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Zungenschrittmacher schützt vor Diabetes

Ein noch relativ neues Behandlungsverfahren gegen obstruktive Schlafapnoe ist ein Zungenschrittmacher, der den Patienten im Brustbereich unter die Haut implantiert wird und bei jedem Einatmen den Unterzungennerv mit schwachen elektrischen Impulsen stimuliert. Dadurch bewegt sich die Zunge nach vorn – das Zusammenfallen der oberen Atemwege wird verhindert.

Eine neue Studie an 20 Schlafapnoe-Patienten hat nun gezeigt, dass diese Therapie offenbar sogar vor Typ-2-Diabetes schützt: 12 Monate nach Implantation des Schrittmachers wurde bei den Patienten ein Blutzuckerbelastungstest durchgeführt. Dabei wird der Anstieg des Blutzuckers nach dem Trinken einer Zuckerlösung bestimmt. Ein zu starker Anstieg weist auf einen bevorstehenden Typ-2-Diabetes hin, an dem viele Menschen mit Schlafapnoe leiden. Tatsächlich hatten sich die Werte im Zuckerbelastungstest bei den Patienten nach der Implantation gebessert – das heißt, sie benötigten jetzt weniger Insulin, um den Blutzucker in ihrem Körper zu verteilen. Auch auf das Essverhalten wirkte sich der Zungenschrittmacher positiv aus: Der sogenannte hedonistische Hunger, der viele Menschen mit Schlafapnoe auch dann essen lässt, wenn ihr Körper gar keine Kalorien benötigt, war vermindert.

Die Autoren der Studie hoffen nun, dass eine Schrittmachertherapie den Patienten langfristig helfen könnte, ihre Gewichtsprobleme in den Griff zu bekommen. Die meisten Menschen mit Schlafapnoe sind übergewichtig oder fettleibig. Übergewicht gilt als eine wichtige Ursache für diese schlafbezogene Atemstörung.

Steffen A, Chamorro R, Buyny L, Windjäger A, Wilms B, Hasselbacher K, Wollenberg B, Lehnert H, Schmid SM. Upper airway stimulation in obstructive sleep apnea improves glucose metabolism and reduces hedonic drive for food. Journal of Sleep Research 2018; doi: 10.1111/jsr.12794