07/05 2012

Restless-Legs-Syndrom in Willis-Ekbom-Krankheit umbenannt

Im Sommer letzten Jahres wurde die Entscheidung getroffen, das Restless-Legs-Syndrom (die „Krankheit der unruhigen Beine“, kurz: RLS) in Willis-Ekbom-Krankheit umzubenennen – hauptsächlich auf Betreiben der amerikanischen Restless Legs Syndrome Foundation „Nightwalkers“. Für diese Namensänderung geben die „Nightwalkers“ mehrere Gründe an: 

  • • Die erste bekannte medizinische Beschreibung dieses Krankheitsbildes wurde im Jahr 1672 von Sir Thomas Willis vorgenommen.

  • • Durch die Umbenennung wird den vielen Patienten Respekt erwiesen, die an dieser Krankheit leiden. (Die Bezeichnung “unruhige Beine“ wurde und wird in den Medien vielfach ins Lächerliche gezogen.)

  • • Außerdem sei der Name RLS irreführend, denn die Patienten hätten ihre Beschwerden ja nicht nur in den Beinen, sondern oft auch an den Armen oder in anderen Körperregionen.

Trotz all dieser Argumente ist so eine Umbenennung unserer Ansicht nach immer problematisch, denn sie erfordert eine Umgewöhnung bei Ärzten und Patienten. Das meint auch Lilo Habersack, die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Restless Legs Vereinigung: „Ich bin nicht sehr glücklich über die Entscheidung, dass nunmehr Willis-Ekbom-Disease verwendet werden soll. Wie lange hat es gedauert, das Restless-Legs-Syndrom in die Köpfe der Ärzte und der Betroffenen hineinzubekommen, und noch heute kennen viele das Krankheitsbild nicht. Wir haben uns seit 1995 intensiv mit der Bekanntmachung, Erforschung, Behandlung und Akzeptanz der Krankheit beschäftigt und ich behaupte auch, dass wir als Vereinigung sehr viel dazu beigetragen haben, wo wir heute stehen. Ich überlasse es der nächsten Generation, den Begriff `Willis-Ekbom-Disease´ bekannt zu machen“, meint sie. Außerdem ist das RLS ihrer Einschätzung nach keine Krankheit, sondern ein Syndrom. Deshalb lehnt die Deutsche Restless Legs Vereinigung den neuen Namen ab: „Nach einer eingehenden Besprechung mit unseren ärztlich-wissenschaftlichen Beiräten haben wir einer Änderung nicht zugestimmt.“ 

 

Marion Zerbst