Thementag Schlaf 2012

Thementag Schlaf 2012, 5.5.2012

 

Berichte

Die Somnus-Verleihung 2012

Wir möchten mit dem Schlafmagazin allen, die sich für den Schlaf interessieren und um ihn kämpfen, mit Informationen und Ratschlägen beistehen. Und wir wollen einzelne Personen beispielhaft für ihr Engagement in den Vordergrund des öffentlichen Interesses rücken: Betroffene, die sich in der Selbsthilfe für ihre Mitmenschen engagieren, Ärzte und Wissenschaftler, die die Geheimnisse des Schlafs erforschen und Schlafgestörten Hilfe bieten. Deshalb wird im Rahmen des „Thementags Schlaf“ alljährlich der Somnus, der Preis des Schlafmagazins, verliehen. 

Die diesjährigen Somnus-Preisträger (von links nach rechts): Dr. Hans-Günter Weeß, Dr. Stefan Reinecke, Prof. Thomas Penzel, Reinhard Wagner, Werner Lankes

In diesem Jahr gab es fünf Preisträger. Der erste, Reinhard Wagner, wurde im Jahr 2005 mit der Diagnose Schlafapnoe konfrontiert und entschloss sich, andere Betroffene mit seinem Wissen und seiner Erfahrung zu unterstützen. Er gründete die Selbsthilfegruppe Wilhelmshaven-Friesland-Wittmund. 2011 etablierte er eine Organisation auf Landesebene, den Arbeitskreis Schlafapnoe niedersächsischer Selbsthilfegruppen. Außerdem lenkte er die Aufmerksamkeit der Klinikärzte auf das Problem Schlafapnoe und Narkose, kümmert sich um die Therapietreue der Schlafapnoe-Patienten und engagiert sich seit langem für das brisante Thema Sekundenschlaf: Verschiedene Veranstaltungen zur Verkehrssicherheit gehen auf seine Initiative zurück. 

Der zweite Preisträger, Werner Lankes, leitet ein großes Schlaflabor in Wangen und kennt die Probleme seiner Patienten, die nach der Diagnose und Therapieeinleitung weitere Betreuung brauchen, sehr genau – eine Betreuung, die das Gesundheitssystem inzwischen nicht mehr vorsieht und den Schlaflaboren auch nicht honoriert. Werner Lankes ist Gründer der Selbsthilfegruppe Schlafapnoe Oberschwaben-Allgäu und ein scharfsinniger Kritiker der jetzigen Gesundheitspolitik, die die Schlafmedizin immer mehr zu beschneiden versucht.

Prof. Thomas Penzel gehört zum „Urgestein“ der deutschen Schlafmedizin. In Marburg studierte er Physik und Humanbiologie. Da lag es nahe, dass er 1982 zusammen mit Prof. Jörg Hermann Peter das Schlaflabor an der Universität Marburg gründete. Zuerst war es eine reine Forschungseinrichtung, wuchs aber dann zu einem der größten Schlaflabore heran. Seit 2006 ist Prof. Penzel wissenschaftlicher Leiter des Interdisziplinären Schlafmedizinischen Zentrums an der Charité Universitätsmedizin in Berlin und verantwortet außerdem die Schriftleitung der Fachzeitschrift Somnologie. 

Der vierte Preis ging an einen Arzt, der 2006 von der Landesärztekammer die Zusatzbezeichnung Schlafmedizin erhielt und auch einem Schlaflabor an einer Stuttgarter Klinik vorsteht. Doch eigentlich erhielt der Internist Dr. Stefan Reinecke den Somnus aus einem anderen Grund. Er praktiziert eine Art von Medizin, die heute selten geworden ist: Stefan Reinecke schaut nicht speziell auf Herz oder Lunge, den Verdauungstrakt oder das Nervensystem, sondern betrachtet den Menschen als Ganzes – was insbesondere in der heutigen Schlafmedizin unverzichtbar ist. 

Der Diplom-Psychologe und Somnologe Dr. Hans-Günter Weeß, der fünfte Preisträger, hat zusammen mit Prof. Reinhard Steinberg am Pfalzklinikum in Klingenmünster das dortige Schlaflabor aufgebaut und war Gründungsmitglied des Arbeitskreises schlafmedizinischer Zentren, des Vorläufers der heutigen DGSM. Heute leitet er in Klingenmünster eines der größten und modernsten Schlaflabore Deutschlands und hat zwei Selbsthilfegruppen für Insomnien mitbegründet. Bekannt und berühmt ist seine Schlafschule, die Menschen mit Schlafstörungen hilft, ihre Probleme besser zu verstehen und wieder zu einem erholsamen Schlaf zu finden.