Der Preis des Schlafmagazins

Erstmals wurde der Somnus 2005 verliehen

Hypnos heißt in der griechischen Mythologie der Gott des Schlafes –  der Bruder des Todes Thanatos, der Vater der Träume. Die Römer nannten ihn Somnus, und so heißt auch der Preis, den das „schlafmagazin“ im Jahr 2005 erstmals für herausragende Mitarbeit in der Selbsthilfe, für innovative technische Entwicklungen und für wissenschaftlich-publizistisches Engagement verliehte. 

Überblick alle Somnus-Preisträger

Somnus 2008

Wie jedes Jahr wurde im Rahmen des Patientenkongresses auch diesmal wieder der Preis des Schlafmagazins für besondere Verdienste auf dem Gebiet der Schlafmedizin, der „Somnus“, verliehen.

Im Bereich der Selbsthilfearbeit wurden ausgezeichnet:
Wolfgang Kraft aus Balingen, Mitglied des Landesverbands Baden-Württemberg, für sein von Herzen kommendes Engagement.
Er hatte selbst erlebt, wie man allein gelassen wird, nachdem man das Therapiegerät erhalten hat. Und er suchte nach einer Selbsthilfegruppe in seinem Heimatort, doch dort gab es keine. Er nahm sich spontan vor, deshalb selbst eine Gruppe zu gründen. Das erste Treffen der neuen SHG fand in Balingen 2004 statt. 41 Gäste interessierten sich für das Thema. Heute zählt die Gruppe 113 eingeschriebene Mitglieder, dazu kommen noch 30-40 Partner der Betroffenen. Auf die Frage, warum er sich in der Selbsthilfe engagiere, sagte er, es sei einfach schön zu merken, dass man anderen helfen könne. Sicher, die Arbeit bereite Mühe, doch die Resonanz entschädige ihn dafür. Lohn sei für ihn das Vertrauen seiner Mitglieder und dass er wirklich vielen helfen könnte, die Therapie anzunehmen.

Dieter Wahl
Er ist auf unseren Straßen zu Hause. Sein Beruf ist es, Tag für Tag und Nacht für Nacht einen riesigen Lastkraftwagen durch Deutschland und das angrenzende Ausland mit einer Eleganz zu steuern. Seitdem bei ihm Schlafapnoe diagnostiziert wurde, hat es sich zur Mission gemacht, Berufskollegen, wo immer sich die Gelegenheit bietet, über die Krankheit und ihre Folgen am Steuer zu informieren. Sie für die Gefährlichkeit des Sekundenschlafs zu sensibilisieren. Er ist sozusagen der Vorzeigekraftfahrer in Sachen Schlafapnoe und Sekundenschlaf.

Lilo Habersack
Ab 2001 arbeitete sie zwei Jahre im Vorstand der RLS-Vereinigung mit, dann übernahm sie den Vorsitz. Die RLS-Vereinigung ist inzwischen ihre Leidenschaft geworden, die sie rund um die Uhr beschäftigt. Ihren Beruf hat sie aufgegeben, um sich ganz dieser ehrenamtlichen Tätigkeit widmen zu können. In ihrer Funktion als Vorsitzende der RLS-Vereinigung vermittelt sie zwischen Patienten und Ärzten, kann aus eigener Erfahrung zur Therapie Ratschläge geben, kann Mut machen.

Mit dem Somnus 2008 wurde als Schlafmediziner des Jahres Prof. Geert Mayer ausgezeichnet.
In der Schlafmedizin hat er sich mit Narkolepsie, Parasomnien, RLS, Epilepsie ein sehr spezielles und schwieriges Terrain ausgesucht. Sein klinischer Schwerpunkt ist die Differentialdiagnose und Behandlung von Patienten mit allen Formen von Schlafstörungen. Seine wissenschaftliche Tätigkeit hat ihm diverse zusätzliche Aufgaben und Ämter eingetragen. So ist er Herausgeber der Zeitschrift Somnologie, Vorsitzender der Kommission Schlaf der Deutschen Gesellschaft für Narkolepsie und Vorsitzender der Kommission Polysomnographie der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie. Und er ist der Präsident der DGSM, der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin.

Lattoflex
Ein Somnus ging auch an die Firma Lattoflex in Bremervörde, an das Haus Thomas Sitz- und Liegemöbel, in Person des Chefs Boris Thomas.
Damit wurde ein Unternehmen gewürdigt, das nicht nur vor vielen Jahren den Lattenrost der Welt geschenkt hat, den heute alle nachbauen, sondern das sich  beharrlich immer Neues einfallen lässt, um den Schlaf zum Traum zu machen. Ein Unternehmen, das mit seiner neuesten Kreation, dem „Schlaftablet“, das auf Herzschlag und Atmung des Schlafenden individuell reagiert, sogar Märchen aus tausendundeiner Nacht ins Schlafzimmer holt. 

Weinmann
Der Somnus 2008 für den Medizingerätehersteller ging an das Familienunternehmen Weinmann in Hamburg.
1950 betrat das Unternehmen mit seinem ersten Sauerstoff-Inhalationsgerät den Markt. Heute findet man im Produktportfolio so ziemlich alles von der Schlafdiagnostik über die Schlaftherapie bis hin zur Heimbeatmung und Sauerstoffmedizin. Das Unternehmen ist noch, ein Wunder in unserer globalisierungsgläubigen Welt, ist noch immer in Familienbesitz und entwickelt seine Geräte hier in Deutschland. Seit September vergangenen Jahres bietet das Unternehmen eine Therapieinnovation für Betroffene mit zentralen Atmungsstörungen an. Auch dies zeigt, dass man nicht stillsteht an der Alster.

Dr. Zieger
Der Sonderpreis ging an das Stadtoberhaupt der alten Reichsstadt Esslingen a.N., an Oberbürgermeister Dr. Jürgen Zieger.
Das Geschäfts des Oberbürgermeisters einer Stadt mit x Einwohnern ist ein vielfältiges. Zuerst geht es darum, genügend Geld einzunehmen und damit zwar vernünftig, ich will nicht sagen: sparsam, umzugehen und es gleichzeitig allen Bürgern recht zu machen und vor allem die Weichen in Richtung wirtschaftliche Prosperität zu stellen. In diesem wahrhaft vielfältigen Blumenstrauß unterschiedlichster administrativer Aufgaben auch noch auf die Gesundheit der Bürger zu achten, scheint doch etwas viel zu sein. Zwar ist den meisten heute schon bewusst, dass Krankheit schon sündhaft teuer ist und künftig ein ernsthaftes Finanzierungsproblem sein wird, doch so richtig klar ist vielen noch nicht, dass sich durch eine revidierte, will sahen: vernünftige Lebensweise eine Menge Geld einsparen ließe. Übergewichtigsein ist meist kein Schicksal, Bluthochdruck mit all seinen Folgen wie Herzinfarkt und Schlaganfall, Diabetes vom Typ 2 der berüchtigte Alterszucker, den man heute schon bei Kindern festzustellen beginnt, chronisch obstruktive Bronchitis durch Nikotinmissbrauch, das zu therapieren, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, das kostet Milliarden. Die könnten wir für solche Leiden besser einsetzen, die unvermeidbar sind.

Oberbürgermeister Dr. Jürgen Zieger, der Chef von Esslingen, hat sich vorgenommen, Nägel mit Köpfen zu machen. In Esslingen wurde für die städtischen Mitarbeiter eine Gruppen initiiert, die gemeinsam das Abnehmen eintrainiert. Weiter gibt es eine Initiative, den Mitarbeitern Information über die Bedeutung des erholsamen Schlafs und möglicher Erkrankungen zu vermitteln. Und OB Dr. Zieger steht felsenfest hinter seinem Esslinger Gesundheitsmagazin, das vierteljährlich nun seit drei Jahren die Bürger über die Funktionen unseres Organismus informiert und versucht, die Menschen dafür zu interessieren, doch ein Stückchen mehr auf ihre Gesundheit zu achten.

Somnus 2007

Wie jedes Jahr wurde im Rahmen des Patientenkongresses auch diesmal wieder der Preis des Schlafmagazins für besondere Verdienste auf dem Gebiet der Schlafmedizin, der „Somnus“, verliehen.

Zum „Schlafmediziner des Jahres“ wurden dieses Jahr gleich zwei herausragende Persönlichkeiten gekürt:

Prof. Dr. med. Karl-Heinz Rühle von der Klinik Ambrock in Hagen baute in den Achtzigerjahren als einer der Ersten ein pneumologisches Schlaflabor auf. Später hat er innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) als Leiter der Arbeitsgruppe Apnoe eine wichtige Rolle gespielt. Nebenbei engagiert er sich als hartnäckiger Kritiker unseres verworrenen Gesundheitssystems, das der Schlafmedizin aus wirtschaftlichen Gründen schon seit langem das Wasser abzugraben versucht.

Prof. Dr. med. Dieter Horstkotte führt mit geschickter Hand eines der bedeutendsten Herzzentren Deutschlands: die Kardiologie des Herz- und Diabeteszentrums in Bad Oeynhausen. Insbesondere von den Herz-Kreislauf-Spezialisten wurde das Schlafapnoe-Syndrom lange Zeit nicht sonderlich ernst genommen. Umso bemerkenswerter sind jene Kardiologen, die frühzeitig begriffen haben, dass krankhaftes Schnarchen sehr wohl auch aufs Herz schlagen kann. Prof. Horstkotte screent seine relevanten Herzpatienten konsequent durch und findet erschreckend viele Schlafapnoe-Kandidaten darunter.

Der Preis für einen Medizingerätehersteller ging diesmal an die Firma Heinen + Löwenstein für ihre richtungsweisende medizintechnische Meisterleistung insbesondere im Bereich der Polysomnographiesysteme. Einmalig ist das Polysomnographie-System namens Alice, das vor kurzem zum eintausendsten Mal in einem Schlaflabor installiert wurde. Alice ist zum Glück aber inzwischen keineswegs in die Jahre gekommen, sondern hat sich erstaunlich verjüngt und sieht sich als netzwerkfähiges System bestens für die Zukunft gerüstet.

Der Unternehmer Dietmar Penkwitt erhielt einen Sonderpreis für sein Engagement, Gesundheit und Wohlbefinden seiner Berufskraftfahrer zu fördern, beispielhaft gegen den „Sekundenschlaf“ zu wirken, damit zur Sicherheit auf unseren Straßen beizutragen und andere Unternehmen zu motivieren, sich ebenso dieser Verantwortung zu stellen.

Selbsthilfegruppenleiter des Jahres wurde Herbert Oelmann, der vor rund 14 Jahren zusammen mit dem Schafmedizinischen Zentrum in Köln-Merheim eine Selbsthilfegruppe ins Leben gerufen hat. Im Jahr 2004 organisierte sich die Gruppe zum Regionalverband. Die “Selbsthilfe Schlaf-Apnoe-Syndrom” Köln hat sich auch durch eine regelmäßige Großveranstaltung, den “Kölner Schlafapnoe-Tag”, einen Namen gemacht.

Der zweite Preisträger aus der Selbsthifegruppenbewegung, Günter Klose aus Husum, ist nicht durch sein jahreslanges Wirken aufgefallen, sondern durch sein vehementes Engagement, in Norddeutschland ein Netz neuer Selbsthilfegruppen zu etablieren. Anfang 2004 begann die junge Geschichte der Selbsthilfegruppen Schlafapnoe Nordfriesland, Schleswig und Eiderstedt. Inzwischen besteht die Arbeitsgruppe aus mehr als 15 Selbsthilfegruppen. Günter Klose will vor allem neue Gruppen begründen helfen – eine gar nicht so einfache Aufgabe.

Ulrich Obergfell vom Sanitätshaus Glotz ist ein Musterbeispiel für einen Menschen, der Schlafapnoikern mit Rat und Tat, mit Maske und Gerät zur Seite steht. Obwohl er selbst nicht unter Schlafapnoe leidet, schläft er gelegentlich probeweise mit einem neuen CPAP-Gerät oder einer neuen Maske, denn er will genau wissen, was er seinen Kunden anbietet. Mit herausragendem persönlichem Einsatz berät und versorgt er zusammen mit seinem Team Betroffene mit schlafbezogenen Atmungsstörungen und findet für jeden Patienten eine optimale, maßgeschneiderte Lösung.

Somnus 2006

Auch im Jahr 2006 wurde der „Somnus“ vom Schlafmagazin verliehen.

Ausgezeichnet mit dem Preis wurden zwei Schlafmediziner.
Der erste Preisträger ist der Leiter des Schlaflabors des Klinikums Kempten-Oberallgäu, Dr. med. Manfred Held, der mit seiner Diagnostik und Therapie insbesondere des krankhaften Schnarchens, der Schlafapnoe, neue Wege beschritten hat, um sowohl die Therapietreue der Patienten zu steigern, als auch die Behandlungskosten erheblich zu senken.

Der zweite Preisträger ist der Ärztliche Direktor der Ruhrlandklinik in Essen und künftige Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (DGP), Prof. Dr. med. Helmut Teschler, der nicht nur die Diagnostik und Therapie der obstruktiven Schlafapnoe, sondern auch die Behandlung von Patienten mit zentralen Apnoen bei Herzinsuffizienz und nach Schlaganfall durch geniale Neuentwicklungen entscheidend verbessert hat.

Aus dem Bereich der Industrie erhielt die Firma Hoffrichter aus Schwerin den Preis für ihre qualitativ hochwertigen Geräte.

Ausgezeichnet wurden auch drei Selbsthilfegruppen-Leiter: Erika Jungbauer für Ihr Engagement, Betroffenen selbstlos zu helfen und sie zu beraten.

Wolfgang Tischerfür seine Verdienste, mit stiller Leidenschaft im Hintergrund und großem technischen Verständnis eine Selbsthilfevereinigung erfolgreich mitzugestalten.

Karl-Heinz Kleversfür seine Beharrlichkeit, sein politisches Gespür und seine organisatorische Umsicht, einen einflussreichen Verband aufzubauen.

2005

Der Preis an den Selbsthilfegruppenleiter des Jahres wurde gleich viermal vergeben – um alle in der Selbsthilfebewegung Engagierten zu ermutigen und zu begeistern, damit sie in ihren Bemühungen nicht nachlassen. Aber auch, um ein Zeichen zu setzen: Denn dieser Preis soll auch etwas Verbindendes sein, soll Gräben und Differenzen (die es immer noch hier und da geben mag) überbrücken helfen, soll unterschiedliche Temperamente vereinen. 

Und so erhielt Rudolf Taugerbeck, der Chef des Landes-verbands Baden-Württemberg Schnarchen – Schlafapnoe e.V., den Preis für seine unermüdliche Basis- und Netzwerkarbeit in lokalen Selbsthilfegruppen, deren Zahl von Jahr zu Jahr wächst. Er interessiert Medien für das Thema und lenkt die Aufmerksamkeit psychologisch geschickt zuerst auf das Schnarchen – denn der Begriff „Schlafapnoe“ ist in der Öffentlichkeit leider nach wie vor noch nicht so geläufig. Außerdem sind auch nicht-krankhafte Schnarcher eine immens wichtige Zielgruppe und haben oft aus psychosozialen Gründen Hilfe nötig. Diese will Taugerbeck ebenfalls erreichen.

Der zweite Preisträger ist Hajo Schneider, Vorsitzender des Bundesverbandes Schlafapnoe Deutschland (BSD): ein politischer Profi und ein Kommunikationstalent, das zeigt, wie man durch Zusammengehen mit anderen Verbänden die Kräfte bündelt. 

Den dritten Preis erhielt Reinhard Müller, Bundessprecher des VdK, für sein unermüdliches Bemühen, die breite Öffentlichkeit ebenso wie Entscheidungsträger in Politik und Industrie immer wieder auf die Bedürfnisse der Patienten hinzuweisen. 

Der vierte „Somnus“ schließlich wurde Johann Häcker vom Bundesverband Schlafapnoe/Atemstillstand und Chronische Schlafstörungen e.V. für sein Lebenswerk als „Urgestein der Selbsthilfebewegung bei schlafbezogenen Atemstörungen“ verliehen. Auch die Rolle des Unbequemen aus Leidenschaft für Patientenbelange muss besetzt sein, und sie ist mit Häcker sicherlich ebenso emotional wie auch technisch-fachlich glänzend besetzt. Ohne Johann Häcker, dessen Anregungen und dessen Kritik hätte sich die CPAP-Technik nicht bis zum heutigen Stand entwickelt.

Einen „Somnus“ für technische Innovation erhielt die ResMed AG für das Screeninggerät microMESAM®, mit dem eine erste Schlafapnoe-Diagnose ebenso einfach wie kostengünstig ambulant möglich ist. 

Ebenfalls ein Preis ging an Prof. Jürgen Zulley als „Schlafmediziner des Jahres“, der als einer der Ersten die Zusammenhänge zwischen Schlaf und biologischen Rhythmen erforschte. Bemerkenswert an Zulleys Arbeit ist vor allem, wie glänzend er es versteht, der Öffentlichkeit wissenschaftliche Erkenntnisse über das Wesen des Schlafs in allgemein verständlicher, mitreißender Sprache zu vermitteln. 

Einen Sonderpreis erhielt Prof. Rainer Dierkesmann, Ärztlicher Leiter der Klinik Schillerhöhe in Gerlingen, für sein persönliches Engagement und seinen wissenschaftlichen Rat, mit dem er die Patientenzeitschrift „das schlafmagazin“ von Anfang an begleitet  hat.                                          WK