Thementag Schlaf 2012

Thementag Schlaf 2012, 5.5.2012

 

Berichte

COPD und Schlafapnoe

Prof. Helmut Teschler von der Essener Ruhrlandklinik berichtete über die COPD, die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung, unter der vor allem Raucher leiden: Sie beginnt mit Raucherhusten und verschlimmert sich mit der Zeit bis hin zu chronischer Bronchitis und Atemnot. Diese Erkrankung geht oft auch mit Ein- und Durchschlafstörungen und Tagesschläfrigkeit einher, die bei diesen Patienten unbedingt mitbehandelt werden müssen. Denn dadurch bessert sich ihre Lebensqualität, und sie sind dann auch eher in der Lage, sich regelmäßig körperlich zu betätigen – was bei dieser Erkrankung fast ebenso wichtig ist wie ein konsequenter Rauchstopp. 

Besonders fatal wird es, wenn solche Patienten auch noch schnarchen oder gar an obstruktiver Schlafapnoe leiden. Denn durch die Vibrationen und die turbulente Luftströmung beim Schnarchen geraten immer wieder Krankheitserreger aus dem verschleimten Rachen in die tiefen Atemwege. Dadurch tritt bei diesen Patienten viel häufiger eine akute Bronchitis auf, durch die sich ihr Krankheitsbild oft so verschlimmert, dass sie ins Krankenhaus müssen. Auch eine obstruktive Schlafapnoe verschlechtert die Lebensqualität und Prognose von COPD-Patienten und muss daher behandelt werden. 

Goldstandard für die Behandlung einer Schlafapnoe ist die nasale Überdruckbeatmung (nCPAP), bei der den Patienten über eine Maske mit Überdruck Luft in die Atemwege geblasen wird, um sie offenzuhalten. Diese Behandlung ist für die Patienten gewöhnungsbedürftig; viele kommen mit Gerät und Maske nicht zurecht. Allerdings wird die Compliance (Therapietreue) der CPAP-Patienten oft schlechter geredet, als sie tatsächlich ist: Studien des CPAP-Herstellers ResMed haben gezeigt, dass die meisten Patienten ihr Gerät regelmäßig nutzen; und eine Patientenzufriedenheitsumfrage ergab, dass fast 90 % der Befragten sich durch die Therapie auch besser fühlten. Die Herausforderung für die Zukunft besteht laut Rouven Schlaghecke, Gesundheitsmanager bei ResMed, darin, dass man wirtschaftliche Wege finden muss, trotz sinkender Pauschalen weiterhin Serviceleistungen anzubieten und diese auf regionaler Ebene nach Möglichkeit sogar noch weiter auszubauen. Denn Patientenbetreuung ist für die Förderung der Compliance unverzichtbar.