28/11 2013

Aus der Selbsthilfe

Großer Patientenkongress in Bayern

Aus Bayern ist von einem bemerkenswerten Ereignis zu berichten: dem 3. Bayerischen Patientenkongress für Schlafapnoe und Schlafstörungen in Ingolstadt-Zuchering am 26. Oktober.
Landesverbandschef Rolf Müller war es gelungen, mit Prof. Pollmächer (über Schlaf und Diabetes), Dr. Sauer (über Schlafapnoe und Narkose) und Dr. Freudenberg (über die Problematik, wie das mit dem Therapiegerät im Krankenhaus in der Praxis funktioniert) aktuelle Themen und hochkarätige Referenten ins Programm zu nehmen. Geradezu sensationell war der letzte Vortrag eines jungen Allgemeinmediziners, Dr. Jonas aus Olching, der als Hausarzt seine Patienten auf Schlafapnoe screent und sie auch nach der Untersuchung im Schlaflabor weiterhin engagiert betreut. Das Bemerkenswerte daran: Dr. Jonas bekommt diese zusätzliche Leistung von den Kassen nicht bezahlt, aber er macht das dennoch. Wir haben hier einen Arzt kennengelernt, der noch so richtig „altmodisch“ mit großer ärztlicher Leidenschaft für seine Patienten da ist. Über ihn werden wir im nächsten Heft eine Reportage bringen.


Selbsthilfegruppe Balingen verabschiedet Wolfgang Kraft
Das jüngste Treffen der Selbsthilfegruppe Balingen verlief ganz anders als gewohnt. Wolfgang Kraft, der die Gruppe seit vielen Jahren leitete, ahnte nicht, dass es eine richtig große Feier werden sollte. Kraft verabschiedete sich an diesem Abend.


Selbsthilfe braucht neue Ideen
Helmut Dendl aus Landshut hatte einen wirklich guten Einfall, den er auch gleich umsetzte: Für das Schaufenster seiner Apotheke bastelte er ein Plakat, das auf die Krankheitsbilder der Schlafapnoe und des Restless Legs Syndroms hinweist und auch über die Untersuchung im Schlaflabor und die Therapie informiert. Eine exzellente Idee, die so manche Selbsthilfegruppe gemeinsam mit ihrem Apotheker umsetzen könnte. Den freilich gilt es zu überzeugen. Denn wenn man so etwas im Schaufenster platziert, garantiert das mehr Aufmerksamkeit, als bei einer Veranstaltung einen Tisch mit Flyern hinzustellen. Was im Apothekenschaufenster steht, weckt bei vielen Leuten Interesse.


Wanderausstellung Schlafapnoe
Noch professioneller ging Reinhard Wagner vom Arbeitskreis Schlafapnoe Niedersächsischer Selbsthilfegruppen ans Werk: Er suchte ein Schaufenster in bester Lage und arrangierte dort eine Ausstellung mit dem provozierenden Slogan „Heute schon geschnarcht?“ Heinen + Löwenstein, VitalAire und FLO Medizintechnik hatten Masken und Geräte zur Verfügung gestellt. Zur Eröffnung kamen prominente Gäste aus der regionalen Politikszene. Wagner möchte diese Idee als Wanderausstellung auch anderen Selbsthilfegruppen zur Verfügung stellen. Und zwar kostenlos! Kosten entstehen nur für den Transport des Materials wie z. B. Schilder und Schaufensterpuppen und die Einrichtung vor Ort. Wagner stellt auch Druckvorlagen für die Plakate und Einladungen bereit.

Kontakt: Reinhard Wagner, Tel.: 044121 31 852
E-Mail: asn@gmx.net, www.asn-schlafapnoe.de


15 Jahre erfolgreiche Arbeit in Sachsen
(von Joachim Russack)
Der Verein zur Selbsthilfe Schlafapnoe/ Schlafstörungen e. V. Sachsen wurde 1998 in Kamenz gegründet. Der Gedanke, einen Verein ins Leben zu rufen, wurde von den damaligen Patienten und dem Leiter des Schlaflabors gefasst, mit dem Ziel, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Die Schlafapnoetherapie war damals noch neu und überall gab es Probleme. Nun blicken wir auf eine recht erfolgreiche Arbeit in den letzten 15 Jahren zurück. Dank der Arbeit einzelner Mitglieder ist es gelungen, 14 Regionalgruppen in ganz Sachsen zu gründen. Inzwischen sind wir noch 11 Gruppen, und diese leisten aktive Selbsthilfegruppenarbeit. Schwierigkeiten gab es vor sechs Jahren mit der „Ausschreibung“ durch die AOK Sachsen. Diese Situation gibt es inzwischen bundesweit. In Sachsen haben sich mittlerweile die Wogen etwas geglättet und wir arbeiten gut mit den Krankenkassen vor Ort zusammen.
Für die Zukunft wünschen wir uns, dass eine solide Versorgung gesichert ist. Nicht Dumpingpreise sollten den Markt bestimmen, sondern wir wollen zufriedene Patienten mit einem ordentlichen Produkt. Dies setzt aber auch zufriedene Leistungserbringer voraus. Dies müssen die Verantwortlichen der Krankenkassen berücksichtigen.
Ferner wünschen wir Patienten eine geregelte Kontrolle unserer CPAP-Therapie bzw. des Krankheitsverlaufs. Allen Beteiligten muss klar sein, dass eine verschleppte bzw. unterlassene Kontrolle zu weiteren kostspieligen Krankheiten führt.
Wie in vielen Selbsthilfegruppen, gab es auch in unserem Verein Höhen und Tiefen. Manche Weggenossen sind nicht mehr unter uns und es stellt sich immer wieder die Frage, wer die Gruppe, den Verein weiterführen kann. Wir haben in Sachsen Lösungen gefunden. Im Herbst wurde ein neuer Vorstand gewählt.