Mediziner rufen europaweit zur Teilnahme an Umfrage über Müdigkeit im Straßenverkehr auf

 

 

ESRS, DGSM, BSD und das Schlafmagazin gegen den Sekundenschlaf

 

Müdigkeit ist im Straßenverkehr ähnlich gefährlich wie Alkohol am Steuer. Die Selbstüberschätzung nimmt zu, dafür lassen Konzentration und Reaktionsfähigkeit nach. 17 Stunden ohne Schlaf sind vergleichbar mit 0,5 Promille Alkohol im Blut, 24 Stunden sogar mit 1 Promille. Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), der BSD und das Schlafmagazin schlagen nun gemeinsam mit der EU Alarm. Auf seiner europaweiten Tour kommt deshalb am 13. Oktober 2013 der "Wake up"-Bus der European Sleep Research Society (ESRS) auch nach Berlin - und schon im Vorfeld können die Deutschen bei der Aktion mitmachen und einen Fragebogen im Internet über ihr Fahr- und Schlafverhalten ausfüllen.

Die knapp 20 Fragen, die unter http://www.esrs.eu/sleepstudy.html  abrufbar sind, werden anonym beantwortet und richten sich an Menschen aus 18 Ländern, die an der ESRS-Studie teilnehmen. Darunter sind Länder wie Österreich, Frankreich, Polen, Italien und Schweden, aber auch Slowenien und Estland. In Portugal, das ebenfalls teilnimmt, beginnt am 3. Oktober 2013 die "Wake up"-Busroute, die über Spanien, Frankreich, Italien, Slowenien, Österreich, Polen und Deutschland läuft und schließlich knapp 14 Tage später in Brüssel/Belgien bei der EU endet. Anlässlich dieser Tour wollen die Schlafmediziner dann die Ergebnisse der Studie präsentieren und die Politik für das Thema sensibilisieren. Die Folgen von Sekundenschlaf am Steuer sind nämlich erschreckend: Wer bei rund 100 km/h nur für zwei Sekunden kurz wegnickt, legt in dieser Zeit unkontrolliert fast 60 Meter zurück. Experten der DGSM gehen davon aus, dass zahlreiche Tote und Verletzte jedes Jahr auf den Sekundenschlaf zurückgehen. Müdigkeit am Steuer taucht jedoch in offiziellen Statistiken als Unfallursache nur selten auf, denn der Nachweis ist im Gegensatz zu Alkohol im Blut schwierig – doch die Dunkelziffer ist deutlich höher. Gerade im Herbst und Winter steigt das Risiko von Sekundenschlaf dramatisch an.

Die Teilnahme an der Umfrage ist unter der genannten Online-Adresse möglich: http://www.esrs.eu/sleepstudy.html

 

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