04/08 2011

Tag der Verkehrssicherheit 2011

Niedersächsische Selbsthilfegruppen gegen den Sekundenschlaf

SHG-Chef Reinhard Wagner organisierte mit seinem Team und den Experten der Deutschen Verkehrswacht am 30. Juni an der Tank- und Rastanlage Dammer Berge ein umfangreiches Informationsangebot für Lkw-Fahrer gegen den Sekundenschlaf. 

Wagner und seinem Team standen dabei die beiden Schlafmediziner Dr. Andreas Möller (Schlaflabor im Reinhard-Nieter-Krankenhaus, Wilhelmshaven) und Dr. Christian Godde (Schlaflabor im St.-Franziskus-Hos­pital, Lohne) sowie der Fachanwalt für Medizin- und Versicherungsrecht Alexander Reents zur Seite. 

Unterstützt wurde die Aktion von der AOK, die demonstrierte, wie man sich gesund ernährt, um auch so fit am Steuer zu sein, und von dem Unternehmen Heinen + Löwenstein, dem die Problematik Sekundenschlaf ein großes Anliegen ist. Die medizinische Unterwegsversorgung für Lkw-Fahrer DocStop mit ihren bundesweit über 300 Anlaufstellen, an denen Berufskraftfahrer medizinische Hilfeleistungen anfordern können, wurde von Rainer Bernickel präsentiert. 

Daimler hatte einen Vorzeige-Lkw mit exzellent ausgestatteter Schlafkabine ausgestellt, der dem Lkw-Fahrer tatsächlich einen erholsamen Schlaf ermöglicht, die wichtigste Voraussetzung gegen den Sekundenschlaf – freilich für die meisten Brummifahrer ein Traum, denn das Gros der Speditionsunternehmen können oder wollen sich diesen „Luxus“ für ihre Fahrer noch nicht leisten. Einerseits verständlich, wenn man an den ökonomischen Druck der Branche denkt, den vor allem die Konkurrenz aus osteuropäischen Ländern schafft. Andererseits: Wenn es um Gesundheit und Leben geht, fällt es schwer, für solche Sparsamkeit Verständnis aufzubringen. In diesem Lkw war auch ein Schlafapnoe-Atemtherapiegerät installiert. 

Lkw-Fahrer konnten bei dieser Aktion ihre Wachheit mittels des pupillografischen Schläfrigkeitstests messen lassen, ebenfalls wurden anonyme Fragebogen ausgegeben, auf denen die Fahrer ihre selbstempfundene Wachheit oder Schläfrigkeit dokumentieren konnten.

Sekundenschlaf am Steuer ist ein großes Problem – und ein weitgehend ungelöstes. Kraftfahrer, die an einer Schlafapnoe leiden und deshalb keinen erholsamen Schlaf ha­ben, müssen damit rechnen, dass sie infolge ihrer Müdigkeit bei Tage Unfälle verursachen. Strafrechtlich kann durch ein solches Verhalten eine Straßenverkehrsgefährdung vorliegen, die mit Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet wird. Insofern ist diese Aufklärungsaktion von Reinhard Wagner und seinem Team besonders anerkennenswert und verdient, in ganz Deutschland nachgemacht zu werden.

  

zurück zu den News