22/10 2013

Zähneknirschen als Ursache für Schlafstörungen

Menschen aller Altersklassen leiden unter nächtlichem Zähneknirschen, einer anerkannten Bewegungsstörung, die nicht nur die Zähne dauerhaft schädigen kann. Das unbewusste Aufeinanderpressen oder Knirschen der Zähne - medizinisch Bruxismus - führt nicht selten zu Verspannungsschmerzen und kann sowohl dem Betroffenen als auch dem Partner Schlafstörungen verursachen. Die Ursachen sind meist psychischer Natur; Stress, starke Anspannung oder innere Unruhe begünstigen Bruxismus ebenso wie bereits bestehende Schlafstörungen. Wenngleich das Zähneknirschen bislang noch nicht umfassend medizinisch erforscht ist, gelten Genussmittel wie Alkohol, Koffein und Nikotin ebenfalls als Risikofaktoren.



Unter dem Begriff Bruxismus werden zwei Verhaltensstörungen zusammengefasst, das Zähneknirschen und das Aufeinanderpressen der Zähne. Beiden Formen gemeinsam sind die außergewöhnlich hohen Kräfte, denen der Bewegungsapparat ausgesetzt ist. Der Kaudruck kann beim Bruxismus das Zehnfache des normalen Drucks betragen; das entspricht einer Belastung von etwa 150 kg. Beim Zähneknirschen wird zusätzlich der Zahnschmelz abgerieben. Die Zähne werden empfindlich, können sich lockern und im schlimmsten Fall brechen. In Fällen von lang anhaltendem Bruxismus sind häufig auch Entzündungen oder Veränderungen des Kiefergelenks die Folge.



Zähneknirschen beeinträchtigt in vielen Fällen die Schlafqualität, da der enorme Druck Verspannungen der Gesichtsmuskulatur sowie des Nacken- und Schulterbereichs verursacht. Ein unruhiger Schlaf, regelmäßige Verspannungen und Schmerzzustände können ein Anzeichen für unbewusstes Zähneknirschen sein. Auch der Partner ist oftmals betroffen, da nächtliches Zähneknirschen ähnlich wie Schnarchen mit störenden Geräuschen einhergeht. Dies bietet zugleich eine Möglichkeit, Bruxismus frühzeitig zu erkennen. Für den Betroffenen selbst hingegen ist die Ursache möglicher Schlafstörungen nur selten auf Anhieb zu erkennen, da nächtliches Zähneknirschen in den meisten Fällen unbewusst geschieht.



Zur Therapie von Bruxismus verwenden Zahnärzte Aufbissschienen aus Kunststoff, die während des Schlafes ein unbewusstes Knirschen verhindern. Damit werden jedoch nur die Symptome behandelt, nicht aber die Ursachen, die in vielen Fällen psychisch bedingt sind. Hier empfiehlt sich eine entsprechende Therapie, um auch das Zähneknirschen dauerhaft zu beseitigen. Entspannungstechniken, Massagen oder eine physiotherapeutische Behandlung können ebenfalls zur Lockerung der Kiefermuskulatur beitragen. Der Besuch beim Zahnarzt ist in diesen Fällen unvermeidbar. So hat sich auch Dr. Seidel aus Berlin auf dieses spezielle Problem fokussiert.



Eine andere Situation ist bei Personen gegeben, die auch tagsüber mit den Zähnen knirschen. Im Gegensatz zum ausschließlich nächtlichen Zähneknirschen besteht hier die Möglichkeit, den Bruxismus bewusst zu unterdrücken, etwa durch das Anbringen optischer Erinnerungshilfen. Auf diese Weise verringert sich in der Regel auch das nächtliche Zähneknirschen; die Schlafqualität wird langfristig verbessert.



Als vorbeugende Maßnahme gegen Bruxismus empfiehlt sich insbesondere das Vermeiden von Stress und Anspannungszuständen im Alltag, entweder durch entsprechende Entspannungstechniken oder durch dauerhafte Veränderungen der Lebensweise. Auch Alkohol, Koffein, Nikotin sowie jede Art von aufputschenden Mitteln sollten gemieden werden. Und so kann auch ein gesunder Schlaf gewährleistet werden.

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