25/02 2013

Das Schlafmagazin feiert seinen 10. Geburtstag

Unser Geburtstagskind ist gerade zehn Jahre alt geworden. Das ist noch kein besonders hohes Alter. Wenn man aber daran denkt, was für „Geburtswehen“ das waren … So manch einer hat gelächelt und war sich sicher: wieder eine Eintagsfliege. Falsch gedacht.

Werner Waldmann

Das Schlafmagazin hat sich in zehn Jahren leise, aber beharrlich zum Forum nicht nur für Schlafapnoe-Betroffene entwickelt; auch andere Menschen mit Schlafstörungen haben das Magazin abonniert und scheinen es nicht bereut zu haben. Ab und zu – so hört man zumindest – schaut auch schlafmedizinisches Betreuungspersonal in das Heft hinein, ganz heimlich, und vielleicht auch mancher Mediziner.

 

Schlaf: ein wichtiges Thema

 

Eine Zeitschrift für Patienten mit Schlafstörungen scheint durchaus einem Bedürfnis zu entsprechen. In meiner Sammlung fand ich kürzlich ein paar solcher Versuche. Beispielsweise „APNO – die deutsche Apnoiker-Zeitung“. Ein Erscheinungsdatum finde ich nirgends in dem Heft, aber das muss wohl um das Jahr 2000 gewesen sein. Weitere Ausgaben sind mir nicht bekannt.

Im Frühjahr 2002 startete die „Gute Schlaf Depesche“ des GSD. Auch da gab es meines Wissens keine weiteren Ausgaben. Im Editorial ist ein junger Karl-Heinz Klevers abgebildet. Immerhin hat er mit dem „Nachtkurier“ jüngst wieder eine Mitgliederzeitschrift versucht. Es gab drei Ausgaben, dann aber ist das Unternehmen im Sande verlaufen. Der Grund, so sagte mir Karl-Heinz Klevers: Außer ihm war kaum jemand bereit, den Inhalt zu bestreiten. 

Lange gehalten hat sich „Schlafapnoe Aktuell“ mit dem Untertitel „Fachzeitschrift für Apnoiker, Ärzte, Schlaflabore, Krankenkassen und Hilfsmittelhersteller“. Herausgeber war der Fachverband Schlafapnoe – Chronische Schlafstörungen. Das Heft im DIN A5-Format war professionell gemacht. Laut Impressum stand der Sozialverband VdK dahinter. Das Heft bot interessante Beiträge, allerdings nur ganz selten Originale. Die meisten Artikel wurden aus anderen Publikationen zitiert, auch aus dem Schlafmagazin.  Problematisch empfand ich immer den Anspruch, sowohl Laien als auch Ärzte anzusprechen. Dieser Spagat hat aus verschiedenen Gründen noch nie funktioniert. Inzwischen wurde „Schlafapnoe Aktuell“ allerdings eingestellt, weil sich der VdK von seinem Fachverband getrennt hat. 

Nichts mit Schlafapnoe zu tun hat die zweimal im Jahr erscheinende traditionelle Mitgliederzeitung „Restless Legs aktuell“ der Deutschen Restless Legs Vereinigung: ein umfang- und inhaltsreiches Heft, das einerseits Informationen aus dem Mitgliederbereich, andererseits wichtige wissenschaftliche Beiträge anbietet. Und nicht zu vergessen der „Wecker“, das Mitteilungsblatt der Narkoleptiker, das ebenfalls ambitionierte interne Mitteilungen, aber auch fachliche Beiträge bringt.

 

Der Anfang – ein Zufall

 

Wir hatten vor zehn Jahren Ratgeberbücher, vor allem medizinischen Inhalts, redaktionell und technisch produziert. Mit der Klinik Schillerhöhe in Gerlingen nahmen wir einen Ratgeber für den TRIAS-Verlag zum Thema Schnarchen in Angriff. Bei unseren Recherchen erfuhren wir, was Schlafapnoe ist. Vorher hatten wir keine Ahnung davon. Dieses Krankheitsbild war zu jener Zeit in der Öffentlichkeit kaum bekannt; auch die meisten Ärzte kannten es nicht. Zwangsläufig kamen wir auch mit Selbsthilfegruppen in Kontakt. Mit Rudolf Taugerbeck zum Beispiel, dem Chef des Landesverbands Baden-Württemberg. Rudolf Taugerbeck engagierte sich leidenschaftlich für die Selbsthilfe in Sachen Schnarchen. Er ermunterte uns, ein Magazin zu diesem Thema zu versuchen. Ich erinnere mich noch, wie er mich zum Pneumologenkongress nach München mitnahm und unsere Idee den CPAP-Firmen vorstellte. 

Eigentlich hatten wir von Anfang an kein Mitgliedermagazin einer Selbsthilfeorganisation im Sinn. Das „Schlafmagazin“ sollte thematisch breit aufgestellt sein und für alle Betroffenen mit Schlafproblemen Informationen aus Klinik und Forschung anbieten. Prof. Jürgen Zulley war von Anfang an mit dabei, ebenso Prof. Rainer Dierkesmann, damals noch Chefarzt der Klinik Schillerhöhe. Außerdem lieferte bereits ab der zweiten Ausgabe Ulrich Obergfell, Fachberater beim Homecare-Provider Glotz, seine Kolumne „Schlafapnoe-Sprechstunde“. Heute leitet Obergfell den Landesverband Baden-Württemberg.

Man muss wissen, dass sich die einzelnen SHG-Gruppierungen damals spinnefeind waren. Wir wollten uns mit dem Schlafmagazin auf keine Seite schlagen, sondern für alle berichten. Auch für Betroffene, die keiner Selbsthilfeorganisation angehörten oder angehören wollten. Die Selbsthilfelandschaft war bunt, wild und kämpferisch. Da gab es den BSD, den Fachverband von Johann Häcker, den Landesverband von Rudolf Taugerbeck in Baden-Württemberg, den VdK-Fachverband, den GSD und „Schlafapnoe“ von Udo Bertram. Bei diesen Vereinigungen drehte sich alles ums krankhafte Schnarchen. Konkurrenzlos arbeiteten die Restless Legs Vereinigung, die Narkolepsie-Gesellschaft und der Fatigatio-Verein. Manche Auseinandersetzung zwischen den Verbandschefs wurde – so hörte ich – sogar mit juristischen Waffen geführt. Taugerbeck hielt sich aus all diesen Streitereien heraus und machte seinen Landesverband im Lauf der Zeit in vorbildlicher Weise zu einer Organisation, die ohne persönlichen Zwist auskam und viel erreichte. 

 

Auf ins zweite Jahrzehnt

 

Man mag sich fragen, warum das „Schlafmagazin“ sich etabliert hat. Es ist keine Mitgliederzeitung, es behandelt alle Themen, die mit dem Schlaf – dem guten wie dem gestörten – zu tun haben. Zwar ein Special-Interest-Magazin, dennoch auf eine breite Zielgruppe zugeschnitten. Doch ohne die vielen Ärzte und Patienten, die Ideen, Anregungen und Beiträge beisteuern, wäre das Schlafmagazin nicht zu dem geworden, was es heute ist. Dafür möchten wir allen Autoren und Ideenlieferanten und vor allem unseren treuen Lesern ein herzliches Dankeschön sagen.

Ausgabe-1-2013

Das Schlafmagazin 1-2013
Foto: © Wavebreak Media Ltd/123rf

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