18/07 2018

Liebe Leserin, lieber Leser,

Liebe Leserin, lieber Leser,

wir haben für Sie den Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie besucht. Die Lungenheilkunde beschäftigt sich mit Krankheiten unseres Atmungsorgans; Asthma oder die chronisch obstruktive Lungenerkrankung, kurz COPD, sind mittlerweile Volkskrankheiten. Nehmen wir einmal die COPD als Beispiel: Husten, Bronchitis und Atembeschwerden – das sind die typischen Anzeichen dieser Krankheit. Man geht davon aus, dass in Deutschland 10–12 % der Erwachsenen über 40 Jahre darunter leiden! Die dadurch verursachten volkswirtschaftlichen Gesamtkosten sind exorbitant: Experten schätzen sie auf jährlich fast sechs Milliarden Euro! Ganz abgesehen vom Leid der einzelnen Betroffenen. Die Pneumologie beschäftigt sich aber auch mit Lungenkrebs, einem auch heute noch meist tödlich verlaufendem Leiden. Über solche Erkrankungen wollen wir künftig ausführlicher berichten, denn nicht nur die Schlafapnoe, die in das Gebiet der Lungenheilkunde fällt, erschwert uns das Leben.

In der Medizin tut sich weltweit Erstaunliches. Der Fortschritt der Molekulargenetik hat ganz neue Perspektiven eröffnet. Wir haben auch auf dem Kongress der International 

Surgical Sleep Society in München hochinteressante Erkenntnisse gewonnen, die die Behandlung der Schlafapnoe ziemlich radikal verändern werden. Der Bericht über die Arbeit des australischen Forschers Danny Eckert eröffnet den Blick auf gänzlich neue Methoden der Schafapnoe-Therapie.

Bei aller Begeisterung für den Fortschritt in der medizinischen Wissenschaft dürfen wir die Realität der Versorgung hierzulande nicht aus den Augen verlieren. Sicher, wir können stolz sein auf die hohe Qualität der Medizin in Deutschland. Doch es ist nicht selbstverständlich, dass dies auch so bleibt. Einige Krankenkassen orientieren sich immer mehr an der Führungsstrategie der Konsumindustrie. Man reduziert, man spart, um Rücklagen aufzubauen. Gewinne dürfen Krankenkassen nicht machen. Eine der größten Ersatzkassen, die von einem ehemaligen Arzt geleitet wird, die BARMER, demonstriert unfreiwillig mit einer skandalösen Ausschreibung auf respiratorischem Terrain, wie man die Gesundheit der Patenten kaltherzig riskiert. Unfreiwillig – weil man nicht damit gerechnet hat, dass auch Politik und Bundesversicherungsamt auf diese Katastrophe aufmerksam geworden sind und gegensteuern. Die BARMER beugt sich aber dem Protest der Patienten und der Aufsichtsbehörde nicht, sondern zieht selbstbewusst vors Gericht. Das kann sie auch, werden die Anwälte doch von den Versicherten bezahlt!


Wie immer wünsche ich Ihnen eine informative Lektüre

Ihre

Dr. Magda Antonic