Verstärkung von Symptomen des Restless-Legs-Syndroms durch das Medikament Rogotin

Das Restless-Legs-Syndrom (RLS) ist eine Erkrankung, bei der die Beine im Ruhezustand unangenehm kribbeln, spannen, ziehen oder schmerzen. Diese Gefühlsstörungen können nur durch Bewegung gelindert werden. Die Betroffenen kommen daher nachts kaum zur Ruhe und leiden unter Schlafstörungen. Behandelt wird das RLS u. a. durch den Dopaminantagonisten Rogotin, der über ein Pflaster an die Haut abgegeben wird. Leider verstärken sich bei manchen Menschen nach einiger Zeit der Behandlung mit Rogotin die Symptome des RLS noch (sogenannte Augmentation).Eine Forschergruppe der Universitätsklinik für Neurologie Innsbruck stellte in einer über fünf Jahre laufenden Untersuchung fest, dass eine klinisch signifikante, also auffällige und behandlungsbedürftige Augmentation in der Regel erst im zweiten Jahr der Rogotin-Behandlung auftrat. Insgesamt nahmen 295 Probanden an der Studie teil, von denen 126 über die gesamte Studiendauer am Ball blieben. Bei 39 Teilnehmern konnte eine klinisch signifikante Verstärkung der RLS-Symptome ausgemacht werden. Die Innsbrucker Forscher schlussfolgerten aus ihren Ergebnissen, dass Studien zur Augmentation durch Medikamente beim RLS länger als ein Jahr dauern müssen, um konkrete Aussagen zur Augmentation zu ergeben.

Univ. Prof. Birgit Högl et. al., Universitätsklinik für Neurologie Innsbruck

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