Schlaflexikon


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Schlafwandeln
Somnambulismus, Lunatismus, Mondsucht; Verrichten von Tätigkeiten während des Schlafs ohne zu erwachen - angefangen vom Aufsetzen im Bett, bis hin zum Gehen und der Durchführung von Handlungen, ohne sich dessen bewusst zu sein. Schlafwandeln findet nur in den Tiefschlafphasen statt, nicht während des REM-Schlafs, in dem der Muskeltonus herabgesetzt ist. Schlafwandeln wird von der Medizin als Störung des Aufwachmechanismus beurteilt. Bei Kindern, die häufiger vom Schlafwandeln betroffen sind, als Erwachsene, ist oft eine Unreife des zentralen Nervensystems ursächlich für das Phänomen. Meistens hört das Schlafwandeln deshalb auch während bzw. nach der Pubertät auf. Zu den Auslösern gehören oft seelische Belastungen oder anderweitiger Stress, oft auch Fieber oder Außenreize, z.B. Licht (Vollmond, Straßenlaterne oder Ähnliches). Tritt das Schlafwandeln im Erwachsenenalter noch häufiger auf, kann ihm auch eine Persönlichkeitsstörung zugrunde liegen. Eine erbliche Veranlagung für das Schlafwandeln konnte ebenfalls nachgewiesen werden. Schlafwandler lassen sich nur schwer aufwecken; direkt während des Schlafwandelns sollte man dies auch besser unterlassen, da es die Betroffenen irritieren könnte. An das eigentliche Schlafwandeln besteht nach dem Aufwachen keine Erinnerung. Eine Behandlung ist meistens nicht notwendig, es sei denn, dass sich die schlafwandlerischen Episoden stark häufen oder im Erwachsenenalter noch auftreten. Unter Umständen kann eine Psychotherapie hilfreich sein, z.B. wenn seelischer Stress als Ursache für das Schlafwandeln ausgemacht wurde. Bei Erwachsenen werden auch Medikamente (u.a. Antidepressiva, Benzodiazepine) eingesetzt.
Siehe auch:
REM-Schlaf
Antidepressiva