04/06 2012

point 2 ein außergewöhnliches CPAP aus dem Hause Hoffrichter


Der point ist als CPAP schon einige Zeit bekannt. Sein Konzept unterschied sich jedoch von allen anderen Hoffrichter-Geräten. Ursprünglich sollte er das erste Gerät einer neu zu schaffenden Standard-Linie werden. Ausgestattet mit einem robusten Gebläse aus deutscher Produktion und der Option eines Batteriebetriebes sollten damit Voraussetzungen geschaffen werden, den zunehmenden Billigimporten eine Alternative entgegenzusetzen. Die schnelle Verbreitung von Flex- und Auto-CPAP-Funktionen erforderten jedoch eine Konzentration der Entwicklungsarbeiten auf die HOFFRICHTER-Hauptlinien VECTOR et und TREND II, die ebenfalls mit FlexLine, Auto-CPAP und einem ordentlichen Datenmanagement modernisiert werden mussten. Der point geriet dadurch etwas aus dem Fokus.

Inzwischen wurden die Entwicklungskapazitäten im Unternehmen vergrößert und der point erscheint nun als point 2 im neuen Outfit. Äußerlich kommt er wie seine großen Geschwister im weißen Hochglanz daher. Der bisherige, etwas komplizierte Hebelmechanismus zum Aufstecken des Befeuchters wurde durch einen neuen Mechanismus ersetzt. Der Befeuchter kann jetzt einfach angesetzt und durch Tastendruck wieder abgenommen werden. Der optionale Luftfilter an der Rückseite wurde ebenfalls mit einem Einrast-Mechanismus ausgestattet und ist jetzt noch sicherer mit dem Gerät verbunden. 

Der Aufbau des Befeuchters hat sich wenig verändert und auch das Heizmodul hat außer der neuen Farbe keine wesentlichen Veränderungen erfahren. Wie schon vom Vorgängerprodukt bekannt kann auch der point 2 mit  Batterien betrieben werden. Die zwei Lithium-Akkupacks müssen dazu nur auf beiden Seiten des Gehäuses eingeklinkt werden und bieten dann einen netzunabhängigen Betrieb von etwa 8 Stunden. Im Batteriebetrieb kann die Befeuchterheizung nicht eingeschaltet werden. Die Akkus werden geladen, sobald wieder eine Verbindung zum Energienetz hergestellt ist.

Die größten Änderungen betreffen jedoch die Funktionalität. So verfügt der point 2 über Sensoren zur genauen Messung des Flow. Dadurch ist es möglich geworden, das Atemzugvolumen exakt anzuzeigen. Aber auch die Kompensation der Druckverluste über dem Atemschlauch und einem eventuell angeschlossenen Befeuchter können präzise aus dem jeweiligen Flow berechnet und mit einer entsprechenden Gebläsesteuerung ausgeglichen werden. Ein Druckmessschlauch bis in die Maske hinein kann dadurch entfallen. 

Neu ist die FlexLine-Steuerung des point 2, die völlig transparent geworden ist. So sind die für Inspiration und Exspiration getrennt einstellbaren Flex-Stufen nicht einfach nur Stufen, sondern sie besitzen die Maßeinheit hPa/(l/s) eines Atemwiderstandes, bezogen auf einen Flow von 1 l/s. Dadurch entsprechen sie genau dem Betrag eines Atemwegwiderstandes, um den der Patient durch die FlexLine-Funktion entlastet wird. Zusätzlich ist auch der Verlauf der Druckunterstützung physiologisch angepasst worden. Wenn also der Flow bei einer Inspiration ansteigt, dann steigt der Flex-Druck nicht einfach so mit dem Flow an. Die Drucksteuerung folgt vielmehr dem exakten Verlauf der Druckverluste an den physiologischen Atemwegwiderständen. Dieselbe Anpassung erfolgt natürlich auch während einer Exspiration. Dadurch werden störende Beatmungseffekte gleich zu Beginn der Atemphasen vermieden, ohne dass die FlexLine Unterstützung mit  ansteigendem Flow nachlässt. Das Ergebnis ist ein Biofeedback und ein äußerst angenehmes Atmen. Es entsteht nicht nur das Gefühl, als ob die Atmung angefacht wird, es geschieht tatsächlich, was angesichts der erschwerten Atmung unter Druck die Belüftung der Lungen verbessert und gleichzeitig die Druckschwankungen im Rachenraum verringert. 

 

Die Auto-CPAP Funktion des point 2 arbeitet mit drei Kanälen:

 

Erkennung von Flow-Reduktionen

Erkennung von Schnarchgeräuschen

Unterscheidung von obstruktiven und zentralen Apnoen

Jedem dieser Kanäle ist eine separate Sensorik zugeordnet. Mit Hilfe der Flowmessung werden Flow-Reduktionen erkannt. Außerdem wird der Flowverlauf analysiert um negative Veränderungen, das sogenannte Flattening im Vorfeld einer obstruktiven Apnoe, zu detektieren. Schnarchen wird mit dem Drucksensor erkannt, denn Schallschwingungen sind bekanntlich Druckschwingungen. Elektronische Filter trennen das Signal in den gemessenen Therapiedruck und den gemessenen Schall. Das Schnarchfilter ist mit einer Bandbreite von 20 Hz bis 400 Hz ausgelegt, wodurch nahezu alle auftretenden Schnarch-Geräusche erfasst werden. 

Zur Unterscheidung zentraler und obstruktiver Apnoen werden Methoden der Wechselstromtheorie angewendet, nur dass anstelle eines elektrischen Stromes der Luftstrom betrachtet wird. Die steifen Luftkanäle und der steife Schlauch bilden einen reellen Strömungswiderstand, während eine geöffnete Lunge  aufgrund ihrer Elastizität einen sogenannten Blindwiderstand besitzt. In der Analogie wäre das eine Reihenschaltung eines Widerstandes mit einem Kondensator. Wird dieses System mit Druckschwingungen  angeregt, folgt eine Verschiebung in den Zeitverläufen von Druckschwingungen und den dadurch angefachten Flowschwingungen. Wenn der Zugang in die elastische Lunge hinein durch eine Obstruktion versperrt ist, dann besteht das Strömungssystem nur noch aus den steifen Kanalelementen und dem ebenfalls steifen Therapieschlauch. Im Analogiemodell ist der Kondensator dadurch entfallen. In diesem Aufbau existiert dann keine zeitliche Signalverschiebung mehr. Die Druckschwingungen selbst werden vom Gebläse erzeugt und sind unmerklich klein. Ihre Frequenz liegt im unhörbaren Infraschallbereich. Zur Detektion der Infraschallschwingungen im Gesamtflow wird ein Elektretmikrofon am Lufteinlass des Gebläses benutzt. 

In seiner Gesamtheit ist der point 2 ein robustes und funktionell durchdachtes Gerät in der Kompaktklasse. Die Techniker haben zu seiner Realisierung ganz neue Wege beschritten. Üppig mit Sensoren ausgestattet, verfügt der point 2 über Funktionen, die in CPAP-Geräten bisher nicht anzutreffen waren. Einflüsse von Temperaturschwankungen und selbst Alterungseffekte, die die Genauigkeit der Therapiedruckmessung beeinflussen könnten, werden automatisch korrigiert. 

Der Ursprungsgedanke, den point zu einem billigen Standardgerät zu machen, wurde damit aufgegeben. Stattdessen wurde eine viel ernsthaftere und preiswerte Konkurrenz zu Billigimporten geschaffen. Der point 2 ist ein deutsches Produkt, das auch in Deutschland produziert wird und setzt nicht nur mit seiner Technik neue Maßstäbe. Seine große Funktionalität in Verbindung mit einer hohen pneumatischer Leistung schafft beste Voraussetzungen für eine hohe Patienten-Compliance. Das Gerät ist außerordentlich leise, ist wartungsfrei, hat eine hohe Lebensdauer und einen attraktiven Preis. 

 

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