01/08 2013

Wie gesunde Schläfer und Patienten mit primärer Insomnie ihren Schlafzustand wahrnehmen

Klinisches Wissen und Forschungsarbeiten im Bereich der Insomnie (Einschlaf- und Durchschlafstörungen) weisen darauf hin, dass viele Patienten mit Primärer Insomnie dazu tendieren, ihre nächtlichen Wachzeiten im Vergleich zu guten Schläfern zu überschätzen. Diese Patienten klagen stark über einen gestörten Nachtschlaf, wobei die Tagesbefindlichkeit nahezu unbeeinträchtigt ist und die polysomnographischen Befunde relativ unauffällig sind. Eigene Arbeiten weisen darauf hin, dass die Menge des REM-Schlafs und die Anzahl von Mikro-Arousals während dieses Schlafstadiums mit der Fehlwahrnehmung des Schlafs zusammenhängen. Um diese Befunde weiterzuverfolgen und das Rätsel der Fehlwahrnehmung des Schlafzustandes bei insomnischen Patienten zu lösen, sollen Patienten mit Primärer Insomnie im Vergleich zu gesunden Schläfern polysomnographisch untersucht werden. Zum Einsatz kommen sollen nicht nur die klassische Schlafstadienanalyse sondern auch spektralanalytische Auswertungen und Mikro-Arousal-Ana­lysen. Weiterhin werden neben den elektrophysiologischen Aufzeichnungen nachts von Patienten und gesunden Schläfern auditorische Weckschwellen bestimmt sowie Daten zum Bewusstseinszustand und gedanklichen Inhalten erhoben. Dies geschieht nach Weck-Stimuli aus dem NonREM/REM-Schlaf durch Befragungen hinsichtlich der mentalen Aktivität vor dem Erwachen und im Hinblick auf die Einschätzung des Zustandes vor dem Wecken (Wach versus Schlafen). Die Beantwortung der Frage, warum manche Patienten mit Insomnie zu einer Überschätzung nächtlicher Wachzeiten neigen, ist nicht nur von theoretischer Bedeutung für die Frage des Erlebens von Bewusstsein während der Nacht, sondern auch von hoher klinischer und möglicherweise therapeutischer Relevanz für Insomniepatienten.

Gesucht werden Insomniepatienten und gesunde Schläfer beiderlei Geschlechts im Alter von 30–60 Jahren. Eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 300 Euro wird übernommen.

Ansprechpartner:
Prof. Dieter Riemann
Tel.: 0761-270-69190
E-Mail: dieter.riemann(at)uniklinik-freiburg.de
Projektbeginn: 01.07.2013
Projektende: 30.06.2015
Projektleitung: Prof. Dieter Riemann
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg 
Zentrum für Psychische Erkrankungen (Department)
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Hauptstr. 5, 79104 Freiburg

 

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