen ein Urgestein der Schlafapnoe-Selbsthilfebewegung: Bereits Mitte des Jahres 1991 gründete Weitermann in Essen eine SHG. Sechs Jahre später entstand in Düsseldorf der „Bundesverband Schlafapnoe Deutschland e.V.“ (BSD), bei dem Weitermann ebenfalls Gründungsvater war. Heute ist der BSD mit 6000 Mitgliedern einer der größten Schlafapnoe-Selbsthilfe-Dachverbände Deutschlands – ohne Hans D. Weitermanns Engagement gäbe es ihn nicht. „Weitermanns Verdienst ist umso höher einzuschätzen, als die Historie der Schlafapnoe-Selbsthilfe eine delikate, wilde Geschichte mit lauter Alphatieren war“, hob Moderator Werner Waldmann in seiner Laudatio hervor. „Jeder wollte der Größte sein, und das gab in der Vergangenheit viel Streit, viele persönliche Verletzungen. Gerichte wurden bemüht, und man hat auch ab und zu mal unter die Gürtellinie gegriffen.“ Das soll nun endgültig vorbei sein; denn nur gemeinsam und in Eintracht können die Selbsthilfegruppen es schaffen, im Bewusstsein der Öffentlichkeit, in den Medien und bei Vertretern der Gesundheitspolitik darauf hinzuwirken, dass die Schlafapnoe als Krankheit endlich ernst genommen wird. 

Ein weiterer Selbsthilfegruppen-Vorkämpfer der ersten Stunde, der sich klug aus allen Streitereien herausgehalten hat, war Rudolf Taugerbeck, Begründer des Landesverbandes Schnarchen und Schlafapnoe Baden-Württemberg, der die Leitung seines Verbands mittlerweile an Ulrich Obergfell abgegeben hat. „Dieser Landesverband – inzwischen hat er 20 Gruppen mit über 2000 Einzelmitgliedern – ist vorbildlich organisiert“, lobte Werner Waldmann. „Natürlich diskutiert man auch ab und zu mal kontrovers, aber diese Debatten bringen immer neue Ideen hervor. Ich wünsche mir für jeden neu entstehenden Landesverband eine solche klare, pragmatische Struktur und so demokratisch eingestellte Gruppenleiter.“ Als Anerkennung für seine vorbildliche Arbeit wurde dem Landesverband der SOMNUS verliehen.

Auf das Problem der Schläfrigkeit am Steuer und des Sekundenschlafs kann in den Medien gar nicht genug hingewiesen werden. Schätzungsweise jeder vierte Autobahnunfall ist auf Müdigkeit oder Einschlafen am Steuer zurückzuführen. Trotzdem wird dieses Problem nach wie vor unterschätzt – nicht nur von den Autofahrern selbst, sondern auch von der Politik, die viel zu wenig tut, um die Situation der besonders einschlafgefährdeten Berufskraftfahrer zu verbessern. Umso anerkennenswerter ist es, dass Johannes Reichel, Chefredakteur des „Truckers“, eines Special-Interest-Magazins für Profifahrer, dieses wichtige Thema in seiner Zeitschrift regelmäßig aufgreift. Dafür wurde ihm der SOMNUS verliehen. 

Die Unterkieferprotrusionsschienen-Therapie für Schlafapnoe-Patienten ist immer mehr im Kommen. Immerhin wurde in der neuen S3-Leitlinie „Nicht erholsamer Schlaf / Schlafstörungen“ aus dem Jahr 2009 festgeschrieben, dass die Protrusionsschienen bei Patienten mit leichter bis mittelgradiger obstruktiver Schlafapnoe, aber auch bei Ablehnung oder Versagen der CPAP-Therapie eine valide Behandlungsoption darstellen. Und wohl kaum jemand hat sich für die Schienentherapie so stark gemacht wie Dr. Susanne Schwarting, die Gründerin und Präsidentin der Deutschen Gesellschaft Zahnärztliche Schlafmedizin (DGZS). Sie besucht Kongresse auf der ganzen Welt, um in Vorträgen über die Therapie mit Protrusionsschienen aufzuklären, und betreibt „nebenbei“ noch eine auf Schnarchen und Schlafapnoe spezialisierte zahnärztliche Praxis in Kiel – eine Powerfrau, die den SOMNUS eigentlich schon lange verdient hätte.  

Eine wichtige Voraussetzung für die Leistungsfähigkeit und den Erfolg der CPAP-Therapie ist es, dass das Gerät nicht nur einen ausgeklügelten Algorithmus aufweist, sondern auch einen stabilen Druck hält. Da die Geräte immer kleiner werden, ist es eine Meisterleistung der Ingenieurkunst, die kleinen Turbinen und ihre elektronische Steuerung zu einer solchen Leistungsfähigkeit zu bringen. Leider büßen CPAP-Geräte ihre Druckstabilität im Lauf der Jahre offenbar manchmal ein. Professor Dr.-Ing. Thomas Netzel hat nun einen Lungensimulator entwickelt, der in der Lage ist, die Druckstabilität von CPAP-Geräten zu messen. Denn falsche Einstellungen können dem Patienten schaden: Ist der Druck zu niedrig, besteht die Gefahr, dass erneut Apnoen auftreten; ist er zu hoch, muss die Lunge zu viel Arbeit leisten, um gegen den hohen Druck „anzuatmen“. Deshalb gab es auch für Professor Netzels wichtige Erfindung einen SOMNUS. 

Der letzte Preis ging ebenfalls an ein medizintechnisches Produkt, und zwar an ein Gerät, welches das CPAP-Design revolutioniert hat. Um dieses Verdienst gebührend zu würdigen, ließ Werner Waldmann in historischen Fotos die Geschichte der CPAP-Therapie Revue passieren: Die ersten CPAP-Geräte waren noch richtige Monster, mit denen man jemanden hätte erschlagen können. Außerdem waren sie laut und so hässlich, dass man das Gefühl hatte, sich nicht in einem Schlafzimmer, sondern eher in einem medizintechnischen Labor zu befinden. Inzwischen sind die Geräte klein, flüsterleise und von ansprechendem Design, sodass niemand dabei mehr an Beatmung oder Krankheit denkt. Als Beispiel dafür wurde ein CPAP-Gerät ausgezeichnet, das eigentlich eher einem DVD-Player als einem Therapiegerät ähnelt: das S9 von der Firma ResMed, das deshalb im letzten Jahr auch schon einen renommierten Designpreis, den red dot Award, erhalten hat. Der Preis wurde vom Geschäftsführer der deutschen ResMed-Niederlassung, Frank Rebbert, entgegengenommen.

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