04/08 2011

Phänomen Schnarchen

Foto: © Juanmonino/istockphoto.com

Wer schnarcht, befindet sich in illustrer Gesellschaft. Napoleon schnarchte, Orson Welles, George W. Roosevelt und Winston Churchill galten als Extremschnarcher. Roosevelt soll bei einem Krankenhausaufenthalt dermaßen laut geschnarcht haben, dass dies sämtliche Patienten im darüber liegenden Stockwerk mitbekamen. Die Station, auf der Roosevelt lag, musste noch in derselben Nacht evakuiert werden. Tom Cruise und seine Ehefrau Katie Holmes lösten ihr Schnarchproblem ganz pragmatisch. 

Da sein Schnarchen grauenhaft an ihren zarten Nerven nagte, schritt Cruise zur Tat und ließ sich ein Gästezimmer zum perfekt schallisolierten Raum umbauen. Darin sägt er hemmungslos seine Nächte durch. Und Katie Holmes genießt seitdem einen wundervollen Schlaf. In Hollywood ist Cruises Idee zum Trend geworden. Flugs wurden in vielen Promi-Villen schnarchsichere Zonen installiert.

Werner Waldmann

Schlaflexikon: Schnarchen

Schnarchen ist ein Phänomen, und zwar ein weit verbreitetes. Man hat die Schnarcher nicht gezählt. Ihre Zahl kann man nur schätzen: 50 Millionen Amerikaner sollen schnarchen. In Europa geht man davon aus, dass jeder vierte Bürger schnarcht. Schnarchen hat den Homo sapiens von Anbeginn seiner Existenz begleitet. Wenn sich unsere Urahnen in ihren Höhlen zur Ruhe legten, muss ein höllisches Schnarchkonzert begonnen haben. Das Schnarchen war zu dieser unwirtlichen Zeit lebensnotwendig, denn die Männer mussten ihr schlafendes Rudel beschützen. Raubtiere wurden in der Nacht durch das grauenvolle Sägen und Röcheln abgeschreckt, denn sie vermuteten so die Existenz gefährlicher Kollegen im Schutz der Höhle. Heute taugt dies als Ausrede nicht mehr, denn die zarten Gefährtinnen genießen durch das Sägen ihrer männlichen Beschützer keinerlei Vorteile mehr. Frauen selbst, dies nur beiläufig, schnarchen ebenso, seltener freilich im jungen Alter. Das liegt daran, dass die weiblichen 

Geschlechtshormone dem Gewebe der Frauen eine gewisse Elastizität verleihen, sodass es während des Schlafs nicht so leicht „schlappmacht“. Nach den Wechseljahren sinkt der weibliche Hormonspiegel, und auch bei den Frauen steigt der Schnarchpegel an. 

In der Literatur findet sich noch eine andere Erklärung für das Schnarchen in grauer Vorzeit: Die Evolution habe älteren, schwächeren Rudelmitgliedern ein größeres Gaumenzäpfchen wachsen lassen, welches das Schnarchen begünstigte, sodass hungrige Raubkatzen sich zuerst auf die Schnarcher stürzten und gesättigt die jüngeren Stammesmitglieder am Leben ließen.

Schnarchen ist ein entnervendes Geräusch. Es kann im Extremfall mit dem Geräuschpegel eines Presslufthammers konkurrieren. Besonders aufreibend ist die fehlende Monotonie. Der Schnarcher erzeugt keinesfalls ein gleich bleibendes Störgeräusch. Zwischen den Sägelauten wird eingeatmet, es herrscht also Stille, und dann durchschneidet wieder der nächste Schnarchlaut die Stille. Wenn der Schnarcher dazu noch an einer Obstruktion der oberen Luftwege leidet, kommt es zu den berühmten Atem­aussetzern der Apnoiker: Schnarchkaskaden wechseln sich ab mit mehr oder weniger beängstigenden Ruhephasen – und dann setzt sich beinahe explosionsartig das Schnarchkonzert unverändert fort. Für die wach liegende Ehehälfte, der die Mechanismen der Schlafapnoe fremd sind, ist das eine weitere Qual, denn sie plagt sich bei jedem Atemstillstand mit der Frage, ob der Schläfer neben ihr auch wieder ins Leben zurückfindet.

Stolz aufs Schnarchen

Als Rekordhalter im Schnarchen galt lange Zeit – im Guinnessbuch der Rekorde verewigt – der englische Taxifahrer Melvin Switzer. Am frühen Morgen des 28. Juni 1984 schaffte er im englischen Hever Castle souverän den ersten Platz unter den Schnarchern der Welt mit sage und schreibe 92,3 Dezibel, vergleichbar mit einer aufheulenden Polizeisirene oder einem beschleunigenden Motorrad. Lauter jedenfalls, als ein Mensch schreien kann. Switzer hatte deshalb nicht einmal ein eigenes Schlafgemach beziehen müssen, denn seine Frau war auf einem Ohr taub ... Inzwischen ist er seinen Titel übrigens wieder los. Bei Kare Walkert aus Schweden wurden 93 Dezibel gemessen, immerhin gleichzusetzen mit dem Lärm auf einer stark befahrenen Straßenkreuzung. In Arizona (USA) wurde auch von einem Wettschnarchen berichtet, bei dem es um 10 000 Dollar ging. Um die Wette geschnarcht wurde in zwei nebeneinanderliegenden Hotelzimmern. Die Jury positionierte sich vor den Zimmertüren im Flur des Hotels.

Wenn Schnarchen peinlich ist

Manche Schnarcher genieren sich aber auch: Wer galant um eine neue Gefährtin wirbt, will sie nach dem gelungenen erotischen Zusammensein nicht sogleich mit einem eher abstoßenden Schnarchkonzert desillusionieren, sondern verzieht sich taktisch geschickt, sobald die Süße in den verdienten Schlummer gesunken ist, in einen anderen Raum, wo sie ihn nicht hören kann, und taucht – mit Hilfe eines Weckers – im Morgengrauen rechtzeitig wieder an ihrer Seite auf, um sie erneut sanft zu umgarnen. 

Im Hotel kann das Schnarchen zum Problem werden, wenn die Wände zu dünn sind. Ich schlief einmal in einer kleinen Pension mit fünf eng aneinanderliegenden Zimmern. Das Sägen eines Gastes war auf dem gesamten Stockwerk zu vernehmen. Es gab einmal eine Hotelkette, die in einer Anzeige einen kräftigen Schnarcher suchte, mit dem die Schalldichte der Zimmerwände getestet werden sollte.

Kompliziert gestaltet sich die Situation, wenn sozusagen in publico ein Schnarchkandidat in den Schlummer verfällt. Im Ruheraum der Sauna beispielsweise. Männlein und Weiblein breiten sich erschöpft auf den Liegen aus und einer der Herren, versunken in wohligen Schlummer, fängt plötzlich an zu sägen. Eigentlich wäre es mucksmäuschenstill in dem Ruheraum, nur das Wasser plätschert nebenan und dann zerschneidet dieses vulgäre Schnarchen die Harmonie. Verständlich, dass da der eine pikiert zur Decke starrt und der andere kichert – bis ein Mutiger den Schnarcher an­-stupst, der daraufhin verwundert die Augen aufschlägt. 

Leider hört man sich selbst in der Regel beim Schnarchen nicht – doch dies ist nur bedingt richtig: Es kann schon passieren, dass einen der erste röchelnde Schnarchlaut beim Einnicken selbst aus dem beginnenden Schlaf hochschrecken lässt. Befindet man sich dabei in Gesellschaft, bei einem Meeting, im Theater oder im Zugabteil, dann wird man oft sehr schnell hellwach, weil einen die Mitmenschen hämisch anstarren.

Jeder kann zum Schnarcher werden

Soziale Unterschiede kennt diese nächtliche Atemstörung nicht. Im Flugzeug, auch in der noblen First Class, kann ein solches Konzert – selbst aus der Kehle eines VIPs – den Rest der Mitreisenden  in den Wahnsinn treiben. Superstar Rihanna, so eine Pressemeldung,  schnarchte First Class im Linienflieger! So passiert nach einer fetten Party in Miami. Nach exzessivem Alkoholgenuss im In-Club „Cameo“ war es Rihanna zuerst einmal nach einem Nickerchen zumute. Angeblich feierte sie nach ihrem Konzert bis vier Uhr in der Frühe – ihr Flieger ging morgens um halb neun! Mit ihrem Bodyguard bestieg sie vor allen anderen Passagieren eine American Airlines-Maschine und nahm in der First Class Platz. Als die anderen Passagiere noch beim Boarding waren, grunzte die Künstlerin schon friedvoll vor sich hin. Sechs Stunden dauerte ihr Schönheitsschlaf mit akustischer Begleitung. Sie soll, so ihre Mitreisenden, geschnarcht haben, als wären ganze Urwälder umgesäbelt worden! Anzumerken ist, dass in diesem Fall keine krankhafte Obstruktion im Spiel bzw. Schlund war, sondern der Alkohol seine fatale Wirkung entfachte. Eine feuchtfröhliche Nacht lässt die Muskulatur im Schlund erschlaffen: die beste Voraussetzung für ein Schnarchkonzert der Sonderklasse, bei Männlein wie Weiblein.

Wenn Mieter schnarchen

Können Mieter wegen eines laut schnarchenden Nachbarn ihre Miete mindern? Damit musste sich das Amtsgericht Bonn (Az. 6 C 598/08) befassen. In dem Fall hatte sich ein Ehepaar nach der Objektbeschreibung im Internet für eine Wohnung „in ruhiger Lage“ begeistert. Bald aber fühlten sich die neuen Mieter nachts von einem Mann in der Nachbarwohnung erheblich gestört, der laut schnarchte. Nach einigen Wochen mit durchwachten Nächten machten die Mieter eine Minderung der Miete um 30 % geltend und erklärten später ihre fristlose Kündigung. Ihr Argument: Sie seien vom Eigentümer getäuscht worden, denn sie hätten ausdrücklich nach einer ruhigen Wohnung gesucht. Doch offensichtlich sei die Wohnung nicht ausreichend schallisoliert. Der Vermieter konterte, die Ausstattung sei ausreichend. In 31 Jahren habe kein Vormieter über mangelhafte Isolierung geklagt. Das Urteil des Gerichts: Die Vereinbarung einer „ruhigen Wohnung“ beinhalte nur normalen Schallschutz. Eine Zusicherung darüber hinaus habe der Vermieter nicht gegeben. Zudem sei die behauptete Geräuschentwicklung durch den Schnarcher nicht ausreichend nachgewiesen worden. 

Warum sich Schnarcher ungern outen

Obwohl so viele Menschen schnarchen, outen will sich nur selten einer. Schnarchen wird immer noch als gesellschaftlicher Makel betrachtet, ganz unterschwellig, obwohl es ein wahrer Volkssport ist. „Wir haben abgetrieben!“ Man erinnert sich noch an den STERN-Titel, in dem sich prominente Frauen öffentlich outeten. Doch: „Ich schnarche!“ Das fiel noch keiner Redaktion ein, obwohl es da unzählige prominente Kandidaten gäbe. Ich meine damit nicht die Gelegenheitsschnarcher nach exzessivem Alkoholgenuss, einen ranken Steffen Seibert, einen Karl-Theodor zu Guttenberg oder Harald Schmidt, nein, ich meine die übergewichtigen Protagonisten in der Politik und TV-Szene. 

Und wie kommt es zur nächtlichen Geräuschkulisse?

Im Schlaf erschlafft unsere Muskulatur, was an sich auch ganz sinnvoll ist – schließlich wollen wir uns erholen, um am nächsten Tag wieder fit zu sein. Leider verengen die erschlafften Muskeln aber auch die Luftwege im Rachen. Das kann geräuschvolle Folgen haben: Denn die Atemluft strömt nun mit erhöhtem Druck an den weichen Gewebeteilen des verengten Rachens vorbei und bringt sie zum Vibrieren. So entsteht das entnervende, sägende Schnarchgeräusch.

Freilich schnarcht nicht jeder Mensch: Im Nasen-Rachen-Raum der nächtlichen Ruhestörer herrschen besondere anatomische Verhältnisse, die das Schnarchen begünstigen. Die Hauptursache des Schnarch-Übels liegt im mittleren Rachenbereich – dort, wo sich Zäpfchen, Gaumensegel und Zungengrund befinden. Bei den meisten Schnarchern sind das die drei Instrumente, die zum nächtlichen Konzert aufspielen. Und sie sind beim Schnarcher häufig zu groß und zu schlaff. 

Der Hals-Nasen-Ohren-Arzt erkennt den typischen Schnarcher meist schon mit einem einzigen Blick in den geöffneten Mund: Seine Zunge ist entweder zu groß oder zu dick. Auch das Zäpfchen ist häufig verdickt und verlängert, und die hinteren Gaumenbögen hängen tiefer in den Rachen hinein. Die Rachenhinterwand ist nicht straff, sondern in lockere Falten gelegt – der ideale Resonanzboden zum Vibrieren und Schnarchen.

Wer zu viele Pfunde auf die Waage bringt, hat ein erhöhtes Schnarch-Risiko. Denn Fettpölsterchen setzen sich nicht nur am Bauch und an den Hüften an, sondern auch die Zunge ist bei Übergewichtigen häufig dicker. Und auch am Hals zu beiden Seiten des Rachens bilden sich Fettgewebspolster, die die Atemwege einengen und den Luftstrom behindern. „Doppelkinn-Träger“ sind also besonders schnarchgefährdet! Auch ein schmaler oder zu kurzer Unterkiefer – ein fliehendes Kinn – kann die Atemwege verengen und Schnarchen zur Folge haben.  

Im Alter erhöht sich das Schnarch-Risiko ohnehin, und zwar bei beiden Geschlechtern. Viele Menschen fangen erst in vorgerückterem Alter an zu schnarchen, oder ihr Schnarchen wird im Laufe der Jahre immer lauter. Das liegt daran, dass die Muskelspannung mit zunehmendem Alter nachlässt und somit auch die Gewebeweichteile im Rachenraum schlaffer werden. 

Wie wehrt man sich gegen Schnarcher?

Für den Passivschnarcher gibt es nur drei Möglichkeiten, sich gegen die Lärmbelästigung zu wehren: Er kann den Schnarcher wecken, den Geräuschpegel durch Verwendung von „Ohropax“ oder getrennte Schlafzimmer verringern, oder er kann sich an das Schnarchgeräusch gewöhnen, sodass es ihn nicht mehr stört.

Am häufigsten kommt wahrscheinlich die erste Methode zum Einsatz. Unzählige Frauen stoßen nachts regelmäßig ihren Bettnachbarn an, wenn dieser laute Schnarchgeräusche von sich gibt. Üblicherweise dreht sich der Schnarcher dann auf die Seite und wird zumindest vorübergehend ruhig schlafen. Allerdings können durch dieses regelmäßige Stoßen oder Schlagen an derselben Körperstelle auch Beschwerden beim Schnarcher auftreten: Von einem 66-jährigen Mann wird berichtet, dass er wegen Schmerzen in der rechten Wade einen Arzt aufsuchte. Keine der Untersuchungen ergab eine Erklärung, sodass der Patient auch nicht behandelt werden konnte. Eines Nachts wachte er wieder mit einem scharfen Schmerz in der rechten Wade auf und bemerkte, dass er von seiner Frau getreten worden war. Als er sie aufforderte, nicht sein wehes Bein zu treten, erklärte die Frau: „Du hast wieder geschnarcht; ich trete dich deswegen immer schon.“ So fanden die Wadenschmerzen ihre Erklärung, und sie verschwanden, als die Frau aufhörte, ihren Mann jede Nacht zu malträ­tieren.  

Abenteuerliche Anti-Schnarch-Vorrichtungen

Weltweit haben Erfinder und Tüftler Apparate entwickelt, die das Schnarchen verhindern sollen. Es gibt 

insgesamt über 500 patentierte Schnarchverhinderer. Leider sind die meisten dieser Erfindungen nicht durch systematische Studien auf ihren Wert und Nutzen geprüft worden. 

Einige kommen uns heute seltsam vor, da sie auf falschen Vorstellungen über die Ursachen des Schnarchens beruhen; andere muten fast wie Folterinstrumente an. 

In der Regel schlafen wir in der Nacht unruhig und wechseln häufig unsere Position: Wir schlafen auf der Seite, auf dem Rücken und teilweise auch auf dem Bauch. Besonders die Rückenlage begünstigt das Schnarchen, da aufgrund der Schwerkraft der Zungengrund zurückfällt und den Rachenraum einengt. 

Bereits 1872 ließ sich ein amerikanischer Erfinder einen Verhinderer der Rückenlage patentieren: ein Polster in Dreiecksform, das mit Gurten an Rücken und Schultern befestigt wurde. 

Ein Erfinder aus Tuttlingen meldete 1980 ein Anti-Schnarch-Schlafhemd mit einem per Luftschlauch aufblasbaren Körper am Rückenteil zum Patent an. 

Wenn bei Ihnen beobachtet wurde, dass Sie ausschließlich in Rücklage schnarchen, basteln Sie sich ruhig Ihren eigenen Schnarchverhinderer. Zum Beispiel kann ein Tennisball, eingenäht ins Rückenteil Ihres Schlafanzugs, die Rückenlage verhindern helfen. Es gibt auch sogenannte „Anti-Schnarch-Rucksäcke“ zu kaufen. Doch seien Sie nicht enttäuscht, wenn dadurch Ihr Problem nicht gelöst wird! Denn chronische und übergewichtige Schnarcher schnarchen häufig in allen Schlafpositionen. 

Wahre Folterinstrumente

Wenn wir im Schlaf durch den Mund atmen, knickt der zurückgefallene Zungengrund den Rachenschlauch ein und begünstigt das Schnarchen. Deshalb haben viele Erfinder Kinnstützen und Kopfbandagen entwickelt, die verhindern sollen, dass der Unterkiefer sich im Schlaf öffnet. Das älteste deutsche Patent dieser Art meldete 1889 ein Erfinder aus Straßburg an. Es besteht aus einem Luftkissen, das um den Hals gebunden wird und das Herabfallen der Kinnlade verhindert. 

Auch Zahnschienen und Mundschließer sollten die Mundatmung verhindern. Bereits 1892 ließ sich ein Herr Francke aus Cottbus einen Mundschließer patentieren. Seine Erfindung bestand aus einem Gummirohr. Dieses wurde auf die Zungenspitze gelegt. An dem Rohr befanden sich zwei Gummiringe, von denen einer hinter die Zähne und einer auf die Lippen des geschlossenen Mundes gelegt wurde. Durch das offene Gummirohr konnte der Schläfer weiter durch den Mund atmen. Allerdings ist zu befürchten , dass diese Apparatur während des Schlafs rasch ausgespuckt wird. 

Mit den schlafmedizinischen Zahnschienen gegen das Schnarchen heute hat diese Erfindung freilich nichts gemeinsam. 

Ausgabe-3-2011

Foto: © kallejipp/photocase.de

Ausgewählte Artikel

 


„Ich ließ nichts unversucht”, so die Journalistin Abigail van Buren, „um meinem Mann das Schnarchen abzu­-gewöhnen. Nachdem ich nun seit siebenundzwanzig Jahren mit ihm verheiratet bin, fürchte ich, dass mir nichts anderes übrig bleibt, als ihn umzubringen, was in unserem Staat aber ungesetzlich ist ...“


Im Altertum galt Schnarchen noch als Ausdruck wenig heldenhafter Pflichtvergessenheit. Im Mittelalter sah man dies anders: Schnarchen war ein Zeichen für Lebensgenuss, denn mit vollem Bauch schnarcht es sich besonders gut.


Manchmal endet die nächtliche Ruhestörung sogar in einem Mord, wie 1871 im US-Bundesstaat Kansas, als John Wesley Hardin einen schnarchenden Hotelgast durch die Wand erschoss und mit dieser Tat unsterblichen Ruhm erlangte.  


Johannes Brahms war zu Lebzeiten manchmal als Schnarcher weitaus berühmter als in seiner Eigenschaft als Komponist. Brahms schlief überall sofort ein, im Kaffeehaus oder bei Abendeinladungen, und verfiel sofort in lautes Schnarchen. Selbst ein Konzert seines Kollegen Gustav Mahler hielt ihn nicht wach. Es wurde jäh von Brahms’ Schnarchen unterbrochen. Dieser Fauxpas war für die Konzertkritiker natürlich ein gefundenes Fressen!