Schlaf         Schlafstörungen          Schlafapnoe          Sekundenschlaf          Schlafmangel bei Frauen          Schlafmedizin          Selbsthilfegruppen


Schlafapnoe, Apnoe

Von einer Schlafapnoe redet man, wenn während des Schlafs Atemaussetzer von wenigstens zehn Sekunden Länge vorkommen, während derer der Sauerstoffgehalt des Bluts zum Teil bedenklich absinkt und der Kohlendioxidgehalt steigt. Vom Schlafapnoe-Syndrom ist dann die Rede, wenn es als Folge der Atemaussetzer zu Aufweckreaktionen des Körpers kommt, die von den Betroffenen nicht bewusst wahrgenommen werden, aber dazu führen, dass der Schlaf nicht erholsam ist und der Betroffene am folgenden Tag sehr müde ist. Unter Umständen nicken die Betroffenen deshalb am folgenden Tag sogar in unpassenden Situationen (z.B. beim Autofahren) kurzzeitig ein. Neben dieser Tagesschläfrigkeit gehören zum Schlafapnoe-Syndrom noch weitere mögliche Folgen der nächtlichen Atemaussetzer, z.B. Bluthochdruck, Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen, denn nach der Weckreaktion des Körpers muss das Herz stärker arbeiten, um den Körper rasch mit sauerstoffreichem Blut zu versorgen. Auf Dauer kann es ermüden und eine Herzschwäche auftreten; es kann sich auch dauerhafter Bluthochdruck entwickeln und der Herzschlag kann aus dem Takt geraten. Bei mehr als zehn Atemaussetzern mit einer Dauer von mindestens zehn Sekunden Länge pro Stunde, Tagesmüdigkeit und möglicherweise auch einer der genannten gesundheitlichen Folgen, ist das Vorliegen eines Schlafapnoe-Syndroms sehr wahrscheinlich...   mehr im Schlaflexikon: Schlafapnoe


Neue Wege in der Schlafapnoe-Therapie

Prof. Dr. Karl-Heinz Rühle

Die nasale Überdruckbeatmung (nCPAP) ist nach wie vor der Goldstandard in der Behandlung der obstruktiven Schlafapnoe. Aber es gibt immer wieder Patienten, die diese Therapie nicht akzeptieren oder bei denen sie nicht wirkt. Deshalb sind Schlafmediziner ständig auf der Suche nach neuen Behandlungsmöglichkeiten für schlafbezogene Atemstörungen. 

Die CPAP-Therapie wurde in den drei Jahrzehnten seit ihrer Erfindung kontinuierlich verbessert: Die einst 20 bis 30 kg schweren, potthässlichen Beatmungsmonster haben sich zu handlich kleinen, fast schon elegant wirkenden Geräten gemausert. Der ursprüngliche Geräuschpegel konnte auf ein Viertel reduziert werden: Mit etwa 24 Dezibel sind die heutigen CPAP-Geräte beinahe flüsterleise. Außerdem gibt es mittlerweile eine große Auswahl unterschiedlicher Therapiemodi: Neben den ursprünglichen Geräten, die einen konstanten Druck abgeben, werden inzwischen vielfach automatische CPAP-Geräte verwendet, die ihren Druck flexibel dem jeweiligen Bedarf des Patienten anpassen. Damit kann man ungefähr 2 mbar Therapiedruck pro Nacht einsparen. Das macht die Therapie angenehmer und verbessert die Compliance. Denn der Schweregrad der Obstruktionen variiert von Nacht zu Nacht und sogar von Stunde zu Stunde – je nach Schlafphase, Schlafposition, abendlichem Alkoholkonsum und anderen Einflussfaktoren. Ferner gibt es CPAP-Geräte mit flexibler Druckabsenkung (C-Flex). Sie wurden entwickelt, weil viele Patienten es als unangenehm empfinden, gegen den Therapiedruck des Geräts auszuatmen. Diese Geräte senken den Beatmungsdruck genau zu Beginn der Ausatmung ab; beim Einatmen steigt der Druck wieder an. Viele Patienten empfinden das als Entlastung, weil sie jetzt nicht mehr gegen einen „Widerstand“ anatmen müssen. Auch die Masken – die Schnittstellen zwischen Patient und Gerät, die besonders häufig Probleme bereiten – wurden in den letzten 30 Jahren deutlich verbessert: Inzwischen gibt es so viele verschiedene Maskentypen, dass nahezu für jeden Patienten etwas Passendes dabei ist...   mehr: Schlafmagazin 4/2011-Neue Wege in der Schlafapnoe-Therapie