Kongress des Schlafmagazins 2009

 

Somnus

07/11 2009

Somnus 2009

Wie jedes Jahr wurde im Rahmen des Patientenkongresses auch diesmal wieder der Preis des Schlafmagazins für besondere Verdienste auf dem Gebiet der Schlafmedizin, der „Somnus“, verliehen. 

Träume wurden schon immer gerne gedeutet. Das hat viel mit Fantasie zu tun, jedoch nicht unbedingt mit Wissenschaft. Die seriöse Traumforschung ist ein sehr spezielles Terrain. Warum träumen wir überhaupt? Weshalb kann man sich manchmal an Träume erinnern, dann aber wieder nicht? Können wir unsere Träume deuten und steuern? Unser Preisträger Professor Michael Schredl ist gewissermaßen ein professioneller Träumer. Er leitet das Schlaflabor am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim und führt selbst regelmäßig ein Traumtagebuch. Schredl versucht den Zusammenhängen zwischen Schlaf und Wachleben auf die Schliche zu kommen. Seine Erkenntnisse sind aber nicht nur von der Theorie her hochinteressant, sondern helfen auch Menschen, die unter Alpträumen leiden.

Lange Zeit haben die Kardiologen die Schlafmediziner mit ihrem Schlafapnoe-Syndrom nur belächelt. Das ist doch nur eine Modekrankheit, so hieß es. In dieser Hinsicht hat sich inzwischen zum Glück schon einiges verändert. Professor Matthias Leschke gehört zu den Vorreitern, die sich konsequent bemüht haben, in ihrer Arbeit einen Bogen zwischen Kardiologie und Schlafmedizin zu schlagen. Er hat an seiner Klinik zwar noch kein eigenes Schlaflabor, aber er kämpft darum, eines zu etablieren. Außerdem untersucht er seine Herzpatienten obligatorisch mit dem Risikoscreener Apnea Link und schickt die Schlafapnoe-Kandidaten dann in umliegende Schlaflabore. Hervorgetan hat er sich auch immer wieder durch die unglaubliche Beharrlichkeit und Leidenschaft, mit der er in Vorträgen - nicht nur vor Kollegen, sondern auch vor Patienten - Aufklärung betreibt und für ein herzgesundes Leben wirbt.

Unser Preisträger aus dem Bereich der Industrie stammt von weit her: Sein Mutterunternehmen residiert im fernen Neuseeland. Natürlich hat die Firma auch CPAP-Geräte und Masken im Programm. Bei einem kleinen, für viele von Schlafapnoe Betroffene sehr wichtigen Special ist Fisher und Paykel jedoch führend: in der Atemluftbefeuchtung.

Günther Steinmetz wurde 1997 nach einer Prostata-Operation impotent. Da ihm seine Sexualität schon immer sehr wichtig war, wollte er sich in einer Selbsthilfegruppe Hilfe bei der Bewältigung dieses Problems suchen. Zu seiner großen Verwunderung fand er heraus, dass es in Deutschland zwar rund 80.000 Selbsthilfegruppen gibt, aber keine zum Thema Erektionsstörungen. Da er durch ehrenamtliche soziale Tätigkeiten Erfahrungen mit Gruppen hatte, beschloss er, selbst eine Selbsthilfegruppe zu gründen. Es hat ein Jahr lang gedauert und vieler Aktionen bedurft, bis acht Männer beisammen waren, die mitmachen wollten. Gleichzeitig initiierte er das Internetportal www.impotenz-selbsthilfe.de, das verständlich, umfassend und medizinisch fundiert über alle Aspekte von Potenzstörungen informiert. Mittlerweile ist die Selbsthilfegruppe deutschlandweit bekannt. Zusätzlich zu den lokalen Gruppentreffen konnte sie bisher über 4000 rat- und hilfesuchende Männer und Frauen per E-Mail und Telefon unterstützen. Seit Mitte 2005 ist Günther Steinmetz auch Selbsthilfe-Beauftragter beim Informationszentrum für Sexualität und Gesundheit e.V. (ISG) in Freiburg. Mit Unterstützung des ISG und seiner Freunde aus der Selbsthilfegruppe ist es ihm gelungen, Gruppen in Berlin, Essen, Köln, Mannheim und Stuttgart zu gründen; weitere Gruppen sind im Entstehen.

Joachim Russack bekam den „Somnus“ für seine gesundheitspolitische Arbeit als hauptberuflicher Gesundheitsmanager im Länderdreieck Sachsen - Polen - Tschechien und für den vorbildlichen Aufbau des „Landesverbands Schlafapnoe“ in Sachsen und der Gründung der ersten Selbsthilfegruppe in Tschechien.

Holger Steder bekam den „Somnus“ für sein unermüdliches Wirken nach 30 Jahren Berufstätigkeit als Arbeitspädagoge in der Behindertenarbeit für die Selbsthilfe in Sachen Schlafapnoe, insbesondere für seine Bemühungen, dieses Thema in eigenen Publikationen Selbsthilfegruppen und Berufskraftfahrern zu vermitteln.

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